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DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen holen dank Ölpreis und Euro Verluste auf


29.02.16 18:15
Dow Jones Newswires



DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen holen dank Ölpreis und Euro Verluste auf




Von Benjamin Krieger




FRANKFURT (Dow Jones)--Europas Börsen haben sich am Montag nach anfänglichen Verlusten wieder erholt. Zwar schloss der DAX 0,2 Prozent schwächer bei 9.495 Punkten. Am Vormittag lag der Index jedoch knapp 2 Prozent tiefer. Ein Händler begründete die Erholung mit dem Ölpreis: "Brent-Öl hat heute im Tagestief die Marke von 35 Dollar getestet und danach wieder um drei Prozent zugelegt." Auf die eklatante Ölpreisschwäche am Freitagabend sei keine weitere Verkaufswelle gefolgt. "Wie eigentlich zu befürchten gewesen wäre", fügte der Händler hinzu. Am Abend kostete ein Barrel der Sorte Brent 36,50 Dollar.




Der Euro-Stoxx-50 stieg um 0,6 Prozent auf 2.946 Zähler. Aus Paris, Mailand, Madrid, Amsterdam und Wien meldeten die Börsen Kursgewinne. Auch der zu Dollar und Yen nachgebende Euro wirkte stützend für die europäischen Börsen. Beobachter begründeten die Kurserholung auch mit zunehmenden Erwartungen an die Sitzung der Europäischen Zentralbank in der kommenden Woche.




Auslöser dieser Erwartungen waren überraschend schwache Preisdaten aus der Eurozone. Die Verbraucherpreise sind im Februar zurückgegangen, erwartet worden war dagegen eine Stagnation. Damit wächst der Druck auf die EZB, auf der nächsten Sitzung weitere Maßnahmen gegen die geringe, teils negative Teuerung zu ergreifen. "Die EZB dürfte sich in ihrem Vorhaben bestätigt sehen, weitere Lockerungsschritte vorzunehmen", sagt Ralf Umlauf von der Helaba.




Das lastete auf dem Euro, der zum Dollar mit 1,0858 auf den niedrigsten Stand seit Anfang Februar gefallen ist. Noch deutlich stärker wertete die Gemeinschaftswährung zum Yen ab: Sie fiel am Nachmittag nochmals punktgenau auf das Dreijahreshoch vom Mittwoch von 122,445 Yen.





Nur "Tamtam" auf dem G20-Gipfel



Am Vormittag hatte noch Enttäuschung über den Ausgang des G20-Treffens am Wochenende in Schanghai die Aktienmärkte belastet. Dort sei außer "Tamtam" nichts herausgekommen, stellte Währungsstratege Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank fest. "Das G20-Treffen ist ereignislos verlaufen", konstatierte auch die Societe Generale. Der Gipfel habe keinerlei Signale der Entspannung für die Schwellenländer ausgesendet.




Bundesanleihen legten als vermeintlich sicherer Hafen ebenso zu wie der Yen. Der Terminkontrakt auf Bundesanleihen mit Fälligkeit im März ist nochmals auf ein Rekordhoch gestiegen. Die Rendite zehnjähriger Papiere, die sich umgekehrt zum Kurs entwickelt, hat auf 0,11 Prozent nachgegeben. Alle Laufzeiten inklusive neun Jahre rentieren bereits negativ.





Einstieg von Chinesen treibt Manz-Aktie hoch



Am deutschen Aktienmarkt machten Manz-Aktien mit einem Kursplus von 12,4 Prozent Furore. Der Produzent von Spezialmaschinen bekommt einen neuen Großaktionär. Die Shanghai Electric will über eine Kapitalerhöhung bei Manz einsteigen und rund ein Drittel an dem Unternehmen erwerben. Unklar ist noch, ob die Chinesen auch die Mehrheit an Manz übernehmen. Denn bei einem Anteil von mindestens 30 Prozent müssten die Chinesen ein Angebot an alle Aktionäre unterbreiten.




Kuka stiegen im Fahrwasser von Manz um 7 Prozent. Anfang Februar hatte die chinesische Midea Group ihren Anteil am Roboterhersteller auf über 10 Prozent erhöht. Daneben hielten sich Automobilaktien gut. BMW legten um 1,7 Prozent zu, VW sogar um 4 Prozent. Händler begründeten die stabilen Kurse mit dem nachgebenden Euro. Auch die Papiere des Zuliefereres Leoni gewannen 4,5 Prozent.




Aktien der Kupferschmelze Aurubis verteuerten sich um 2,9 Prozent, nachdem die Berenberg Bank zum Kauf der Aktie geraten hatte. Nach der Dividendenkürzung des Modekonzerns Gerry Weber vom Freitag, welche die Aktie stark unter Druck gesetzt hatte, verlor der Kurs weitere 4,9 Prozent. Stada büßten 1,7 Prozent ein. Der Generikahersteller hat im vergangenen Jahr beim operativen Gewinn schwächer abgeschnitten als erwartet, sagten Händler.




In London büßten AstraZeneca 2,3 Prozent ein. Der Pharmakonzern muss bei einer Versuchsreihe für ein Medikaments zur Behandlung einer seltenen Krebsart das Handtuch werfen. Klinische Versuche hätten die Ziele nicht erreicht, teilte der Konzern mit.





Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Euro-Stoxx-50 2.945,75 +16,59 +0,6% -9,8%
Stoxx-50 2.798,19 +13,59 +0,5% -9,7%
Stoxx-600 333,92 +2,38 +0,7% -8,7%
XETRA-DAX 9.495,40 -17,90 -0,2% -11,6%
FTSE-100 London 6.097,09 +1,08 +0,0% -2,3%
CAC-40 Paris 4.353,55 +38,98 +0,9% -6,1%
AEX Amsterdam 427,27 +4,61 +1,1% -3,3%
ATHEX-20 Athen 140,06 +3,70 +2,7% -23,6%
BEL-20 Bruessel 3.371,82 +1,22 +0,0% -8,9%
BUX Budapest 23.327,94 -329,85 -1,4% -2,5%
OMXH-25 Helsinki 3.131,49 +2,22 +0,1% -6,8%
ISE NAT. 30 Istanbul 93.244,75 +1114,86 +1,2% +4,3%
OMXC-20 Kopenhagen 947,68 +0,65 +0,1% -6,6%
PSI 20 Lissabon 4.710,39 +56,89 +1,2% -10,3%
IBEX-35 Madrid 8.461,40 +112,20 +1,3% -11,4%
FTSE-MIB Mailand 17.623,07 +139,31 +0,8% -17,7%
RTS Moskau 768,80 +11,35 +1,5% +1,6%
OBX Oslo 512,18 +4,97 +1,0% -5,0%
PX-GLOB Prag 1.113,06 -8,71 -0,8% -10,3%
OMXS-30 Stockholm 1.372,54 +1,74 +0,1% -5,1%
WIG-20 Warschau 1.824,08 -20,49 -1,1% -1,9%
ATX Wien 2.154,34 +8,46 +0,4% -10,1%
SMI Zuerich 7.843,63 -33,40 -0,4% -11,1%

DEVISEN zuletzt +/- % Mo, 8.25 Uhr Fr, 17.18 Uhr
EUR/USD 1,0867 -0,78% 1,0951 1,0923
EUR/JPY 122,70 -0,89% 123,79 124,41
EUR/CHF 1,0830 -0,71% 1,0907 1,0902
GBP/EUR 1,2803 1,02% 1,2674 1,2701
USD/JPY 112,92 -0,10% 113,03 113,90
GBP/USD 1,3914 0,22% 1,3884 1,3872



Kontakt zum Autor: benjamin.krieger@dowjones.com




DJG/bek/cln




(END) Dow Jones Newswires




February 29, 2016 12:15 ET (17:15 GMT)




Copyright (c) 2016 Dow Jones & Company, Inc.







 
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