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Di, 11. August 2020, 11:42 Uhr

Allianz

WKN: 840400 / ISIN: DE0008404005

Nikola oder doch besser Allianz?


15.06.20 07:36
Feingold-Research

Jede Börsenphase hat Aktien, deren Performance bildlich für die Marktlage stehen. Im Sommer 2019 waren es Beyond Meat und später natürlich Tesla, die innerhalb von Wochen auf über 1000 Dollar stieg. Nun sehen wir einen neuen Bullenmarkt und im Zentrum steht Nikola. Nikola will die “Tesla für LKWs” werden und legt dabei das Augenmerk auf Wasserstoff. Zunächst soll es eine Kombination aus Batterie- und Brennstoffzelle geben, später soll die Brennstoffzelle alleine für den Antrieb des Elektromotors sorgen und damit Güter mit alternativen Energien durch die Welt befördern. 


Gleich vorweg: Wir halten die Bewertung von Nikola für irrwitzig und raten vor dem Aktienkauf zum jetzigen Kurs dringend ab. Übrigens ist die Rally bei Nikola auch unter dem Phänomen Robinhood zu betrachten. Der gebührenfreie US-Broker zieht derzeit viele Börsenneulinge an, die um jeden Preis die “Rally jagen” und in der vergangenen Woche reichlich Lehrgeld bezahlt haben. Also doch besser Allianz kaufen, stellvertretend für Qualität? In der aktuellen Phase meinen wir – ja!


Denn mancher Börsianer wird sich wundern, wo Nikola auf einmal überhaupt herkam. Der Börsengang geschah über den Umweg eines Reverse Merger. Nikola verschmolz der Firma VectoIQ, die schon börsennotiert waren, womit sich Nikola einen Zeit-und kostenintensiven klassischen IPO sparte. Nach der Erstnotierung verdoppelte sich der Kurs von 40 Dollar schnell auf 80 Dollar, womit Nikola FIAT hinter sich lässt und mit 34 Milliarden US-Dollar bewertet wird. Zeitweise lag Nikola dabei über der Notierung von Ford. Diese Zahlenspiele kennen Sie bereits von Tesla. Dort liess man ebenfalls reihenweise traditionelle Autobauer in der Bewertung hinter sich.


Nun ist die Lage bei Nikola etwas anders. Klassische Bewertungsmaßstäbe fallen aus, denn man hat derzeit noch keinen Umsatz vorzuweisen. Es rollen nur Prototypen über die Straße. Der Börsenhype beruht auf Reservierungen in Höhe von 10 Milliarden Dollar bis 2028. Völlig offen, ob Nikola alle Hürden meistert, die auch Tesla jahrelang plagten. Von der technologischen Herausforderung einen Wasserstoff-Truck in Serienreife zu bringen ganz zu schweigen.


In unser Tradingdepot, was nun wieder knapp 20 Prozent im Plus liegt, wird Nikola daher sicher nicht aufgenommen. In der aktuellen Börsenphase ist Geduld die wichtigste Währung und nicht, wie bei Nikola, der Herde blind hinterher zu rennen. Wir stellen unser und ihr Depot derzeit in unserem Börsendienst für einen turbulenten Sommer auf. Denn dass die DAX-Rally so weiter geht, ist doch sehr unwahrscheinlich. Wir malen damit keinen Crash an die Wand, doch der Sommer könnte volatil werden. US-Wahl, Folgen des Lockdowns und ein auslaufen der Notprogramme der Notenbanken sind nur drei Punkte, die uns beschäftigen.



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