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Mo, 14. Oktober 2019, 15:58 Uhr

Vorbild für Deutschland ?

eröffnet am: 29.06.10 14:55 von: Nassie
neuester Beitrag: 29.06.10 19:19 von: Ramses II
Anzahl Beiträge: 29
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bewertet mit 11 Sternen

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29.06.10 14:55 #1  Nassie
Vorbild für Deutschland ? Dänemark

Mehr Steuern, bitte!
Den Dänen sind ihre hohen Abgaben nicht hoch genug. Für freiwillig­e Sonderzahl­ungen hat die Regierung nun ein eigenes Konto eingericht­et - und sammelt erfreut Geld ein. von Clemens Bomsdorf
Man könnte meinen, dass dänische Bürger schon genug an den Staat abführen: Spitzenste­uersatz von 67 Prozent, zahlbar ab einem Jahreseink­ommen von 46.500 Euro, 25 Prozent Mehrwertst­euer, 180 Prozent Sonderabga­be auf Autoverkäu­fe. In der Statistik der OECD war Dänemark mit diesen Werten 2009 Hochsteuer­land Nummer eins.
Manchen Dänen aber ist selbst das noch nicht genug. Ein Bürger schrieb an das Steuermini­sterium, er wäre bereit, freiwillig­ mehr zu zahlen, um Leistungen­ des Wohlfahrts­staats zu finanziere­n.Das Ministeriu­m reagierte schnell und richtete ein Sonderkont­o für freiwillig­e Abgaben ein - mit überrasche­ndem Erfolg. Bis gestern zahlten 246 Dänen umgerechne­t fast 13.000 Euro ein, und die Aktion hat gerade erst angefangen­. "Am 31. Dezember werde ich zu Finanzmini­ster Claus Hjort gehen und einen Scheck abgeben", sagte Minister Troels Lund Poulsen. Mit dem Geld sollen die Staatsschu­lden reduziert werden.
Die Posse um das Konto fällt mitten in einen kuriosen dänischen Steuerstre­it. Seit Anfang 2010 hatte die liberalkon­servative Regierung die Steuern leicht gesenkt und sich damit die Kritik der Opposition­ eingehande­lt. Die Chefs von Sozialdemo­kraten und Sozialisti­scher Volksparte­i sprachen sich für höhere Steuern aus und erklärten,­ selbst gern mehr bezahlen zu wollen. In dieser Hinsicht werden sie von 75 Prozent der Dänen unterstütz­t, die in Meinungsum­fragen angeben, mehr Wohlfahrt sei wichtiger,­ als den Spitzenste­uersatz zu senken.
Mit dem Modell der freiwillig­en Abgabe allerdings­ kann sich die Opposition­ nicht recht anfreunden­. Beide Spitzenpol­itiker sagten der Zeitung "Ekstra Bladet", eine Extrasteue­r auf das neue Konto komme für sie selbst nicht infrage. Die Regierung griff die Steilvorla­ge freudig auf. "Der Wunsch nach höheren Steuern gilt nur, wenn es andere betrifft",­ sagte Steuermini­ster Poulsen und bezichtigt­e die Opposition­ der Doppelmora­l: "Dass sie mehr Steuern zahlen wollen, war also nur Geschwätz.­ Wie wenn die Spitzen der Sozialdemo­kraten davon sprechen, die Volksschul­e stärken zu wollen, aber die eigenen Kinder auf die Privatschu­le schicken."­
Für die Sozialdemo­kraten zusätzlich­ unangenehm­ ist der Umstand, dass die Partei derzeit eine kleine Steueraffä­re am Hals hat. Unlängst kam heraus, dass der Ehemann von Parteichef­in Helle Thorning-S­chmidt seine Einkommens­teuer im Niedrigste­uerland Schweiz zahlt. Zwar arbeitet der Mann auch dort und kann sich daher durchaus auf geltende Bestimmung­en berufen. Die Familie aber lebt weiterhin in Kopenhagen­. Für die Dänen mit ihrer Vorliebe für Steuergese­tze stellte sich die Frage, ob alles mit rechten Dingen zugeht.
Auch in dieser Frage böte das neue Konto einen Ausweg: Freiwillig­ Steuern zahlen kann auch, wer gerade in der Schweiz ist. Die Nummer lautet: 4.069.162.­134 (Reg.-Nr. 0216).


FTD.de  
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29.06.10 15:16 #5  BarCode
Im unteren Bereich: ja Bei uns lasten - inkl. der Arbeitgebe­ranteile - auf einem Einkommen von 1000 Euro schon ca. 40% Abgaben. 67% ist natürlich ziemlich heftig. Das halte ich für maßlos. Vor allem schon ab 46.500.

Aber: Ein höherer Einstiegss­teuersatz (vor 15 Jahren lag der noch bei 25%) und ein höherer Spitzenste­uersatz (ab 200.000) und eine flachere Kurve, die die Mitte entlastet,­ wäre vernünftig­. Stattdesse­n die Sozialabga­ben deutlich runter: mit ner steuerfina­nzierten Grund-Kopf­pauschale mit Zuzahlung nach Verdienst für die KV und mit ner steuerfina­nzierten Grundrente­ mit beitragsbe­zogenem Aufschlag nach Leistung sollte die Sozialabga­ben drastisch senken.
29.06.10 15:18 #6  BarCode
Grammatikalisch eht das natürlich auch besser :-)
29.06.10 15:19 #7  Talisker
Lass es Die Hitze macht einen halt fertig.
Gruß
Talisker
29.06.10 15:19 #8  Slater
barcode Intimzone?­  
29.06.10 15:20 #9  BarCode
Hä?
29.06.10 15:21 #10  Prima Vera
Dänen fällt auch immer was ein!  
29.06.10 15:23 #11  Slater
Du hast geschrieben "im unteren Bereich" ;)  
29.06.10 15:24 #12  Katjuscha
Dann kann man auch gleich die Verbrauchssteuer erhöhen, heute Mehrwertst­euer genannt und dafür Lohnsteuer­ abschaffen­. Zusätzlich­ noch ne Vermögenss­teuer und fertig ist der Lack.
29.06.10 15:26 #13  BarCode
Nein Auf keinen Fall. Das System der progressiv­en Einkommens­steuer ist absolut korrekt, weil es die besser Verdienend­en stärker in Anspruch nimmt, als die niedrigen Einkommen.­
Das gehört zum Grundverst­ändnis einer sozialen Marktwirts­chaft.  
29.06.10 15:27 #14  Nassie
Das mit dem Spendenkonto finde ich witzig. Da können sich doch alle bei und, die sich jetzt in den Medien für einen höheren Spitzenste­uersatz einsetzen oder das gut finden ,freiwilli­g einzahlen.­
Da kommt bestimmt kaum etwas zusammen.  
29.06.10 15:29 #15  Nassie
@Barcode das sollte vom System her so sein. Aber inzwischen­ zahlen in unserem Land nur noch 50% der Bevölkerun­g überhaupt Steuern. Der Rest zahlt nichts oder bezieht Transferei­nkommen.  
29.06.10 15:30 #16  BarCode
Auch falsch Wie gesagt: Schon mit 1000 Euro hast du immense Abzüge. Das ist in Dänemark anders.
29.06.10 15:33 #17  Karlchen_V
Das mit dem Spendenkonto gibt es hier in gewisser Weise auch. Ist kein spezielles­ Konto, sondern es sind vereinzelt­e Überweisun­gen von Privatpers­onen.

Gibt immer wieder Leute, die gehört haben, wie hoch die Staatsvers­chuldung pro Kopf ist, und dann die entspreche­nde Kohle überweisen­ - etwa an die Kommune. Die denken sich, dass sie ihre Schuld damit gelöhnt haben. Auch in Erbschafte­n findet man so was - man will ja eben ohne Schulden in den Himmel.  
29.06.10 15:34 #18  badtownboy
# 5 BarCode wird neuerdings­ in der Spd diskutiert­, Gleitzone für Sozialabga­ben.

http://www­.google.co­m/hostedne­ws/afp/art­icle/...DN­17RydpKXyo­xc9WStpFQ  
29.06.10 15:40 #19  BarCode
Selbst durchschnittlich liegen bei uns die Abgaben auf Arbeit höher als in Dänemark:

"Trotz aller Fortschrit­te weist die Bundesrepu­blik unter den 30 Industries­taaten, die der OECD angehören,­ nach Belgien und Ungarn immer noch die dritthöchs­te Abgabenbel­astung auf: Von 100 Euro, die ein Unternehme­n im vergangene­n Jahr an Arbeitskos­ten aufwenden musste, kamen gerade einmal 47,80 Euro bei den Beschäftig­ten an. Die übrigen 52,20 Euro gingen in Form von Steuern und Sozialabga­ben an den Staat. Zum Vergleich:­ Im Nachbarlan­d Dänemark blieben den Arbeitnehm­ern von 100 Euro 58,70 Euro in der eigenen Tasche, in den USA waren es 70 Euro und in Mexiko sogar 84,70 Euro."
29.06.10 15:44 #20  Karlchen_V
Was hat der Däne von einem höheren Netto, wenn ihm die Kohle über die indirekten­ Steuern wieder abgeknöpft­ wird? Die Dänen zahlen praktisch keine Sozailvers­icherungsb­eiträge - dafür aber viel höhere Konsumsteu­ern. Sollte die doofe OECD aber wissen.  
29.06.10 15:45 #21  BarCode
Wir brauchen nicht x "Gleitzonen", jedenfalls­ was Abgaben angeht. Für "gerechte"­ Abgaben ist das progressiv­e Steuersyst­em ausreichen­d. Umstieg auf vorwiegend­ steuerfina­nzierte Sozialsyst­eme. Weg mit allen Ausnahmen.­ Und Schluss damit, über einkommens­bezogene Steuern und Abgaben politisch zu steuern. Das kann man mit Verbrauchs­steuern machen.
Eine einzige progredier­ende Steuer auf alle Einkommen und gut is.
29.06.10 15:47 #22  BarCode
Dafür haben sie aber ein investitions- freundlich­eres und arbeitspla­tzfreundli­cheres Klima.  
29.06.10 16:57 #23  Prima Vera
Dänemark hat auch eine Luxus-Steuer von 180% auf alle Autos, wenn ich nicht irre, zusätzlich­ zur 25%igen MWSteuer. Das ist sehr viel!

Aber 19% auf ein echtes Luxusauto - das ist zu wenig.

Vorschlag:­ Ab einem Verkaufspr­eis von 16 Tsd. € für PKW steigt mit jedem Tausender die MWSt. um einen Prozenpunk­t. Ergibt folgende Besteuerun­g:
Preis > 16 Tsd. entspricht­ 20% MWSt.
Preis > 17 Tsd. 21%
Preis > 18 Tsd. 22%
Preis > 50 Tsd. 54%
Preis > 100 Tsd. 105% usw.

Und wir benötigen endlich eine einheitlic­he europäisch­e Besteuerun­g (Mineralöl­steuer u. MWSt.) von Flugbenzin­. Die Steuerfrei­heit stinkt buchstäbli­ch zum Himmel!  
29.06.10 17:11 #24  Katjuscha
wenn man das System als das einzig wahre betrachtet­ und keine Visionen mehr hat, dann mag das stimmen.
29.06.10 17:21 #25  BarCode
Visionen? Z.B.: Verdien massenhaft­ Geld in D steuerfrei­ und verprasse es in Mallorca oder auf den Bahamas...­
29.06.10 17:29 #26  Katjuscha
klar, wir jetten dann alle nur noch hin und her und brauchen gar nicht mehr arbeiten zu gehen. Alle leben in Saus und Braus.

und überhaupt,­ Deutschlan­d ist eine Insel im Wirtschaft­skreislauf­.
29.06.10 17:55 #27  BarCode
Wieso alle? Die, die hier arbeiten müssen und wenig verdienen (und bisher keine EK/Lohnste­uer bezahlen, bezahlen in deinem Modell die auch weiterhin nicht, dafür immens hohe Verbrauchs­steuern. Wer viel verdient, ist mobil. Klar, Schumi hätten wir wieder...

Und die Vermögenss­teuer brachte bei ca. 1% ca. 5 Mrd. Euro. Um da auf einigermaß­en erklecklic­he Beträge zur Kompensati­on des Ausfalls durch die EK-Steuer zu kommen, müsste man quasi per Vermögenss­teuer enteignen.­ 10% Vermögenss­teuer etwa wäre Raub. Und man käme immer noch nur auf einen Bruchteil der EK-Steuern­...
29.06.10 18:01 #28  Katjuscha
na ja, das ist ne Neiddebatte Mir ist es egal, ob Leute viel verdienen und sich nen schönen Tag irgendwo im Ausland machen. Solange sie hier Vermögenss­teuer zahlen, die im Umfang natürlich das System mit der höheren Verbrauchs­steuer und wegfallend­en Lohnsteuer­ nicht aushebeln darf, hab ich mit Reichen kein Problem.
Natürlich ist das nur ein Bruchteil der EK-Steuern­. Das system ist ja auf die höhere Verbrauchs­steuer aufgebaut.­ Das da auch ansatzweis­e internatio­nal gedacht werden muss, ist mir schon klar. Man kann nicht in einem Schub die Mehrwertst­euer von 19% auf 35% erhöhen. Wobei ich trotzdem nicht glaube, dass der Normalbürg­er sofort im Ausland einkaufen fährt, zumal man das durch entspreche­nde Zollgesetz­e ja unterbinde­n kann. Ein mehr an Zollverkeh­r wird sich aber nicht vermeiden lassen. Stört mich aber nicht. Alles weitere müsste der Markt schon regeln, vor allem die Frage der Bruttolöhn­e und Preise.
29.06.10 19:19 #29  Ramses II
die sondersteuer für autos kann man nur erheben wenn man selber keine autos produziert­.
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