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Fr, 22. November 2019, 11:05 Uhr

DWS Group

WKN: DWS100 / ISIN: DE000DWS1007

Kritik der Aktionäre perlt an DWS-Führung ab - Aktiennews


06.06.19 13:15
FONDS professionell

Wien (www.aktiencheck.de) - Die Geschäftsführung der DWS (ISIN: DE000DWS1007, WKN: DWS100, Ticker-Symbol: DWS) hat sich auf der ersten Hauptversammlung des Fondsanbieters am Mittwoch unbeeindruckt von der Kritik der Aktionäre gezeigt, so die Experten von "FONDS professionell".

Die Aktie sei im März 2018 zu 32,50 Euro an die Börse gekommen und habe danach monatelang an Wert verloren. Im Januar dieses Jahres sei der Titel zeitweise für weniger als 23 Euro gehandelt worden. Mittlerweile stehe der Kurs bei gut 30 Euro, getrieben auch durch Gerüchte rund um eine mögliche Fusion mit der Asset-Managementsparte der UBS oder anderen Fondsanbietern.

Dass die Aktie immer noch unter ihrem Ausgabekurs notiere, frustriere viele Anteilseigner. Aljoscha Sturmfels, Rechtsanwalt bei der Kanzlei Nieding + Barth, habe als Vertreter der Aktionärsvereinigung DSW darauf verwiesen, dass sich im vergangenen Jahr fast alle relevanten Geschäftszahlen des Fondsanbieters negativ entwickelt hätten. Es genüge nicht, dafür nur das "anspruchsvolle Marktumfeld" verantwortlich zu machen, wie das Management das getan habe. Mit Blick auf den einst gefeierten Börsengang habe er sagt: "Der Knall der Sektkorken ist verklungen, die Feierlaune verflogen." Bei den Anteilseigner herrsche ein "Gefühl der vertanen Chancen" vor. Sein Fazit: "Die DWS hat die erforderliche Stabilität nach dem Börsengang noch nicht gefunden."

Sturmfels habe unter anderem kritisiert, dass die DWS zuletzt vor allem mit Fusionsgerüchten für Schlagzeilen gesorgt habe, nicht aber wegen einer guten Geschäftsentwicklung: "Der Börsengang war geplant als gewinnbringender "Carve-Out", nun droht die DWS zum Juniorpartner eines großen europäischen Players zu verkommen."

Zu den Fusionsgerüchten habe sich DWS-Chef Asoka Wöhrmann nicht äußern wollen. In seiner Rede habe er zuvor lediglich erwähnt, "bei der Konsolidierung der Vermögensverwaltungsbranche eine aktive Rolle" spielen zu wollen. "Dabei werden wir solche Chancen nur wahrnehmen, wenn unsere treuhänderische Tätigkeit nicht beeinträchtigt wird, es kulturell passt - und wenn sich ein Mehrwert für unsere Anteilseigner bietet", so Wöhrmann. Das organische Wachstum habe für die DWS aber "klare Priorität".

Aktionärsschützer Sturmfels habe auch die Besetzung des Aufsichtsrates angesprochen: Im Sinne einer guten Unternehmensführung fordere die DWS bei Portfoliounternehmen, dass ein Aufsichtsrat nicht mehr als fünf solcher Posten innehabe. Im eigenen Gremium verstoße die Gesellschaft aber gegen diese Vorgabe. DWS-Aufsichtsratschef Karl von Rohr habe eingeräumt, dass ein Mitglied des Kontrollgremiums neun entsprechende Mandate ausübe. Dieses Mitglied habe allerdings an bislang allen Sitzungen des DWS-Aufsichtsrates teilgenommen, auch ansonsten gebe es keinen Grund, daran zu zweifeln, dass es seine Aufgaben ordnungsgemäß wahrnehmen könne. Außerdem habe von Rohr betont, dass die DWS die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex einhalte - die hauseigenen Richtlinien der DWS-Fondsmanager seien zugegebenermaßen schärfer.

Indes begrüße Sturmfels die Dividendenpolitik: Die DWS schütte 70 Prozent ihres Nettogewinns aus, bezogen auf den aktuellen Aktienkurs entspreche das einer Dividendenrendite von 4,5 Prozent. Allerdings habe er darauf verwiesen, dass der größte Profiteur dieser Politik die Deutsche Bank sei, die mehr als 79 Prozent der Aktien halte und Kapital benötige. "Bleibt die Frage, ob die Ausschüttung ähnlich hoch wäre, wenn die Deutsche Bank kein Geld bräuchte", habe Sturmfels geätzt. Wöhrmann habe entgegnet, die Dividende werde "unabhängig von der Deutschen Bank" festgelegt.

Unangenehme Fragen habe sich die DWS-Führungsriege auch zu ihrer neu entdeckten Begeisterung für nachhaltige Investments gefallen lassen müssen- Wöhrmann habe diesem Bereich in seiner Rede große Bedeutung beigemessen. "In Gesprächen mit den Verantwortlichen konnte ich einen gewissen Ehrgeiz und Elan bei diesem Thema erkennen. Aber dennoch werden erst sieben Prozent des verwalteten Vermögens nach nachhaltigen Kriterien gemanagt", habe Barbara Happe von der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation Urgewald gesagt, die für den Dachverband kritischer Aktionäre gesprochen habe. "In den größten DWS-Fonds finden sich immer noch die rücksichtslosesten Rüstungskonzerne der Welt", habe sie betont. Das gleiche gelte für die "Kohlegiganten", die den Klimawandel angeheizt hätten. Das sei zwar nicht illegal, aber ethisch fragwürdig.

Chefanlagestratege Stefan Kreuzkamp habe betont, die DWS habe schon im Jahr 2008 die "Prinzipien für verantwortliches Investieren" der Vereinten Nationen (UN-PRI) unterzeichnet. Nachhaltige Investments seien schon seit mehr als 25 Jahren Teil der Firmenstrategie, nun werde dieser Bereich aber zum "Kerngeschäft". Investments in diverse kontroverse Waffen, etwa Streubomben, seien heute bereits in allen Fonds ausgeschlossen.

Mit Blick auf den Klimawandel würden die damit einhergehenden Risiken bei der Titelauswahl berücksichtigt, habe der Anlagechef erläutert. Die DWS-Fondsmanager dürften abseits der als nachhaltig vermarkteten Portfolios zwar weiterhin in kohlenstoffintensive Branchen investieren. Sie seien aber angehalten, den "konstruktiven Dialog" mit den Unternehmen zu suchen, um mögliche Verbesserungen anzustoßen, so Kreuzkamp.

Wöhrmann habe auch die Frage eines Aktionärs nach der strategischen Partnerschaft mit der Deutschen Bank beantwortet. Es gebe eine "langfristige Vertriebsvereinbarung" mit dem Mutterhaus, die Deutsche Bank sei in ihrer Produktauswahl jedoch frei. Das Institut müsse keine bestimmte Quote erfüllen, was den Anteil der DWS-Produkte an den insgesamt vertriebenen Fonds betreffe.

Insgesamt seien die strategischen Partnerschaften für die DWS von großer Bedeutung, habe Wöhrmann betont. Er habe dies mit einer interessanten Zahl untermauert: Die Vereinbarungen mit dem Finanzvertrieb DVAG, den Versicherern Generali, Nippon Life und Zurich sowie dem französischen Investmenthaus Tikehau Capital hätten demnach im ersten Quartal dieses Jahres für Nettomittelzuflüsse von mehr als drei Milliarden Euro gesorgt. Insgesamt habe die DWS unter dem Strich in den ersten drei Monaten 2019 nur 2,5 Milliarden Euro eingeworben - aus anderen Vertriebskanälen habe es netto also Abflüsse gegeben.

Insgesamt habe sich die Zahl der Wortmeldungen auf der DWS-Hauptversammlung in engen Grenzen gehalten: Nur vier Aktionärsvertreter hätten an das Rednerpult geschritten. Die Versammlung sei sehr ruhig und sachlich abgelaufen - ganz anders als manche andere Hauptversammlung dieser Saison.

Eine echte Einflussmöglichkeit hätten die Kleinaktionäre bei der DWS ohnehin nicht, dafür sei der Streubesitz viel zu gering: 79,5 Prozent der Aktien würden der Deutschen Bank gehören, knapp neun Prozent den strategischen Investoren Nippon Life und Tikehau. Entsprechend hoch sei die Zustimmung zu allen Punkten der Tagesordnung ausgefallen - bei manchen sei eine sozialistisch anmutende Quote von 99,99 Prozent erreicht worden.

Mit fast allen Stimmen seien auch zwei neue Aufsichtsräte gewählt worden: In dem Gremium würden fortan die amerikanische IT- und Digitalisierungsspezialistin Annabelle Bexiga und Richard Morris aus London sitzen, der schon seit rund 50 Jahren in der Asset-Management-Branche tätig sei.

Börsenplätze DWS-Aktie:

XETRA-Aktienkurs DWS-Aktie:
29,60 EUR -3,65% (06.06.2019, 13:10)

Tradegate-Aktienkurs DWS-Aktie:
29,66 EUR -3,70% (06.06.2019, 13:10)

ISIN DWS-Aktie:
DE000DWS1007

WKN DWS-Aktie:
DWS100

Ticker-Symbol DWS-Aktie:
DWS

Kurzprofil DWS Group:

Die DWS Group (ISIN: DE000DWS1007, WKN: DWS100, Ticker-Symbol: DWS) ist einer der weltweit führenden Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 662 Mrd. Euro (Stand: 31. Dezember 2018). Sie blickt auf über 60 Jahre Erfahrung zurück und genießt in Deutschland und Europa einen Ruf für exzellente Leistungen. Mittlerweile vertrauen Kunden weltweit der DWS als Anbieter für integrierte Anlagelösungen. Der Vermögensverwalter wird über das gesamte Spektrum der Anlagedisziplinen hinweg als Quelle für Stabilität und Innovationen geschätzt.

Die DWS bietet Privatpersonen und Institutionen Zugang zu leistungsstarken Anlagekompetenzen in allen wichtigen Anlagekategorien sowie Lösungen, die sich an Wachstumstrends orientieren. Die vielfältige Expertise als Vermögensverwalter im Active-, Passive- und Alternatives-Geschäft sowie der starke Fokus auf Umwelt-, soziale und Governance-Faktoren ergänzen einander bei der Entwicklung gezielter Lösungskonzepte für Kunden. Das fundierte Know-how der Ökonomen, Research-Analysten und Anlageprofis werden im globalen CIO View zusammengefasst, der dem strategischen Anlageansatz als Leitlinie dient.

Die DWS möchte die Zukunft des Investierens gestalten. Dank ihrer rund 3.600 Mitarbeiter an Standorten in der ganzen Welt ist die DWS Group dabei lokal präsent und bildet gleichzeitig ein globales Team. (06.06.2019/ac/a/nw)





 
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