Suchen
Login
Anzeige:
Di, 15. Oktober 2019, 12:56 Uhr

Eurozone mit Spitzendaten, US-Daten weitgehend enttäuschend


09.01.17 15:14
Bremer Landesbank

Bremen (www.aktiencheck.de) - Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,0525 (07:41 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,0518 im asiatischen Handel markiert wurde, so die Analysten der Bremer Landesbank.

Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 117,47. In der Folge notiereEUR/JPY bei 123,63. EUR/CHF oszilliere bei 1,0724. "Chapeau" lieber Devisenmarkt! Unerwartet positive Daten der Eurozone seien einmal mehr ignoriert worden und unerwartet schwache Daten aus den USA seien Katalysator eines festeren USD. Die Analysten würden diese Spielart zur Kenntnis nehmen, mehr aber auch nicht.

Der Economic Sentiment-Index der Eurozone, quasi der ifo-Index der Eurozone, habe sportlich und vor allen Dingen völlig unerwartet vom Mainstream von zuvor 106,6 (revidiert von 106,5) auf 107,8 Punkte zugelegt und habe damit den höchsten Indexwert seit März 2011 markiert. Die Prognose sei bei nur 106;8 Zählern angesiedelt gewesen. Der Blick auf den Chart verdeutliche auch das historisch gesehen hohe Indexniveau. Die Analysten würden hoffen, dass der EZB-Rat auch Zeit finde, diesen Frühindikator nicht zu übersehen.

Die Einzelhandelsumsätze der Eurozone hätten den Erwartungen entsprechend per Berichtsmonat Dezember einen Rückgang im Monatsvergleich um 0,4% als Reaktion auf den starken Anstieg des Vormonats verzeichnet, der sogar noch von +1,1% auf +1,4% revidiert worden sei. Ergo sei die Konsensusprognose für den Zweimonatszeitraum klar und deutlich überboten worden. Im Jahresvergleich sei es zu einer Zunahme um 2,3% nach zuvor 3,0% gekommen.

Aus Deutschland erreichten uns heute früh erneut positive Datensätze, so die Analysten der Bremer Landesbank. Per Berichtsmonat November habe die deutsche Industrieproduktion im Monatsvergleich um 0,4% (Prognose 0,6%) zugelegt. Gleichzeitig sei der Vormonatswert von +0,3% auf +0,5% revidiert worden, sodass das aggregierte Ergebnis weitgehend der Prognose entsprochen habe. Auch hier belege der Chart das hohe Niveau der Produktion.

Der Handelsbilanzüberschuss Deutschlands habe sich per November auf 21,7 Mrd. Euro gestellt. Exporte seien im Monatsvergleich um 3,9% gestiegen, während Importe um 3,5% zugenommen hätten. Beides signalisiere eine dynamische Ausweitung der wirtschaftlichen Aktivität (BIP).

US-Daten hätten am Freitag nicht überzeugen können: Das US-Handelsbilanzdefizit habe sich unerwartet per Berichtsmonat November von zuvor -42,4 auf -45,2 Mrd. USD ausgeweitet. Damit sei das höchste Defizit seit August 2015 markiert worden. Exporte seien gesunken und Importe hätten zugenommen. Daraus ergebe sich eine nennenswerte Belastung des BIP in den USA. Die stärkeren Importe und schwächeren Exporte dürfen als zarte Signale einer recht ambitionierten Bewertung des USD interpretiert werden.

Die US-Auftragseingänge für die Industrie seien per Berichtsmonat November deutlicher als erwartet um -2,4% (Prognose -2,2%) nach zuvor +2,8% gesunken. Der Blick auf den Chart der Federal Reserve St. Louis verdeutliche das historisch betrachtet schwache Niveau der US-Auftragseingänge trotz der fraglos gegebenen Stabilisierung. Das nominale Niveau entspreche dem Stand von Ende 2007.

Der viel beachtete US-Arbeitsmarktbericht habe die Erwartungen bei den stark beachteten Nonfarm Payrolls nicht erfüllen können. Per Dezember seien lediglich 156.000 neue Jobs geschaffen worden. Die Prognose habe bei 178.000 gelegen. Die Revision der letzten Vormonatswerte sei neutral gewesen. Die Partizipationsrate habe leicht von 62,6% auf 62,7% zugelegt. Die offizielle Arbeitslosenquote U-3 habe von 4,6% auf 4,7% zugenommen. Die in Ansätzen zu der Eurozone Vergleichbarkeit herstellende Quote U-6 sei von 9,3% auf 9,2% gesunken.

Shadow Government Statistics von John Williams veröffentliche neben den Quoiten U-3 und U-6 auch die Berechnung der Quote nach den US-Regeln um 1990. Diese Quote liege bei mehr als 22%.(Verwässerung der Berechnungsstandards -Trumps Erfolg anekdotische Evidenz für Kreativität der US-Statistik).

Aktuell ergebe sich ein Szenario, das den USD gegenüber dem Euro favorisiere. Erst ein Ausbruch über das Widerstandsniveau bei 1,0670 bis 1,0700 eröffne neue Opportunitäten und drehe das Bias wieder ins Positive. (09.01.2017/ac/a/m)