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STOXX Europe 600 Price Index (EUR)

WKN: 965820 / ISIN: EU0009658202

DJ MÄRKTE EUROPA/G-20-Treffen enttäuscht und belastet Börsen


29.02.16 12:39
Dow Jones Newswires



DJ MÄRKTE EUROPA/G-20-Treffen enttäuscht und belastet Börsen




FRANKFURT (Dow Jones)--Abwärts geht es am Montag an Europas Börsen. Der G20-Gipfel am Wochenende in Schanghai hat die Erwartungen der Marktakteure nicht erfüllt, die Enttäuschung schlägt sich in fallenden Aktienkursen nieder. Die Hoffnung auf einen größeren Wurf auf dem Gipfel hatte in der Vorwoche neben steigenden Ölpreisen die Börsen nach oben getrieben, den DAX beispielsweise an den vergangenen beiden Handelstage um knapp 4 Prozent. Schon die Börsen in Asien haben negativ auf das G20-Treffen reagiert, in China fiel der Leitindex um knapp 3 Prozent.




Der DAX büßt am Mittag 1,5 Prozent auf 9.371 Punkten ein. Der Euro-Stoxx-50 verliert 1,1 Prozent auf 2.896 Punkte. Dass sich die Aktienkurse zumindest von ihren Tagestiefs etwas lösen konnten ist der chinesischen Notenbank zu verdanken. Sie hat den Satz für die Mindestreserveanforderungen leicht gesenkt und will damit die Kreditvergabe in China ankurbeln, was wiederum die Konjunktur stützen soll.




Risiken vermeiden lautet in dieser Gemengelage wieder einmal die Parole, von der am Devisenmarkt der Yen als sicherer Hafen profitiert. Japans Währung wertet zum US-Dollar und zum Euro auf. Der Euro gibt zum Dollar nach auf 1,0890. Im Tageshoch wurde die Gemeinschaftswährung noch mit 1,0963 Dollar bezahlt.




Bundesanleihen legen als vermeintlich sicherer Hafen ebenso zu wie der Yen. Der Terminkontrakt auf Bundesanleihen mit Fälligkeit im März ist nochmals auf ein Rekordhoch gestiegen. Die Rendite zehnjähriger Papiere, die sich umgekehrt zum Kurs entwickelt, hat auf 0,11 Prozent nachgegeben. Alle Laufzeiten inklusive neun Jahre rentieren bereits negativ.




Belastend für die Finanzmärkte und vor allem den Euro wirken auch deflationäre Gefahren. In der Eurozone sind die Verbraucherpreise im Februar im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozent zurückgegangen und nicht wie gedacht unverändert geblieben. Im Januar waren sie noch um 0,3 Prozent gestiegen. Damit nimmt der Druck auf die Europäische Zentralbank zu, auf der Sitzung in der kommenden Woche weitere Maßnahmen gegen die geringe, teils negative Teuerung zu ergreifen.





Nur "Tamtam" auf dem G-20-Gipfel



Beim G20-Treffen in Schanghai sei außer "Tamtam" nichts herausgekommen, stellt Währungsstratege Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank fest. "Das G20-Treffen ist ereignislos verlaufen und reicht nicht aus, um das Sentiment für die Schwellenländer zu drehen", kommentiert die Societe Generale. Die Erklärung der 20 Staaten, Währungsabwertungen aus Wettbewerbsgründen als nicht wünschenswert zu bezeichnen, sei schwach und weit entfernt von koordinierten Aktionen im Bedarfsfall.




Die in den vergangenen Monaten stark geschrumpften chinesischen Währungsreserven haben am Markt die Besorgnis ausgelöst, dass Peking in den kommenden Monaten gezwungen sein könnte, den Yuan vollständig freizugeben. Eine unkontrollierte Abwertung des Yuan könnte nach Einschätzung von Marktteilnehmern für erhebliche Verunsicherung und damit Abgabedruck an den Börsen sorgen.





Einstieg von Chinesen treibt Manz hoch



Am deutschen Aktienmarkt sorgen Manz mit einem Kursplus von 13 Prozent für Furore. Der Produzent von Spezialmaschinen bekommt einen neuen Großaktionär. Die Shanghai Electric Group will über eine Kapitalerhöhungen bei Manz einsteigen und rund ein Drittel an dem Unternehmen erwerben. Unklar ist noch, ob die Chinesen auch die Mehrheit an dem Unternehmen übernehmen. Ein Angebot für eine Mehrheit müssten sie bei einem Anteil von mindestens 30 Prozent unterbreiten.




Ansonsten halten sich Automobilaktien vergleichsweise gut. BMW legen um 0,6 Prozent zu, VW sogar um 1,7 Prozent zu. Händler begründen die stabilen Kurse mit dem nachgebenden Euro. Auch die Papiere von Leoni, Rheinmetall und Kuka als Zulieferer der Autohersteller legen zwischen 0,8 und 4,2 Prozent zu.




Aktien der Kupferschmelze Aurubis verteuern sich um 1,9 Prozent, nachdem die Berenberg Bank zum Kauf der Aktie geraten hat. Nach der Dividendenkürzung des Modekonzerns Gerry Weber vom Freitag, welche die Aktie stark unter Druck gesetzt hatte, verliert der Kurs weitere 6,6 Prozent.




Vom Ölmarkt kommen keine stärkeren Impulse. Die Ölpreise zeigen sich auf dem Niveau vom späten Freitag in den USA wenig verändert. Auch beim Gold tut sich wenig.




Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com




DJG/bek/gos




(END) Dow Jones Newswires




February 29, 2016 06:39 ET (11:39 GMT)




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