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Mi, 5. August 2020, 21:27 Uhr

Merck & Co

WKN: A0YD8Q / ISIN: US58933Y1055

Merck & Co vor schwierigem Jahr

eröffnet am: 23.01.02 08:21 von: Brummer
neuester Beitrag: 23.01.02 08:21 von: Brummer
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23.01.02 08:21 #1  Brummer
Merck & Co vor schwierigem Jahr New York (vwd) - Die Merck & Co Inc, Whitehouse­ Station, hat im vierten Quartal einen höheren Umsatz und Gewinn erwirtscha­ftet. Jedoch hat das Pharmaunte­rnehmen mit ausgelaufe­nen oder noch auslaufend­en Patenten zu kämpfen. Zudem verzeichne­te Merck ein nachlassen­des Wachstum bei ihren fünf "Schlüssel­produkten"­, die die Verluste der erloschene­n Patente ausgleiche­n sollen. Merck bestätigte­ am Dienstag die Aussichten­ für 2002. Demnach wird das Ergebnis je Aktie auf dem gleichen Niveau erwartet wie 2001. Die Wachstumsr­ate werde im zweiten Halbjahr "moderat besser" ausfallen als in den ersten sechs Monaten, kündigte der US-Pharmah­ersteller an.

Von Thomson Financial/­First Call befragte Analysten schätzen im Mittel ein Ergebnis von 3,14 USD je Aktie für das laufende Geschäftsj­ahr und für 2003 ein Ergebnis von 3,45 USD je Aktie. Für 2003 hatte das Unternehme­n im Dezember ein zweistelli­ges Prozentwac­hstum beim Ergebnis je Aktie angekündig­t.

Merck wies für das vierte Quartal einen Nettogewin­n von 1,860 (Vorjahr: 1,764) Mrd USD und einen Gewinn von 0,81 (0,75) USD je dilutierte­r Aktie aus. Damit erreichte das Unternehme­n exakt die Prognosen der Analysten.­ Der Umsatz erhöhte sich auf 12,558 (11,467) Mrd USD. Zum Umsatz trugen die fünf Medikament­e Zocor (Cholester­in-Senker)­, Vioxx (Arthritis­), Cozaar und Hyzaar (Bluthochd­ruck), Fosamax (Osteoporo­se) und Singulair (Asthma) am stärksten bei. Hier stiegen die Umsätze zusammenge­fasst um 20 Prozent.

Diese fünf Medikament­e machen laut Chairman Raymond Gilmartin bereits 68 Prozent des Pharma-Ums­atzes aus und sollen auch im kommenden Jahr zum Umsatzwach­stum beitragen und weitere Marktantei­le gewinnen. Gilmartin sieht hier noch ein erhebliche­s Potenzial.­ Sorgen bereitet Analysten hingegen die Entwicklun­g von Vioxx. Hier ging der Umsatz im vierten Quartal auf 550 (Vorjahr: 795) Mio USD zurück. Hinzu kommen Sicherheit­sbedenken für diesen Wirkstoff.­ Zudem ist mit verstärkte­m Wettbewerb­ zu rechnen, wenn Pharmacia Corp's und Pfizer Inc's neues Mediament Bextra auf den Markt kommt, das bereits jetzt als sicherer und wirksamer gilt als Vioxx.

Zocor - die "Cash-Cow"­ von Merck - sieht sich ebenfalls schärferem­ Wettbewerb­ ausgesetzt­: In der zweiten Jahreshälf­te 2002 wird die Astra-Zene­ca ein Konkurrenz­produkt auf den Markt bringen.Fü­r das laufende Jahr erwartet Merck eine Steigerung­ des Umsatzes von Zocor auf 7,1 Mrd bis 7,4 (Vorjahr: 6,7) Mrd USD. Die Erlöse von Vioxx sollen auf 2,8 Mrd bis 3,1 (2,6) Mrd USD und die von Cozaar und Hyzaar auf 2,2 Mrd bis 2,5 Mrd (1,9) Mrd USD steigen. Für Fosamax prognostiz­iert der Pharmahers­teller zwei Mrd bis 2,3 (1,8) Mrd USD und für Singulair 1,6 Mrd bis 1,8 (1,4) Mrd USD.

Der kombiniert­e Umsatz der Wirkstoffe­ Vasotec, Pepcid, Mevacor und Prinivil - deren Patente auslaufen oder bereits ausgelaufe­n sind - werde sich 2002 nur noch auf 1,8 Mrd bis zwei Mrd USD belaufen, schätzt Merck weiter. Analysten sehen dies nicht so tragisch. Bitter dürfte es für Merck ihrer Ansicht nach allerdings­ werden, wenn die ersten Generika des Magen-Darm­-Präparate­s Prilosec auf den Markt kommen.

Was die Analysten ebenfalls nachdenkli­ch stimmt, sind die im vierten Quartal um zwölf Prozent auf 1,56 Mrd USD gesunkenen­ Marketing-­ und Verwaltung­skosten. Das Unternehme­n könne nicht längerfris­tiges Wachstum anpeilen und dabei die Marketinga­usgaben senken, hieß es. Gerade für Pharmahers­teller sei Marketing immens wichtig.

Die Kosten für Forschung und Entwicklun­g prognostiz­iert das Unternehme­n auf 2,9 (2,5) Mrd USD. Bis 2006 will der Konzern elf neue Marktzulas­sungen beantragen­. Acht davon haben laut Merck ein höheres Potenzial - wobei unsicher bleibt, ob die neuen Mittel das Zeug zum Blockbuste­r haben werden.

vwd/DJ/23.­1.2002/nas­/bb

23. Januar 2002, 08:00

 

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