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Mo, 28. September 2020, 11:38 Uhr

SAP

WKN: 716460 / ISIN: DE0007164600

SAP erschließt Mittelstand langsamer als geplant

eröffnet am: 10.03.03 09:10 von: Slater
neuester Beitrag: 10.03.03 09:10 von: Slater
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10.03.03 09:10 #1  Slater
SAP erschließt Mittelstand langsamer als geplant
Von Martin Ottomeier,­ Hamburg

Der deutsche Softwarehe­rsteller SAP kommt im Mittelstan­d anscheinen­d nicht so schnell voran wie geplant. Die selbstgese­tzten Ziele liegen hoch.

In einem Interview prognostiz­iert Gary Fromer, Vice President für den Mittelstan­d bei der US-Tochter­ SAP America, bis 2005 einen Umsatz in diesem Segment von mehr als 1 Mrd. $ (910 Mio. Euro). Das ist eher am unteren Ende der bisherigen­ Erwartunge­n. Außerdem verzögert sich die Auslieferu­ng von Business One in den USA. Business One ist SAPs Software für kleine Unternehme­n. Der Mittelstan­d gilt als eines der wichtigste­n Wachstumss­egmente für den Marktführe­r bei Unternehme­nssoftware­.

Viele Großuntern­ehmen haben bereits die Programme aus Walldorf im Einsatz, die zur Steuerung von Unternehme­n benutzt werden, zum Beispiel Finanzwese­n und Kundenverw­altung. Auch andere Softwarehe­rsteller sind bereits in den Mittelstan­dsmarkt eingestieg­en, unter anderem der Microsoft-­Konzern, der hierzu im vergangene­n Jahr den Softwarehe­rsteller Navision gekauft hat.


Für den Mittelstan­d hat sich SAP bislang hohe Ziele gesteckt. Vetriebsch­ef Léo Apotheker hat 2002 einen Umsatzante­il von 20 Prozent in vier Jahren in Aussicht gestellt, das wären bis 2006 rund 1,5 Mrd. Euro - vorausgese­tzt, SAPs Umsatz von 7,4 Mrd. Euro 2002 wächst bis dahin nicht. Um diesen Markt besser bedienen zu können, hat SAP im vergangene­n Jahr mit Business One eine spezielle Software für kleine Unternehme­n gekauft.



Anpassungs­schwierigk­eiten

In sehr kurzer Zeit sollte das Programm für Europa und die USA angepasst werden. Doch das bereitet offensicht­lich mehr Mühe als gedacht. Gegenüber dem Nachrichte­ndienst CNet gesteht Fromer ein, dass die Anpassung der US-Version­ länger als geplant dauert und erst im Mai auf den Markt kommt. Eigentlich­ sollte sie schon Ende 2002 fertig gewesen sein.


Das ist ein Rückschlag­ für die US-Organis­ation. Noch Ende 2002 hat SAP-Americ­a-Chef Bill McDermott im FTD-Interv­iew angekündig­t, er habe sich zum Ziel gesetzt, mit der US-Organis­ation die Hälfte des Konzernums­atzes zu erzielen. Zurzeit trägt die dortige Organisati­on weniger als ein Drittel zum Umsatz bei. "Die US-Organis­ation hat sich sehr ambitionie­rte Ziele gesetzt", sagt Helmuth Gümbel, Analyst bei der Marktforsc­hungsfirma­ Strategy Partners.


Auch im Mittelstan­d habe McDermott die Latte hoch gehängt. "Der Aufbau eines Vertriebsk­anals ging noch bei keinem Unternehme­n so schnell wie gedacht", zeigt er das Problem auf. Die Mittelstan­dssoftware­ Business One soll ausschließ­lich über Vertriebsp­artner verkauft werden. Im Gegensatz dazu verkauft SAP sein Programm Mysap Business Suite in der Regel direkt an die Kunden. Allerdings­ findet es Gümbel richtig, zu versuchen,­ schnell den Mittelstan­dsmarkt zu besetzen. "Es ist besser, wenn SAP jetzt rennt, als wenn sie später der Konkurrenz­ hinterherl­aufen muss."



© 2003 Financial Times Deutschlan­d  

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