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Sa, 26. September 2020, 21:26 Uhr

Netflix

WKN: 552484 / ISIN: US64110L1061

Netflix vs. Amazon – welche ist die bessere Aktie?


09.08.20 09:17
Motley Fool

Die meisten Anleger sind sowohl mit Netflix (WKN: 552484) als auch mit Amazon.com (WKN: 906866) recht vertraut. Nicht nur was ihre Produkte und Dienstleistungen betrifft, sondern auch ihre Aktien. Schließlich sind sowohl Netflix als auch Amazon in den letzten zehn Jahren zu wahrhaft massiven langfristigen Gewinnern geworden. Amazon ist in den letzten zehn Jahren um 2.490 % und Netflix um noch beeindruckendere 3.220 % gestiegen.


Im Allgemeinen tendieren Branchenführer dazu, weiter zu gewinnen. Und sowohl Netflix als auch Amazon sehen heute langfristig stark aufgestellt aus. Aber welche Aktie ist heute die bessere Wahl?


Was für Netflix spricht

Netflix ist im Vergleich zum Vorjahr um satte 50 % gestiegen. Der Lockdown hat sowohl im ersten als auch im zweiten Quartal zu einem Anstieg der Nettoabonnentenzahlen geführt. Netflix hat lange Zeit mit geringen Gewinnen und einem eigentlich negativen freien Cashflow gearbeitet, da das Unternehmen in Inhalte investieren muss. Daher haben Analysten lange Zeit die Neuzugänge an Abonnenten als Schlüsselkennzahl betrachtet. Allein in der ersten Jahreshälfte hat Netflix bereits weitere 26 Millionen Abonnenten hinzugewonnen, während es im ersten Halbjahr 2019 nur 12 Millionen neue Abonnenten gab.


Als First Mover und Marktführer im globalen Streaming erwies sich Netflix während der Pandemie als Vorreiter. Selbst nach Preiserhöhungen in den Jahren 2014, 2015, 2017 und 2019 konnte man weiter wachsen. Das ist einer der Gründe für den steigenden Aktienwert.


Während Netflix bis zum letzten Quartal rasch auf fast 193 Millionen Mitglieder angewachsen ist, ist Jefferies-Analyst Alex Giaimo der Meinung, dass Netflix noch jahrelang stark wachsen kann, selbst wenn die USA fast vollständig gesättigt sind. Giaimo glaubt, dass Netflix weltweit einen adressierbaren Markt von 850 Millionen Nutzern hat.


Die Marktdurchdringung von Netflix in den USA liegt derzeit bei etwa 65 %. Hochgerechnet auf den Weltmarkt würde das im Laufe der Zeit 550 Millionen Abonnenten bedeuten. Auch wenn man in anderen Märkten nicht ganz so hohe Preise aufrufen kann, könnte Netflix seine Abonnentenzahl langfristig verdoppeln. Mit ein paar Preiserhöhungen ist es nicht schwer vorstellbar, dass Netflix in fünf oder zehn Jahren einen ernsthaften Cashflow generiert.


Was für Amazon spricht

Amazon hat mit Prime nicht nur einen konkurrierenden Streaming-Dienst zu Netflix, sondern ist auch der unangefochtene Marktführer im US-amerikanischen E-Commerce. Außerdem ist man im Enterprise Cloud Computing sowie in der digitalen Werbung erfolgreich. Tatsächlich ist Amazon nicht wirklich in einer einzigen Branche tätig. Stattdessen ist es eher ein Geschäftskonzept, das auf Kundenfreundlichkeit, niedrige Preise und kontinuierliche Innovation ausgerichtet ist.


Jedenfalls überlebten die meisten Segmente von Amazon nicht nur, sondern profitierten im zweiten Quartal vom Lockdown:


Segment Q2 2020 Umsatzwachstum (gegenüber Vorjahr)
Onlinehandel 48 %
Ladengeschäfte (13 %)
Drittverkäufer 52 %
Abo-Services 29 %
AWS 29 %
Andere (meist Werbung) 41 %
Insgesamt 40 %

Quelle: Amazon


Amazon ist nicht nur trotz seiner ohnehin schon enormen Größe rasant gewachsen, sondern es zeigt auch Gewinne, die stutzig machen. Trotz zusätzlicher Kosten im Zusammenhang mit COVID-19 in Höhe von 4 Milliarden USD stiegen die Betriebseinnahmen im letzten Quartal währungsbereinigt um satte 89 % auf 5,8 Milliarden USD. Sogar das ständig defizitäre internationale Segment, das E-Commerce-Aktivitäten in Japan, Europa, Indien, Brasilien, dem Nahen Osten und anderen Ländern umfasst, erreichte zum ersten Mal einen operativen Gewinn. Während AWS tatsächlich auf „nur“ 29 % Wachstum sank, da Amazon Kunden Vergünstigungen anbot, wuchs das operative Ergebnis von AWS mit 58 % doppelt so schnell.


Amazon hat traditionell all seine Gewinne in die Verbesserung seines Service reinvestiert, außerdem in Innovationen in neuen Bereichen. So hat man beispielsweise neulich Zoox übernommen, einen Hersteller von autonomen Fahrzeugen. Es scheint jedoch, dass man derzeit mehr Geld verdient, als man ausgeben kann – zumindest nicht im letzten Quartal! Sobald die verschiedenen Geschäftsbereiche von Amazon „ausgereift“ sind, scheint das Gewinnpotenzial enorm zu sein. Nur könnte das noch ein wenig dauern.


Wie soll man sich entscheiden?

Eine Investition in Netflix oder Amazon ist generell keine schlechte Idee. Es gibt jedoch einige Elemente, die mich im Moment dazu bringen, mich für Amazon zu entscheiden.


Allen voran, dass Amazon in vielen wachstumsstarken Segmenten diversifiziert ist, während Netflix sich darauf konzentriert, der beste Video-Streaming-Service der Welt zu sein. Sowohl diversifizierte als auch hyperfokussierte Geschäftsstrategien können sehr erfolgreich sein, aber derzeit würde ich mich für das vielfältigere Unternehmen entscheiden.


Netflix ist zwar führend im Streaming-Bereich. Allerdings drängen weitere Player auf den Markt, die ihre eigenen Streaming-Dienste anbieten. Ich glaube zwar nicht, dass einer dieser Streaming-Dienste Netflix überholen wird, aber sie könnten entweder das Abonnentenwachstum von Netflix oder die Gewinnspannen in umkämpften Märkten stören. Damit könnte letztendlich die Rentabilität von Netflix ein Fragezeichen sein.


Inzwischen gefällt mir, dass Amazon sowohl im E-Commerce als auch im Cloud-Computing dominiert, die beide extrem hohe Eintrittsbarrieren haben. Mir gefällt auch, dass Amazon jetzt die Marktführer im Bereich der digitalen Werbung herausfordert und dass das Unternehmen weiterhin experimentiert sowie innovativ ist. Die Übernahme von Zoox ist ein Paradebeispiel dafür, dass man Investoren mehr „Kaufoptionen“ für zukünftige potenzielle Produkte bietet.


Vielleicht sollte man einfach beide Aktien besitzen. Jedenfalls mache ich es so. Trotzdem ist Amazon meine größte Position, während Netflix viel, viel kleiner ist. Das liegt an Amazons einzigartiger Kultur, seinem Geschäftsmodell und der gesunden Mischung.


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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon und Netflix. Billy Duberstein besitzt Aktien von Amazon und Netflix. Dieser Artikel erschien am 2.8.2020 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.


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