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Fr, 25. September 2020, 9:37 Uhr

Französische Wirtschaft: Präsidentschaftswahl im Fokus


13.03.17 16:17
Amundi

Paris (www.aktiencheck.de) - Die französische Wirtschaft hat sich während der Finanzkrise gut gehalten, aber nur sehr langsam erholt, so Tristan Perrier, Strategy and Economic Research bei Amundi.

Nach den Double-Dip-Krisenjahren 2008-2013 sei die französische Wirtschaft zwar gewachsen, das Bruttoinlandsprodukt habe sich aber nur sehr schleppend entwickelt. Gleichzeitig sei Arbeitslosigkeit nur moderat zurückgegangen. Im Vergleich zur wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland sei Frankreich zurückgeblieben. Allerdings sehen die Experten von Amundi seit einiger Zeit Anzeichen einer Verbesserung bei den Gewinnspannen der Unternehmen, der Investitionen und der Job-Entwicklung.

Auch wenn es nicht erheblich sei, weise Frankreich ein Doppeldefizit (sowohl ein Haushalts- als auch ein Leistungsbilanzdefizit) auf.

In der aktuellen Lage sollten die öffentlichen und privaten Ungleichgewichte zu keinen Verwerfungen führen. Die Höhe der Defizite und der Verschuldung würden Frankreich jedoch anfällig machen, wenn die Zinsen steigen würden, ohne dass sich das Wachstum beschleunige, oder wenn es zu einer erneuten Rezession käme.

Die Wirtschaftspolitik der vergangenen Jahre sei durch zwei Faktoren geprägt gewesen:

1. Fiskalpolitik, die darauf abziele, das Haushaltsdefizit schrittweise einzudämmen:

a) durch Steuererhöhungen, die trotz kürzlich durchgeführter Korrekturen langfristige Auswirkungen für die privaten Haushalte und temporären Auswirkungen für Unternehmen haben würden, da die Steuererhöhungen erst später durch die Senkung der Lohnsteuer kompensiert werden könnten.

b) durch Einsparungen bei den Staatsausgaben

2. Moderate Strukturreformen inklusive eines "Flexicurity-Modells" für den Arbeitsmarkt: Die inzwischen stabile zyklische Erholung habe Potenzial sich zu verfestigen. Die gewichtigsten kurzfristigen Risiken seien politischer oder externer Natur. (13.03.2017/ac/a/m)