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Di, 11. August 2020, 12:57 Uhr

Wirecard

WKN: 747206 / ISIN: DE0007472060

Wirecard – was bleibt jetzt noch?


27.06.20 08:02
Feingold-Research

123 Millionen Aktien bei einem Kurs von 1,40 Euro – nur noch rund 170 Millionen Börsenwert bleiben von Wirecard, das einst einmal 20 Milliarden schwer war. Der Pennystock-Status könnte schon kommende Woche erreicht sein. In unserem Börsendienst werden wir Wirecard nur noch am Rande besprechen, da wir sowohl im aktiven Handel, sprich Trading im Turbo-Dienst, als auch im Investmentbereich auf andere, vielversprechende Aktien setzen. Wir laden dazu alle Wirecard-Fans / Geschädigte oder auch jene, die neu durchstarten wollen, in unseren Börsendienst ein. Dies ist für ein Jahr möglich, aber auch einfach für vier Wochen. An diesem Wochenende bieten wir unseren Basic-Trainingstag zur Vermögenssteuerung an (ab Samstag Mittag bei uns auch als Modul, sprich Aufzeichnung, zu erwerben), nachdem man weiß, wie man Fehler wie bei Wirecard nicht wiederholt, wie ein Depot, ein Trade, ein Investment aufgestellt sein muss.




Dabei geht es nicht darum, Wirecard-Geschädigten mit Häme oder Besserwisserei zu begegnen. Aus Wirecard kann man, muss man sogar, lernen und ab jetzt besser, anders traden und investieren. Aber – diejenigen, die jetzt rausgehen und behaupten, zu 100% gewusst zu haben, was passiert, die erzählen leider Unsinn. Denn die Wahrheit ist – auch wir hatten gemahnt, gewarnt und ein mulmiges Gefühl. Schon 2019. Schon 2018. Siehe unser Video nach der großen Investmentkonferenz und der persönlichen Begegnung mit Markus Braun Januar 2019. Nur – wann die Bombe platzt und ob es nachweisbar wäre und wie lange EY wegschauen würde – das konnte niemand wissen. Und es hätte auch 2020 nochmal gutgehen können, so wie es immer gutgegangen war. Zur Erinnerung – seit 2005 gab es Vorwürfe, immer wieder. Daher sind Besserwisserei oder Häme jetzt fehl am Platz.




Wir finden - Fassungslosigkeit, Entsetzen und Ratlosigkeit – die Causa Wirecard zeigt sich für private Anleger in vielen Facetten. Börsianer sitzen alle in einem Boot, niemand kann ernsthaft gut finden, was mit Wirecard passiert ist. Für private Anleger kann aus dem Scherbenhaufen aber etwas Gutes entstehen.




Denn ein einstmals hoffnungsvolles Unternehmen aus Aschheim hat der deutschen Aktienkultur einen schweren Schlag versetzt. Als dankbare und unsichtbare Helfer fungierten der Wirtschaftsprüfer EY, mitunter die Finanzaufsicht, aber auch viele sogenannte Sell-Side-Analysten. Jene Analysten, von denen man gerne tolle Kursziele liest, die sich aber oft im Marketing-Stil zu einer Aktie äußern. Bei Wirecard schwammen sehr viele auf der Euphoriewelle ganz oben.




So hat sich auch die aktive Fondsbranche bei Wirecard in Grund und Boden blamiert. Allen voran die DWS, deren Starfondsmanager Tim Albrecht nach dem Debakel zu verschleiern versucht, dass er bei Wirecard noch aggressiver gezockt hat als viele so oft geschmähte Privatanleger. Die wiederum haben ihr Vertrauen in das relativ junge DAX-Unternehmen vielfach auf das große Bekenntnis der DWS und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY gestützt. Auch gegen EY behalten sich viele Adressen Klagen vor, doch moralisch ist der Schaden weitaus größer. Ab sofort wird sich jeder Anleger bei Unternehmen mit zweifelhaftem Ruf die Frage stellen, ob ein Testat von EY das Papier wert ist, auf dem es steht. Just EY war für viele Neulinge am Kapitalmarkt das Argument, Wirecard zu halten und aufzustocken, jahrelang. Denn das Testat eines Prüfers wirkte wie ein Gütesiegel.




Vielen privaten Anlegern kann man den Vorwurf machen, zu sehr auf Wirecard gesetzt zu haben. Die Aktie war verglichen zu ihrem Gewicht im DAX exorbitant hoch gehandelt bei Kleinanlegern, agierend dabei mit oder ohne Hebel. In vielen Depots lag sie mit einem Anteil von zehn Prozent oder mehr, bei Facebook besprachen Gruppen jahrelang nur diese einzige Aktie. Wer in die USA blickt mit dem neuen Phänomen Robinhood, bei dem Millionen junger US-Anleger teils auf hoch spekulative Aktien mit Hebel handeln, findet das Phänomen nicht nur in Deutschland. Social Media multipliziert die Spekulation in heißen Basiswerten, auch beim Bitcoin war dies klar zu sehen. Nun ist allerdings ein konstruktiver Ansatz gefragt und keine Häme jenen gegenüber, die mit Wirecard auf die Nase gefallen sind. Wer Markus Braun einmal persönlich erlebt hat und Wirecard lange verfolgt, hatte immer ein mieses Bauchgefühl. Bloß steht zwischen Bauchgefühl und Betrugsnachweis eine hohe Hürde und diese hätte auch erst 2021 oder weit später übersprungen werden können. Mit anderen Worten – niemand wusste genau, wann die Bombe platzt.




Jeder Anleger macht Fehler an der Börse, doch man kann aus ihnen lernen. Die Grundzüge eines sinnvollen Depotaufbaus haben viele Anleger nicht beachtet, doch man kann diese Unwucht korrigieren. In ein gut strukturiertes Depot gehören ganze Märkte und Regionen, Branchen und die sogenannten Trend-Märkte der Zukunft. Man kann sich ein solches Depot vorstellen wie die bekannte Ernährungspyramide. ETFs oder Indexzertifikate machen mit mindestens 50 Prozent die Basis des Depots aus. Die andere Hälfte darf man durchaus zum großen Teil mit breit gestreuten Aktien oder Anlagezertifikaten bestücken. Nur die oberen zehn Prozent, in Ausnahmefällen etwas mehr, sollten zum puren Zocken mit Hebel genutzt werden. Dazu gehört auch eine Aktie wie Wirecard, denn ihre Volatilität sagte seit Jahren aus, dass wirklich alles passieren konnte mit dem Titel. Von Kursexplosion bis Insolvenz. Diese Volatilität lag seit Jahren in völlig anderen Sphären als die Schwankungserwartung bei SAP oder Henkel. Das Risiko fuhr bei Wirecard also immer mit.




Mit dem schwarzen Donnerstag bei Wirecard kamen jedoch auch noch andere Schwächen ans Tageslicht. So erfuhren viele Anleger neben dem Umstand des Absturzes ihrer Lieblingsaktie noch die Schwächen ihres Onlinebrokers. Onvistabank und DKB waren über lange Zeit nicht erreichbar und Anleger konnten ihre ohnehin schon lädierten Aktien nicht verkaufen. Auch beim Newcomer TradeRepublic war wenig Lob für die Handelsqualität zu vernehmen. Auch die richtige Wahl des Brokers ist in diesen Tagen essentiell, dies merkte man schon beim DAX-Absturz im März oder in den Vorjahren beim Brexit. Zeit für einen Neustart nach Wirecard ist es also für all die, die das Fiasko zielführend nutzen wollen. Das Jahr 2020 kann ein guter Zeitraum sein.



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