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Mi, 23. September 2020, 15:06 Uhr

Wirecard

WKN: 747206 / ISIN: DE0007472060

1 Vergleich und 3 erschreckende Parallelen zwischen der Steinhoff-Aktie und der Wirecard-Aktie


30.07.20 08:30
Motley Fool

Steinhoff (WKN: A14XB9) wird derzeit gleich von mehreren Umständen hart getroffen. So kämpft das Unternehmen seit Ende 2017 (nach der Aufdeckung eines milliardenschweren Bilanzbetrugs) um sein Überleben und muss nun zusätzlich die Folgen der COVID-19-Krise bewältigen. Sie trifft den stationären Handel ganz besonders, weil viele Menschen nun noch mehr über das Internet, beispielsweise über Amazon (WKN: 906866) oder eBay (WKN: 916529), einkaufen.


Hohe Schulden und Verluste

Die Krise hat viele Trends noch einmal deutlich verstärkt. Dies sind keine guten Nachrichten für Steinhoff, um seinen Schuldenberg, der Ende September 2019 etwa 10,4 Mrd. Euro betrug, abzutragen. Um diese Aufgabe bewältigen zu können, müsste der Möbelhändler möglichst hohe Gewinne erzielen.


Infolge der Krise sind diese aber kaum möglich. So musste Steinhoff auch für das vergangene Geschäftsjahr einen Verlust in Höhe von 1.844 Mio. Euro (Vorjahr: -1.192 Mio. Euro) ausweisen. Und für das aktuelle Berichtsjahr besteht ebenfalls nicht viel Hoffnung auf schwarze Zahlen.


Steinhoff bietet seinen Klägern einen Vergleich an

Neben dem Problem des hohen Schuldenberges haben viele Aktionäre den Konzern auf Schadenersatz verklagt, für den er nun einen Vergleich anstrebt. Die Geschädigten werden ihm allerdings wahrscheinlich nur unter Zähneknirschen zustimmen, denn Steinhoff offeriert mit 850 Mio. Euro nur etwa 12,1 % der geforderten 7 Mrd. Euro.


Dabei sollen 50 % der Summe in bar und weitere 50 % über eine Aktienbeteiligung an der Tochtergesellschaft Pepkor beglichen werden. An dieser hält die Steinhoff-Holding derzeit etwa 70 %. Der Jurist und aktuelle Vorstandsvorsitzende Louis du Preez sieht in dem Vorschlag ein faires Angebot und wahrscheinlich hat er damit recht.


Selbst wenn Steinhoff wieder profitabel werden sollte und seinen gesamten Gewinn an seine Kläger abführen würde, wären 7 Mrd. Euro wahrscheinlich erst in 15 oder mehr Jahren abbezahlt.  Angesichts der aktuellen Situation erscheint dieses Ziel als aussichtslos. Die Kläger könnten das Angebot deshalb am Ende akzeptieren, denn es ist besser als die Alternative: Insolvenz und Totalverlust.


Wer die Fälle der Steinhoff- und Wirecard (WKN: 747206)-Aktie einmal vergleicht, entdeckt erstaunliche Parallelen. Hierfür ein paar Beispiele.


1. Kaschierung eines wenig profitablen Kerngeschäftes

Sowohl Steinhoff als auch Wirecard hatten vor der Manipulation ihrer Zahlen Probleme im Kerngeschäft. Um diese zu kaschieren, begannen sie mit dem Erfinden von Umsätzen.


Steinhoff verlegte zusätzlich seinen Sitz nach Südafrika und ging 1998 in Johannesburg an die Börse. Nach heutigem Stand begann der Konzern nur wenige Jahre später (2002) mit ersten Scheinbuchungen.


Auch Wirecards Europageschäft litt unter hohem Wettbewerbsdruck und war wenig profitabel. Mithilfe des Asiengeschäfts begannen die Beteiligten dann Umsätze zu erfinden.


2. Viele Tochtergesellschaften und ein undurchsichtiges Firmengeflecht 

Steinhoff gründete im Laufe der Zeit immer mehr Tochtergesellschaften, mit deren Hilfe Scheinumsätze generiert wurden.


Ähnlich verlief es bei Wirecard. Die Gesellschaft besaß so viele Töchter, dass selbst die Aufsichtsbehörden den Überblick verloren. So wusste beispielsweise die BaFin nicht, ob sie Wirecard als Technologie- oder Finanzunternehmen einstufen sollte.


Komplexe und undurchsichtige Firmenstrukturen scheinen also häufig die Grundlage für einen Betrug zu legen.


3. Wirtschaftsprüfer finden keine Unklarheiten

Eine weitere Parallele in beiden Fällen ist das Verhalten der Wirtschaftsprüfer. Scheinbar erst als es gar nicht mehr anders ging, verweigerten sie den Abschlüssen ihr Testat. Da bei allen großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften derartige Fälle auftraten, handelt es sich scheinbar nicht um ein Unternehmens-, sondern ein Problem der Branche. So hat Deloitte viele Jahre Steinhoffs Berichte geprüft, während dies bei Wirecard Ernst&Young übernahm.


Die wirkungsvolle Prüfung scheint an einem grundlegenden Konstruktionsproblem zu scheitern, denn die Prüfer werden durch das Unternehmen entlohnt, das sie kritisch beurteilen sollen. Nach dem Aufdecken der Skandale sind sie dann allerdings plötzlich in der Lage, viele Jahre zurückliegende Buchungen nachzuvollziehen und genau festzustellen, wann der Betrug begann. Dies passt nicht zusammen.


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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon und eBay und empfiehlt die folgenden Optionen: Short January 2022 $1940 Call auf Amazon und Long January 2022 $1920 Call auf Amazon, Long January 2021 $18 Call auf eBay und Short January 2021 $37 Call auf eBay.


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