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DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen legen wieder zu - Kurseinbruch bei RWE


17.02.16 10:26
Dow Jones Newswires



DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen legen wieder zu - Kurseinbruch bei RWE




FRANKFURT (Dow Jones)--Nach der Atempause am Dienstag geht es an den europäischen Börsen am Mittwoch schon wieder stärker aufwärts. Gute Vorgaben stützen, auch wenn die RWE-Aktie im DAX einbricht, nachdem der Versorger mit einem Dividendenausfall für Aufsehen sorgt. Der US-Futures auf den S&P-500-Index habe am Vorabend erneut die 1.875er-Marke von oben getestet und damit eine gute Grundlage für weitere Kursgewinne geschaffen, heißt es zur guten Stimmung. Auch vom US-Markt für Hochzinsanleihen kämen erstmals seit langem wieder positive Signale.




Der DAX gewinnt 1,2 Prozent auf 9.242 Punkte, der Euro-Stoxx-50 steigt um 1,1 Prozent auf 2.852 Punkte. "Die Chancen für eine Bodenbildung an den Aktienmärkten stehen nicht schlecht", sagt Jochen Stanzl von CMC Markets. Die Unsicherheit seit Jahresbeginn habe die Gemüter der Anleger zermürbt, die Stimmung sei auf einem Tiefpunkt. "Wenn jeder aber glaubt, dass die Börsen nur noch fallen werden, dann kann der Zeitpunkt gekommen sein, wo die Kurse in eine Rally übergehen", sagt Stanzl.




Bei den Aktien sei möglicherweise der Abverkauf übertrieben worden, meint David Lefkowitz, Aktienstratege bei UBS Wealth Management: "Es gab ein schnelles Umschichten in weniger riskante Marktsegment zuungunsten von Aktien dieses Jahr. Das ging wahrscheinlich zu weit angesichts der konjunkturellen Fundamentaldaten".





Dividendenstreichung bei RWE fatales Signal



RWE stürzen um 9,2 Prozent ab auf 10,75 Euro und zogen zunächst auch Eon mit nach unten. Inzwischen liegt der Kurs des Konkurrenten wieder leicht im Plus. Auch die anderen Versorger in Europa leiden kaum unter der RWE-Misere. Der Sektorindex gibt um 0,6 Prozent nach. Händler nennen den Ausfall der Dividende für die RWE-Stammaktien ein "verheerendes Signal". "Dass die Stammaktionäre von RWE weniger erhalten würden als früher, war natürlich allen am Markt klar. Aber gar keine Dividende, das ist bitter", sagt ein Teilnehmer.




Die Erwartungen hätten bei 50 bis 60 Euro-Cent je Stammmaktie gelegen, gestützt vor allem vom Druck der kommunalen Aktionäre, eine Dividende auszuschütten. Diese hätten sich aber offensichtlich nicht durchsetzen können, was große Löcher in die Haushaltskassen von nordrhein-westfälischen Gemeinden reißen dürfte. Auf die Vorzugsaktie will RWE noch 0,13 Cent ausschütten.





Notenbanken im Blick



Gemischte Signale gibt es von den Notenbanken. Dass EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny vor möglicherweise zu hohen Erwartungen an die Sitzung der EZB im März gewarnt hat, scheint der Kauflaune aber keinen Abbruch zu tun. Börsianer erwarten, dass die EZB auf der Sitzung im März zumindest den Einlagensatz um mindestens 10 Basispunkte auf dann minus 0,40 Prozent senken wird.




Von Fed-Mitglied Rosengren kommt derweil der Rat, die US-Notenbank solle bei Zinserhöhungen zurückhaltend sein, wenn der wirtschaftliche Ausblick unsicher sei. Händler werten dies als positiv und warten gespannt auf des Protokoll der Fed-Sitzung vom Januar, das am Abend vorgelegt wird.





Unternehmensergebnisse bewegen Kurse



Bei den Einzelaktien stehen eine Reihe von Quartalsdaten im Blick. Mit einem Plus von 9 Prozent werden gute Zahlen von der französischen Credit Agricole honoriert. Vor allem der Verkauf einer 25-prozentigen Beteiligung an Regionalbanken kommt gut an. Er spült der Bank rund 18 Milliarden Euro in die Kassen. Damit steigt die Kernkapitalquote der Bank über 11 Prozent, was derzeit sehr positiv gewertet wird.




Beiersdorf im DAX verlieren nach der Vorlage von Zahlen 1,1 Prozent. Hier wird der Ausblick als zu vorsichtig gewertet. Bei Kuka geht es um 1,2 Prozent nach oben. Die Zahlen werden insgesamt als solide eingestuft. Dass die Aufträge aus der Automobilindustrie nicht mehr so üppig ausfielen, sei bereits in den Schätzungen berücksichtigt worden, heißt es. BASF legen um 0,5 Prozent zu. Hier stützt etwas der schon länger erwarteten Verkauf der Industrielacke an Akzo Nobel. BASF erhält 475 Millionen Euro für die Sparte, der Preis liegt nach Aussage eines Marktteilnehmers leicht oberhalb der Markterwartung. Akzo Nobel steigen um 1,2 Prozent.




Um fast 9 Prozent nach oben springen Schneider Electric. Der französische Industriegüterkonzern erhöht die Dividende. Ein größerer Gewinneinbruch konnte durch eine verbesserte Marge abgefedert werden und überrascht den Markt positiv.




Im SDAX steigt der Kurs von Stabilus um 0,9 Prozent. Das Unternehmen hat nach dem ersten Quartal 2015/2016 die Gewinnprognose für das Gesamtjahr um 20 auf 680 Millionen Euro erhöht.




Die Ölpreise erholen sich unterdessen etwas von ihren frühen Tagestiefs und stellen kein Störfeuer dar. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI liegt knapp über 29 Dollar. Der Beschluss zum Einfrieren der Produktion einiger Ölförderer vom Dienstag wird weiter skeptisch gesehen. Auch weil als Referenzwert die Förderung im Januar dient, die mit über 10 Millionen Barrel pro Tag das höchste historische Produktionsniveau darstellt.




Belastend wirken auch Aussagen des Iran, sich nicht an diesen Maßnahmen beteiligen zu wollen. Der Öl-Sektor ist in Europa neben den Versorgern der einzige Verlierer und fällt um 0,2 Prozent.





DEVISEN zuletzt +/- % Di, 9.05 Uhr Di, 18.30 Uhr
EUR/USD 1,1145 -0,25% 1,1173 1,1141
EUR/JPY 126,92 0,09% 126,81 126,91
EUR/CHF 1,1024 0,07% 1,1016 1,1010
GBP/EUR 1,2820 0,45% 1,2762 1,2832
USD/JPY 113,90 0,37% 113,48 113,91
GBP/USD 1,4289 0,19% 1,4262 1,4294

ROHOEL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD
WTI/Nymex 29,17 29,04 0,45 0,13
Brent/ICE 32,38 32,18 0,62 0,20

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD
Gold (Spot) 1.203,25 1.197,90 +0,4% +5,35
Silber (Spot) 15,19 15,23 -0,2% -0,04
Platin (Spot) 933,54 930,49 +0,3% +3,05
Kupfer-Future 2,05 2,05 +0,0% +0,00



Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com




DJG/mod/gos




(END) Dow Jones Newswires




February 17, 2016 04:26 ET (09:26 GMT)




Copyright (c) 2016 Dow Jones & Company, Inc.







 
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