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Di, 25. Juni 2019, 15:32 Uhr

Internationale Konjunkturdaten: Ermutigende Zeichen aus Asien und Europa - USA mit starkem Konsum


10.01.17 11:52
Bremer Landesbank

Bremen (www.aktiencheck.de) - Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,0600 (08:07 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,0511 im europäischen Handel markiert wurde, berichten die Analysten der Bremer Landesbank.

Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 115,68. In der Folge notiert EUR/JPY bei 122,64. EUR/CHF oszilliere bei 1,0740.

Die Untergangsphropheten, die in China vor etwas mehr als einem Jahr eine grassierende Krise sahen oder wenigstens auf das Land zukommen sahen, sind nicht mehr zu hören, so die Analysten der Bremer Landesbank.

Besonders die FED habe häufig auf Wachstumsverfehlungen in der Volksrepublik verwiesen, die negativ auf die heimische Wirtschaft abstrahlen würde und ultimativ den Zinserhöhungszyklus verzerren würde.

Nun vermelde eine hochrangige offizielle Stelle, dass das Wachstum des Landes im Zielbereich zwischen 6,5 bis 7,0 Prozent - bei 6,7 Prozent ausgelaufen sein sollte. Und das nicht wirklich überraschend. Trotz einiger Zweifel an mancher Datenreihe stimme der Wachstumsclip mit dem großen Bild überein. Für das laufende Jahr würden die staatlichen Stellen die Risiken höher einschätzen als im letzten Jahr. Es werde im Zweifel (noch) mehr staatliche Eingriffe als bisher geben, um den noch nicht genau quantifizierten Wachstumshorizont zu erreichen. Die Analysten würden mit einem Wachstum zwischen 6,6 bis 6,9 Prozent rechnen. Ein wesentlicher Faktor für den derzeit boomenden Fahrzeugmarkt, der um 16 Prozent im Jahresvergleich zugelegt habe, sei ein Steueranreiz für moderne kleinmotorige Fahrzeuge.

Der fortschreitende Rohstoffverzehr zeige sich in drastisch steigenden Produzentenpreisen, die zuletzt um +5,5 Prozent angestiegen seien und sich demnächst auch in den immer noch vergleichsweise moderaten Verbraucherpreisen widerspiegeln würden.

Einem echten Zinserhöhungszyklus dürfe auch nach der eigenwilligen FED-Interpretation die chinesische Entwicklung 2017 aller Voraussicht nicht im Wege stehen…

Im Wege stehen werde auch nicht der wichtige US-Konsum, da sich der kaufgeneigte Verbraucher gerne seiner Kreditkarte(n) bediene. Verbraucherkredite hätten deutlich auf 24,5 Mrd. USD zugelegt. Der Einzelhandel werde es danken…

Nicht dankbar zeige sich der von der US-Notenbank geschätzte Labor Market Conditions Index, der nicht überzeugen könne. Als nachlaufender Indikator reagiere der Arbeitsmarkt mit einiger zeitlicher Verzögerung auf die sich verändernden wirtschaftlichen Umstände. Die Analysten würden an dieser Stelle auf ihren gestrigen Kommentar über die Arbeitslosenquoten verweisen.

Wie schon im Titel angekündigt, würden Daten aus Europa weiter ermutigen. Frankreich reüssiere derzeit und zeigt Stärke. Zwei der letzten drei Monate habe das Produktionsplus deutlich über den Erwartungen gelegen. In dem Berichtsmonat seien die Prognosen um 1,6 Prozent überstiegen worden. Die langwierigen Verhandlungen und Reformen würden endlich vor der Präsidentschaftswahl im April Wirkung zeigen.

In Deutschland laufe es wirtschaftlich schon lange ohne größere Rückschläge, was im Dezember in einer Jahresendrally an der Börse gezeigt habe. Die Stimmung der Anleger sei blendend. In der Vergangenheit sei der Sentix häufig ein Kontraindikator gewesen - momentan höre man wenige warnende Stimmen bezüglich der Wertpapierkurse.

Einen deutlich positiven Stand habe der Sentix-Index gezeigt, der unerwartet deutlich von 10,0 auf 18,2 Zähler angestiegen sei. Im Vorfeld sei nur mit einer Zunahme auf 12,5 Punkte gerechnet worden. So hoch habe der Wert seit August 2015 nicht mehr gelegen. In diesem Börsenmonat habe der DAX deutlich verloren (=Kontraindikator).

Auf europäischer Ebene sei nur ein relevanter Posten veröffentlicht worden: Einen konstanten Wert weise die EU-Arbeitslosenrate im November mit 9,8 Prozent aus. Damit bleibe der aktuelle Stand auf dem niedrigsten Level seit Juli 2009 (!). Dieser Trend werde sich in den kommenden Monaten fortsetzen, da die konjunkturellen Anzeichen ermutigend seien und besonders einige Peripherieländer (u.a. Spanien) aber auch in der Kernunion (Frankreich) Maßnahmen Wirkung zeigen würden.

In diesem Fahrwasser sei ein kurzfristiger Angriff auf die EUR/USD-Wechselparität zurzeit nicht oberste Priorität. Gleichzeitig würden aber auch dauerhaft positiv beeindruckende Daten aus Europa dem Euro keine nachhaltige Traktion bieten, um sich deutlich über 1,07 zu schrauben, wo der Bias drehen dürfte. Solange der Euro nicht diese Hürde nehme, stehe mittelfristig immer die Gefahr neuer Tiefs und ultimativ die Attacke auf die Wechselkursparität zur Disposition.

Aktuell ergebe sich ein Szenario, das den USD gegenüber dem EUR favorisiere. Erst ein Ausbruch über das Widerstandsniveau bei 1,0670 bis 1,0700 eröffne neue Opportunitäten und drehe den Bias wieder ins Positive. (10.01.2017/ac/a/m)