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Mi, 19. Juni 2019, 19:10 Uhr

Marktausblick März 2018: Sehr gutes Marktumfeld - Die Ampeln stehen auf Grün


01.03.18 12:40
Bremer Landesbank

Bremen (www.aktiencheck.de) - Wir sehen gleichwohl ein insgesamt sehr gutes Marktumfeld zu Beginn des Jahres: Die Wirtschaft im Euroraum startet schwungvoll, so Torsten Windels, Leiter Research/Volkswirtschaft und Chefvolkswirt von der Bremer Landesbank.

Dem Markit-Institut zufolge sei der Einkaufsmanagerindex in der Euro-Zone im Januar um 0,7 auf 58,8 Punkte gestiegen und zeige damit das höchste Wirtschaftswachstum seit Juni 2006 an. Auch in Deutschland werde der Schwung aus 2017 ins neue Jahr getragen. Mit 59,0 Zählern (+0,1) liege das Wachstum dem gleichen Indikator zufolge auf dem höchsten Stand seit nahezu sieben Jahren. Beide Werte hätten leicht über den Erwartungen der Experten gelegen.

Auch der US-Wirtschaft gehe es hervorragend: Der nationale Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor der US-Volkswirtschaft, der für die Ökonomie der Vereinigten Staaten eine ganz besondere Bedeutung habe, präsentiere sich zu Beginn des Jahres ausgesprochen freundlich. Das bringe allerdings die US-Notenbank bei der Normalisierung ihrer Geldpolitik eindeutig unter Zugzwang: Je höher sie die Zinsen anhebe, desto negativer wirke sich dies für den Wert der Anleihen im Portfolio aus. Da mit den steigenden Renditen aber auch die Attraktivität für Umschichtungen von Aktien in Anleihen steige, mache diese Zinserwartung Druck auf die Aktienmärkte. Der US-Zinsvorteil sollte zudem positiv für den US-Dollar sein.

Die Steuerreform in den USA gebe gegenwärtig weitere Impulse, die US-Wirtschaft laufe rund, der Konsum der Amerikaner wachse stabil - aber: Wie würden die Steuergeschenke gegenfinanziert, wie gehe es weiter mit den Handelsabkommen, wie verhalte sich Trump gegenüber Nordkorea? Der scheinbar erste große Erfolg der "Ära Trump" werde von vielen offenen Fragen begleitet. Wie agiere der neue FED-Präsident Powell? Man erwarte drei Zinsschritte im laufenden Jahr, den ersten nach dem 21. März, wenn das FOMC zum zweiten Mal in 2018 getagt habe. Infolge steigender Leitzinsen würden auch die Renditen - allerdings langsam - steigen, was zu einer flacheren Zinsstrukturkurve führen dürfte. Die intakte US-Jobmaschine unterstütze den Konsum und das gesamtwirtschaftliche Wachstum. Für die Federal Reserve werde vor allem die Inflationsentwicklung von Bedeutung sein. Insbesondere mit dem jetzt erkennbaren Anziehen der Löhne dürfe von einer etwas höheren Preisdynamik ausgegangen werden.

Wenn nicht noch die SPD-Basis im Zuge der angekündigten Mitgliederbefragung einen Strich durch die Rechnung macht, werden wir zu Beginn des 2.Quartals 2018 eine neue Bundesregierung haben - mehr als ein halbes Jahr nach der Wahl, so die Analysten der Bremer Landesbank. Und man dürfe sich darauf einstellen, dass infolge der Steilvorlage durch Donald Trump dann der deutsche Steuerzahler entlastet werden könnte. Auch die Zuwendungen für Kinder, Mütter und Rentner sowie prekär Beschäftigte dürften profitieren. Das werde den Konsum ankurbeln und einen weiteren ökonomischen Schub geben. Die Frühindikatoren der Wirtschaft sprechen hierzulande für eine anhaltend hohe Dynamik, so die Analysten der Bremer Landesbank. Das kräftige Wachstum in 2017 setze sich auch 2018 fort. Die Analysten würden einen Zuwachs von real 2,6% prognostizieren. Damit wachse die deutsche Wirtschaft wiederum über ihrem Potenzialpfad. Man rechne aber vorerst mit einer weiterhin moderaten Inflation. Fachkräftemangel, hohe Kapazitätsauslastung und der Tarifabschluss der IG Metall könnten aber Signale für eine anspringende Inflation sein.

In Europa stünden im März Parlamentswahlen in Italien an, deren Ausgang wieder einmal völlig ungewiss sei. Außerdem gebe es Präsidentschaftswahlen in Russland, deren Ausgang hingegen wieder einmal völlig gewiss sein dürfte. Im Euroland sei die Stimmung in Unternehmen und bei Verbrauchern ebenfalls sehr gut; der konjunkturelle Aufschwung gewinne zunehmend an Kraft und Breite. Die Inflation werde bis zum Jahr 2019 unterhalb des EZB-Zielwerts bleiben.

2018 werde das EU-BIP erneut - wie schon 2017 - um robuste 2,5% steigen. Der Euro entwickle sich gegenüber dem US-Dollar wieder etwas schwächer. In den EZB-Sitzungen am 8. März und am 26. April sei keine Zinserhöhung zu erwarten. Alles in allem fast zu schön, um wahr zu sein! (Ausgabe vom 28.02.2018) (01.03.2018/ac/a/m)