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Mo, 22. Oktober 2018, 21:21 Uhr

OTS: Börsen-Zeitung / Börsen-Zeitung: Zinserhöhungsfieber - Kommentar von ...


14.02.18 20:51
dpa-AFX

Börsen-Zeitung: Zinserhöhungsfieber - Kommentar von Stefan Schaaf zu


den Marktreaktion auf die US-Inflationsdaten


Frankfurt (ots) - Alles halb so wild? Gerade einmal rund eine


Stunde hat am Mittwoch das Marktchaos angehalten.

Es waren


Turbulenzen mit Ansage, die auslösenden US-Preisdaten wurden mit


Spannung erwartet. Normalerweise schaut der Markt in den Vereinigten


Staaten auf den Arbeitsmarkt, den Einzelhandelsumsatz (im Januar


schwach) und die ISM-Einkaufsmanagerindizes. Nun aber die


Preisdaten, die typischerweise in der Eurozone viel Aufmerksamkeit


erfahren.



In diesen Tagen ist es jedoch anders, denn seit sehr starken


Arbeitsmarktdaten für den Januar sind die Märkte im


Zinserhöhungsfieber. Und wenn erst einmal ein Thema dominiert, dann


werden auch die kleinen Hinweise darauf genauestens analysiert. So


geschehen gestern mit den US-Verbraucherpreisen. Sie waren im Januar


um 2,1% gestiegen und nicht um 1,9%, wie der Konsens erwartet hatte.


Das ist zwar nur eine Differenz von 0,2 Prozentpunkten, aber aus zwei


Gründen ist dies relevant: Zum einen liegt die Inflationsrate damit


oberhalb der Zielmarke der US-Notenbank von 2,0%. Und da zum Zweiten


die Marktteilnehmer, wie es so schön heißt, auf dem falschen Fuß


erwischt wurden, schossen die Zinsfantasien in die Höhe. Zwar


beruhigten sich schon bald wieder alle, und die Aktienkurse drehten


ins Plus. Denn bei genauerer Betrachtung und etwas Durchatmen lassen


jene 2,1% vielleicht doch nicht den Schluss zu, dass die Federal


Reserve schneller als erwartet die Leitzinsen anheben wird.



Aber war das wirklich alles halb so wild? Keinesfalls. Was sich


gestern Nachmittag (europäischer Zeit) abspielte, unterstreicht die


seit Monatsbeginn anhaltende hohe Nervosität. Die heftigen


Kursausschläge am Aktien- wie am Anleihemarkt sowie die deutlich


höhere Volatilität sind ein Zeichen dafür, dass viele Anleger


hochgradig verunsichert sind über die Marktentwicklung angesichts


der sich abzeichnenden globalen Straffung der Geldpolitik. Zwar


wurden die Turbulenzen möglicherweise von automatisierten


Handelsstrategien beschleunigt, im Kern geht es um die Inflations-


und damit Zinsentwicklung.



Höhere Zinsen lasten auf Aktienbewertungen, weil sie zu einer


stärkeren Diskontierung künftiger Gewinne führen. Und sie lasten auf


Anleihekursen, weil diese fallen müssen, damit sich die


Sekundärmarktrenditen den Zinserwartungen anpassen können. Das heißt:


Aktien- und Anleihekurse fallen parallel, es gibt bei der globalen


Zinswende keine Absicherung aus der Diversifikation der beiden


Hauptanlageklassen. Das ist für gemischte Portfolien nicht


beruhigend.



OTS: Börsen-Zeitung


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