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DJ MÄRKTE EUROPA/Mutige Anleger wurden 2015 belohnt


30.12.15 18:17
Dow Jones Newswires



DJ MÄRKTE EUROPA/Mutige Anleger wurden 2015 belohnt




Von Manuel Priego Thimmel




FRANKFURT (Dow Jones)--Mit Verlusten haben Europas Börsen am Mittwoch den letzten vollen Handelstag des Jahres beschlossen. Der DAX gab 1,1 Prozent auf 10.743 Punkte nach, der Euro-Stoxx-50 büßte 0,6 Prozent auf 3.293 ein. Auch wenn am Silvestertag noch an den Börsen in London, Paris, Amsterdam und Madrid verkürzt gehandelt wird, so lässt sich doch bereits jetzt Bilanz ziehen. Auf Jahressicht konnten sich die Anleger im DAX über ein Plus von 9,6 Prozent freuen, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 4,7 Prozent nach oben.




Zu Jahresbeginn sah alles noch viel verheißungsvoller aus. Die Ankündigung eines Wertpapierkaufprogramms durch die Europäische Zentralbank (EZB) im Januar verlieh den Börsen Flügel. Der DAX stieg bis April auf ein Jahreshoch von 12.391, der Euro-Stoxx-50 bis auf 3.836 Punkte. Doch dann meldete sich die Schuldenkrise in Europa und damit auch Unsicherheit und Volatilität an den Finanzmärkten wieder zurück.




Die neue griechische Regierung unter Premier Alexis Tsipras von der linken Syriza kündigte die Zusammenarbeit mit den Gläubigern des Landes auf, forderte einen Schuldenerlass sowie ein Ende der Sparpolitik. Wieder einmal hing das Schicksal des kleinen südeuropäischen Landes an einem seidenen Faden, wieder einmal war die Integrität der Eurozone bedroht.




Der Höhepunkt der Krise wurde im Juli erreicht, als die Bevölkerung über den Maßnahmenkatalog der Troika in einem Referendum abstimmte. Trotz eines klaren "Neins" der Griechen gab die Regierung in Athen nur wenige Tages später nach und ebnete so den Weg für das dritte Rettungspaket für das Land. Das Gerangel tat griechischen Aktien allerdings nicht gut - die Börse in Athen verlor auf Jahressicht rund 33 Prozent.




Aber nicht nur in Griechenland gab die Politik die Richtung an den Märkten vor. Der Aufstieg der linken Podemos läutete das Ende des traditionellen Zweiparteiensystems in Spanien ein. Die Folge: Nach den jüngsten Parlamentswahlen gibt es keine klaren Machtverhältnisse im Madrider Parlament mehr. Beobachter schließen Neuwahlen nicht aus. Der spanische Aktienmarkt reagierte verschnupft auf die Unsicherheiten. Der IBEX verlor auf Jahressicht 6,2 Prozent. Aber nicht nur die Politik sorgte für Unruhe.




Im Sommer bestimmten Wachstumssorgen rund um China die Schlagzeilen. Die Zeiten zweistelliger Wachstumsraten sind vorbei, China befindet sich in einer schwierigen Übergangsphase von einer vom Export hin zu einer von der Binnennachfrage getriebenen Wirtschaft.




Die Angst vor einem chinesischen Wachstumsabsturz veranlasste die US-Notenbank sogar dazu, von der erwarteten Leitzinserhöhung im September abzusehen. An den Märkten kam dies nicht gut an. Die erste Zinserhöhung in den USA seit fast zehn Jahren gab es dann erst im Dezember.




Die Schwäche Chinas und die damit verbundene nachlassende Nachfrage hat den Rohstoff-Superzyklus zum Platzen gebracht. Der Ölpreis der Sorte Brent brach 2015 um mehr als 35 Prozent ein, für Kupfer ging es mehr als 25 Prozent nach unten. Allein am Mittwoch gab Brent fast 3 Prozent nach.




Mit einem Minus von 7,3 Prozent im Stoxx-Universum kam der Ölsektor noch vergleichweise glimpflich davon, der Rohstoffsektor brach um fast 35 Prozent ein und war so mit Abstand die schwächste Branche des Jahres. Die Aktie des einstigen Highflyers Glencore stürzte gleich um fast 70 Prozent ab - Anleger machten sich Sorgen, der Minenbetreiber könnte an seinen hohen Schulden ersticken.




Des einen Freud ist des anderen Leid. Für Touristik- und Airline-Aktien ging es trotz Terroranschlägen unter anderem dank des billigen Öls im Schnitt um 20,5 Prozent nach oben. Das Ryanair-Papier stieg fast um 66 Prozent, TUI schafften ein Plus von 24,3 Prozent. Aktien, die von der - wenn auch moderaten - wirtschaftlichen Erholung Europas profitieren, gehörten ebenfalls zu den Gewinnern des Jahres. Der Bausektor legte 16,8 Prozent zu, Einzelhändler stiegen knapp 9 Prozent.




Gut lief es auch für Aktien von Finanzdienstleistern, die es auf ein Plus von 19 Prozent brachten. Insbesondere für Börsenbetreiber lief es gut. Diese profitierten von der hohen Volatilität an den Märkten. Starke Kursschwankungen haben zur Folge, dass Profianleger ihre Portfolios verstärkt über derivative Produkte absichern müssen. Papiere der Deutschen Börse kamen auf ein Plus von 41,4 Prozent, für die London Stock Exchange ging es 25 Prozent nach oben.




Mit Blick auf Einzelaktien waren im Euro-Stoxx-50 Fresenius mit einem Plus von 54 Prozent zusammen mit Airbus mit 56 Prozent die besten Papiere des Jahres. Die Bad Homburger sind gegen konjunkturelle Schwankungen nahezu resistent und bestens aufgestellt, um vom demografischen Wandel zu profitieren. Airbus profitierte derweil von der starken Nachfrage und der Euro-Schwäche - der Flugzeugbauer fakturiert in Dollar.




Verlierer des Jahres im Euro-Stoxx-50 war die Eon-Aktie. Sie kam auf ein Minus von 34,8 Prozent. Eon leidet genauso wie RWE unter dem Paradigmenwechsel in der deutschen Energiepolitik nach dem Atomunfall im japanischen Fukushima. Wie hoch die Rechnung für den erzwungenen Ausstieg aus der Atomenergie letztlich für die Betreiber werden wird, weiß niemand. Billig wird es nicht. Daneben leidet der Sektor unter den weiter niedrigen Strompreisen.




Am Mittwoch war die Nachrichtenlage dünn. Positiv wurde an der Börse aufgenommen, dass die Schweizer Bank Julius Bär mit US-Behörden eine "Grundsatzvereinbarung" über die Beilegung langjähriger Ermittlungen wegen mutmaßlicher Beihilfe zur Steuerhinterziehung getroffen hat. Die dafür vorgesehenen Rückstellungen stockte die Bank von 350 Millionen auf 547 Millionen US-Dollar auf. Zuvor machten höhere Beträge die Runde. Die Julius-Bär-Aktie stieg 4 Prozent.




An den Devisenmärkten schwangen 2015 einmal mehr die Zentralbanken das Zepter. Einen Schock löste die Schweizer Nationalbank (SNB) Mitte Januar aus, als sie vollkommen überraschend die Bindung des Franken an den Euro aufgab. Der Euro stürzte daraufhin kurzfristig um fast 30 Prozent ein. Der SNB war offenbar die Koppelung zu teuer geworden. Seitdem hat sich die Einheitswährung zwar erholt. Auf Jahressicht wertete sie dennoch um 9,8 Prozent gegen den Franken ab.




Nur wenige Tage nach der SNB-Entscheidung verkündete EZB-Präsident Mario Draghi die Auflage eines Wertpapierkaufprogramms (QE) in der Eurozone. Der Euro gab von rund 1,22 Dollar auf Tiefstände von knapp unter 1,05 im März nach. Seitdem hat sich die Einheitswährung zwar wieder etwas erholt, unter anderem weil die EZB auf ihrer Dezember-Sitzung das Kaufprogramm nicht in dem erwarteten Maße ausweitete. Es bleibt aber ein Minus von knapp 10,2 Prozent gegen den Dollar.




Auch an den Anleihemärkten gaben die Zentralbanken den Ton an. Die Ankündigung von QE durch die EZB löste massive Käufe in Bundesanleihen aus. Die Rendite der zehnjährigen Anleihen, die sich umgekehrt zum Anleihekurs entwickelt, fiel von 35 auf knapp 5 Basispunkte zurück, was sich als Übertreibung herausstellen sollte. "Anleihekönig" Bill Gross von Janus Capital sprach von einer einmaligen Shortgelegenheit. Er sollte Recht behalten: Ende des Jahres steht die Rendite bei 63 Basispunkten.




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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 3.287,98 -26,30 -0,8% +4,5%
Stoxx-50 3.118,07 -21,21 -0,7% +3,8%
Stoxx-600 367,70 -1,98 -0,5% +7,3%
XETRA-DAX 10.743,01 -117,13 -1,1% +9,6%
FTSE-100 London 6.274,05 -40,52 -0,6% -4,4%
CAC-40 Paris 4.677,14 -24,22 -0,5% +9,5%
AEX Amsterdam 446,19 -1,51 -0,3% +5,1%
ATHEX-20 Athen 177,21 -2,36 -1,3% -33,1%
BEL-20 Bruessel 3.734,02 -19,03 -0,5% +13,7%
BUX Budapest 23.920,65 -43,82 -0,2% +43,8%
OMXH-25 Helsinki 3.359,38 -17,51 -0,5% +12,4%
ISE NAT. 30 Istanbul 89.378,89 -982,08 -1,1% -15,8%
OMXC-20 Kopenhagen 1.014,17 +0,08 +0,0% +36,2%
PSI 20 Lissabon 5.337,63 -19,96 -0,4% +10,8%
IBEX-35 Madrid 9.641,90 -28,50 -0,3% -6,2%
FTSE-MIB Mailand 21.418,37 -242,96 -1,1% +12,7%
RTS Moskau 757,04 -12,60 -1,6% -4,3%
OBX Oslo 538,98 -0,13 -0,0% +2,9%
PX-GLOB Prag 1.240,95 +1,62 +0,1% +4,8%
OMXS-30 Stockholm 1.446,82 -6,12 -0,4% -1,2%
WIG-20 Warschau 1.859,15 -34,17 -1,8% -19,7%
ATX Wien 2.396,94 +0,67 +0,0% +11,0%
SMI Zuerich 8.818,09 -64,92 -0,7% -1,8%
===


Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com




DJG/mpt/flf/raz




(END) Dow Jones Newswires




December 30, 2015 12:17 ET (17:17 GMT)




Copyright (c) 2015 Dow Jones & Company, Inc.







 
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