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Di, 16. Juli 2019, 2:24 Uhr

Steigende Risiken für Schwellenländer-Anleihen?


25.05.19 06:45
Börse Stuttgart AG

Euwax bonds

Nach Einschätzungen von Experten mehrten sich zuletzt die Risiken für Anleihen aus Schwellenländern. Damit scheinen sie eine weit verbreitete Ansicht zu bestätigen, wonach insbesondere Unternehmensanleihen aus Schwellenländern mit einem höheren Risiko verbunden sind.
Im Blickfeld steht dabei vor allem die Volksrepublik China. Von dort trafen kürzlich überraschend schwache Daten zu Einzelhandelsverkäufen und zur Industrieproduktion ein, vom Dauerthema des Handelskonflikts ganz zu schweigen. Dabei wird gar die Zuverlässigkeit der Statistiken mancherorts angezweifelt, da die Auswirkungen der sogenannten Schattenbanken, die außerhalb des offiziellen Finanzsektors agieren, schwer einsehbar sind.
Auch die Verschuldung des Landes lässt sich von außen schwer einschätzen. Ebenfalls kritisch gesehen wird in letzter Zeit Brasilien. Unter dem neuen, rechtspopulistischen Präsidenten Bolsonaro schwinde wohl das Vertrauen in dessen wirtschaftliche Pläne. Auch der weitere politische Kurs sorgt keineswegs für Verlässlichkeit und Sicherheit im Hinblick auf Investitionen.
Für die Schwellenländer spricht hingegen die Tatsache, dass die meisten Staaten – abgesehen von der Türkei und Argentinien – die dortige Inflation im Griff haben. Auch lagen die Ausfallquoten von Unternehmensanleihen in Schwellenländern in den letzten zwei Jahren unter denen der USA. Dies lässt sich auch im ersten Quartal 2019 beobachten. Zudem können Unternehmen mit Hauptgeschäftstätigkeit in Schwellenländern über dieselbe finanzielle Solidität verfügen wie ihre Pendants in Industrieländern.
Wenngleich derzeit politische und konjunkturelle Risiken womöglich zunehmen, kann es sich bei Anleihen aus Schwellenländern dennoch um infrage kommende Investitionsmöglichkeiten handeln – insbesondere, um dem Faktor der Diversifikation Rechnung zu tragen.

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