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Di, 15. Oktober 2019, 4:33 Uhr

FED: Zinserhöhung war ausgemachte Sache


27.09.18 10:34
State Street

Boston (www.aktiencheck.de) - Nach der Sitzung des FED-Offenmarktausschusses (Federal Open Market Committee - FOMC) nehmen Lee Ferridge, Leiter Multi-Asset Strategy, Americas bei State Street Global Markets, Antoine Lesné, Leiter Strategie und Marktforschung EMEA bei SPDR ETFs, und Sophia Ferguson, leitende Portfoliomanagerin Active Fixed Income and Currency bei State Street Global Advisors, hierzu Stellung:

"Wie allgemein erwartet (der Markt ging von einer 100-prozentigen Wahrscheinlichkeit aus) hat der FED-Offenmarktaussschuss beschlossen, die Zinssätze um 25 Basispunkte auf 2,00-2,25 Prozent zu erhöhen, dabei aber offen gelassen, ob im Dezember weitere Schritte folgen", habe Ferridge gesagt. "Etwas enttäuschend für USD-Haussespekulanten hat das FOMC jedoch darauf verzichtet, das Spiel um einzelne Punkte nach dem Komma für 2019 weiter zu verschärfen. Es hatte einige Spekulationen gegeben, dass das FOMC seine Prognosen für Zinserhöhungen in den kommenden Jahren aufgrund starker inländischer Wachstumsdaten und einer sich abzeichnenden Lohninflation anheben würde. Es hat jedoch den Anschein, dass die durch den eskalierenden Handelskrieg entstandene Unsicherheit das Konzept der FOMC beeinflusst haben könnte. Der US-Dollar dürfte gegenüber dem zuletzt stärker gewordenen Euro unter Druck geraten, und auch die längerfristigen Zinsen könnten sinken. Die Tatsache, dass die FOMC-Aussage nicht kämpferischer geprägt ist, dürfte die Währungen der Schwellenländer etwas entlasten."

"Wie allgemein erwartet hat der FED-Offenmarktaussschuss beschlossen, den Zielwert der Federal Funds Rate um 25 Basispunkte auf 2,00-2,25 Prozent zu erhöhen", habe Lesné gesagt. "Das FOMC hat die momentan starke wirtschaftliche Dynamik und die steigende Lohninflation bei ausgewogenen Risiken für die Prognosen und Möglichkeiten einer weiteren Aufwärtsentwicklung zur Kenntnis genommen. Dennoch galt es auch, die Abwärtsrisiken, die sich im Laufe des Jahres 2019 aus den ‚Handelskriegen‘ ergeben würden, klar zu benennen, um die aktuelle Einschätzung zu überprüfen und Zeit zu gewinnen, für 2018 einen eher kämpferischen Ansatz mit vier Zinsanhebungen zu fahren, was der Markt bereits mehr oder weniger eingepreist hat. Es ist zu erwarten, dass der US-Dollar seinen geringfügig schwächeren Trend fortsetzt, wovon vor allem auf Landeswährung der Schwellenländer lautende Anleihen (Emerging Markets Local Currency Bonds) profitieren dürften. Unverändert gehen die Märkte für 2019 von zwei bis drei weiteren Zinserhöhungen aus, wobei 3 Prozent als neutraler Zinssatz zu sehen ist."

"Angesichts starker Eingangsdaten und gelockerter finanzieller Rahmenbedingungen war die heutige Zinserhöhung ausgemachte Sache", habe Ferguson gesagt. "Die Trends sowohl bei den Fundamental- als auch bei den marktbasierten Daten deuten darauf hin, dass der aktuelle Zyklus drei bis vier Quartale von seinem Höchststand entfernt ist, was die Entscheidung des Ausschusses unterstützt, Hinweise auf eine ‚entgegenkommende Geldpolitik‘ aus seiner Zukunftsprognose zu streichen und eine Absicht, die Zinsen im Dezember weiter zu erhöhen, erahnen lässt. Da das FOMC seinen deutlich signalisierten Weg der Zinserhöhungen fortsetzt, dürfte sich die Ertragskurve der US-Treasuries in absehbarer Zeit weiter abflachen. Da der Markt in den nächsten Quartalen beginnt, Höchststände zu veranschlagen, und sich gleichzeitig das Tempo des finanzpolitischen Entgegenkommens verlangsamt, erwarten wir eine allmähliche Erholung der Kurve." (27.09.2018/ac/a/m)