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DJ MÄRKTE EUROPA/Gute US-Daten mildern Rezessionsängste


17.02.16 18:01
Dow Jones Newswires



DJ MÄRKTE EUROPA/Gute US-Daten mildern Rezessionsängste




Von Manuel Priego Thimmel




FRANKFURT (Dow Jones)--Nachlassende Wachstumsängste haben Europas Börsen am Mittwoch in Feierlaune versetzt. Die US-Industrieproduktion stieg im Januar um 0,9 Prozent, erwartet wurde nur ein Plus von 0,4 Prozent. Auch stiegen im Januar die US-Erzeugerpreise, Analysten hatten mit einem Rückgang gerechnet. "Die Zahlen mildern die zuletzt an den Märkten herumgeisternden Ängste vor einer US-Rezession", sagte ein Händler. Die Wahrscheinlichkeit eines US-Zinsschritts im März ist nach den Daten wieder gestiegen.




Der DAX gewann 2,7 Prozent auf 9.377 Punkte. Für den Euro-Stoxx-50 ging es 2,7 Prozent auf 2.898 Punkte nach oben. "Die Chancen für eine Bodenbildung an den Aktienmärkten stehen nicht schlecht", sagte Jochen Stanzl von CMC Markets. Die Unsicherheit seit Jahresbeginn habe die Gemüter der Anleger zermürbt, die Stimmung sei auf einem Tiefpunkt. "Wenn jeder aber glaubt, dass die Börsen nur noch fallen werden, dann kann der Zeitpunkt gekommen sein, wo die Kurse in eine Rally übergehen."




Bei den Aktien sei möglicherweise der Abverkauf übertrieben worden, meinte David Lefkowitz, Aktienstratege bei UBS Wealth Management: "Es gab ein schnelles Umschichten in weniger riskante Marktsegmente zuungunsten von Aktien dieses Jahr. Das ging wahrscheinlich zu weit angesichts der konjunkturellen Fundamentaldaten."




Dass EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny vor möglicherweise zu hohen Erwartungen an die Sitzung der EZB im März gewarnt hat, tat der Kauflaune an den Börsen keinen Abbruch. Börsianer erwarten, dass die Zentralbank auf der Sitzung im März zumindest den Einlagensatz um mindestens 10 Basispunkte auf dann minus 0,40 Prozent senken wird.





Dividendenstreichung bei RWE fatales Signal



RWE-Aktien stürzten um 12,4 Prozent ab und belasteten auch Eon, für die es 1,4 Prozent nach unten ging. RWE will vor dem Hintergrund der weiter verschlechterten Ertragsperspektiven in der konventionellen Stromerzeugung keine Dividende zahlen. Händler nannten den Ausfall für die RWE-Stammaktien ein "verheerendes Signal". "Dass die Stammaktionäre von RWE weniger erhalten würden als früher, war natürlich allen am Markt klar. Aber gar keine Dividende, das ist bitter", sagte ein Teilnehmer.




Die Erwartungen hätten bei 50 bis 60 Euro-Cent je Stammaktie gelegen, gestützt vor allem vom Druck der kommunalen Aktionäre, eine Dividende auszuschütten. Diese hätten sich aber offensichtlich nicht durchsetzen können, was große Löcher in die Haushaltskassen von nordrhein-westfälischen Gemeinden reißen dürfte. Auf die Vorzugsaktie will RWE noch 0,13 Cent ausschütten.





Unternehmensergebnisse bewegen Kurse



Bei den Einzelaktien standen eine Reihe von Quartalsdaten im Blick. Mit einem Plus von 13,9 Prozent wurden gute Zahlen von der französischen Credit Agricole honoriert. Vor allem der Verkauf einer 25-prozentigen Beteiligung an Regionalbanken kam gut bei den Anlegern an. Er spült der Bank rund 18 Milliarden Euro in die Kassen. Damit steigt die Kernkapitalquote der Bank über 11 Prozent, was sehr positiv gewertet wurde.




Beiersdorf im DAX verloren nach der Vorlage von Zahlen 2,9 Prozent. Hier wurde der Ausblick als zu vorsichtig gewertet. Händler störten sich aber vor allem an der zum Vorjahr unveränderten Dividende, hier sei mehr erwartet worden. In dem Sinne äußerte sich auch die WGZ-Bank. Das Nettoergebnis sei indes besser als erwartet ausgefallen, gestützt von einer niedrigeren Steuerquote. Adidas-Papiere legten 4,6 Prozent zu. Der Sportartikelhersteller konnte die frühere Chefin von Lululemon Athletica, Christine Day, als Beraterin gewinnen.




BASF stiegen 2,6 Prozent. Hier stand der schon länger erwartete Verkauf der Industrielacke an Akzo Nobel im Blick. BASF erhält 475 Millionen Euro für die Sparte, der Preis liegt nach Aussage eines Marktteilnehmers leicht oberhalb der Markterwartung. Akzo Nobel stiegen um 3,4 Prozent. Die Aktie von Thyssenkrupp gewann 9,3 Prozent nach einer Kaufempfehlung durch die UBS.




Bei Kuka ging es um 1,9 Prozent nach oben. Die Zahlen wurden insgesamt als solide eingestuft. Dass die Aufträge aus der Automobilindustrie nicht mehr so üppig ausfielen, sei bereits in den Schätzungen berücksichtigt worden, hieß es.




Um 9,2 Prozent nach oben sprangen Schneider Electric. Der französische Industriegüterkonzern hat die Dividende erhöht. Ein größerer Gewinneinbruch konnte durch eine verbesserte Marge abgefedert werden und überraschte den Markt positiv.




Am Devisenmarkt gab der Euro leicht auf 1,1140 Dollar nach. Nach den besseren US-Daten zur Industrieproduktion sowie den stärker als erwartet gestiegenen US-Erzeugerpreisen wird eine Leitzinserhöhung im März in den USA wieder wahrscheinlicher. Die Preise sind im Januar um 0,1 Prozent gestiegen, erwartet wurde aber ein Rückgang um 0,2 Prozent. Auch der Anstieg in der Kernrate fiel deutlich höher als prognostiziert aus. Am Abend wird die US-Notenbank das Protokoll der Fed-Sitzung vom 26/27. Januar veröffentlichen.




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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 2.897,72 +76,46 +2,7% -11,3%
Stoxx-50 2.771,95 +63,23 +2,3% -10,6%
Stoxx-600 328,77 +8,40 +2,6% -10,1%
XETRA-DAX 9.377,21 +242,10 +2,7% -12,7%
FTSE-100 London 6.030,32 +168,15 +2,9% -3,4%
CAC-40 Paris 4.233,47 +122,81 +3,0% -8,7%
AEX Amsterdam 414,75 +11,48 +2,8% -6,1%
ATHEX-20 Athen 133,32 +3,59 +2,8% -27,3%
BEL-20 Bruessel 3.376,32 +80,09 +2,4% -8,8%
BUX Budapest 22.846,82 -167,06 -0,7% -4,5%
OMXH-25 Helsinki 3.085,31 +99,06 +3,3% -8,2%
ISE NAT. 30 Istanbul 89.424,97 +2320,26 +2,7% +0,1%
OMXC-20 Kopenhagen 916,78 +21,70 +2,4% -9,6%
PSI 20 Lissabon 4.632,18 +140,41 +3,0% -10,2%
IBEX-35 Madrid 8.364,90 +227,30 +2,8% -12,4%
FTSE-MIB Mailand 17.377,89 +420,05 +2,5% -18,9%
RTS Moskau 735,81 +27,20 +3,8% -2,8%
OBX Oslo 496,84 +21,08 +4,4% -7,8%
PX-GLOB Prag 1.140,89 +21,51 +1,9% -8,1%
OMXS-30 Stockholm 1.374,25 +46,10 +3,5% -5,0%
WIG-20 Warschau 1.847,95 +64,02 +3,6% -0,6%
ATX Wien 2.162,84 +78,13 +3,7% -9,8%
SMI Zuerich 7.946,19 +132,40 +1,7% -9,9%


DEVISEN zuletzt +/- % Di, 9.05 Uhr Di, 18.30 Uhr
EUR/USD 1,1139 -0,30% 1,1173 1,1141
EUR/JPY 127,15 0,27% 126,81 126,91
EUR/CHF 1,1057 0,37% 1,1016 1,1010
GBP/EUR 1,2852 0,71% 1,2762 1,2832
USD/JPY 114,15 0,60% 113,48 113,91
GBP/USD 1,4315 0,37% 1,4262 1,4294
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Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com




DJG/mpt/raz




(END) Dow Jones Newswires




February 17, 2016 12:01 ET (17:01 GMT)




Copyright (c) 2016 Dow Jones & Company, Inc.







 
Werte im Artikel
34,20 plus
+0,59%
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27.715 plus
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12.996 plus
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9,97 minus
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-0,38%
0,76 minus
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9,95 minus
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-1,44%
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83,14 minus
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-1,62%
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-1,80%
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-2,19%
131,00 minus
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