Suchen
Login
Anzeige:
Mi, 22. Mai 2019, 4:55 Uhr

Erster Wahlgang in Frankreich: Umfragen haben sich als richtig erwiesen


24.04.17 07:15
State Street

Boston (www.aktiencheck.de) - Nachfolgend die Kommentare von Timothy Graf, Leiter der Macro Strategy EMEA von State Street Global Markets, und Bill Street, Leiter von Investments EMEA bei State Street Global Advisors, zum Ergebnis des ersten Wahlgangs in Frankreich:

Timothy Graf: "Nach all den Spekulationen der letzten Wochen haben sich die Umfragen als richtig erwiesen und die beiden seit längerem in Führung liegenden Kandidaten erhielten ausreichend Unterstützung der Wähler, um in die zweite Wahlrunde in knapp zwei Wochen einzuziehen. In den Umfragen zur Stichwahl liegt Macron weit vor Le Pen. Die in den vergangenen Wochen von den Märkten eingepreiste Möglichkeit eines Wahlsiegs Le Pens sollte daher bis zur Stichwahl wieder zurückgehen. Mit der sinkenden Volatilität sollte sich der Renditeabstand zwischen französischen und deutschen Anleihen reduzieren, während der Euro seine Stabilität gegenüber dem Dollar weiter ausbauen sollte."

Bill Street: "Ein Wahlsieg Le Pens wäre ein systemisches Ereignis gewesen und die Vorbereitung darauf herausfordernd. Le Pen wird allerdings in der Stichwahl in zwei Wochen unterliegen. Damit steht einer Fortsetzung der Aktienrallye bis in das Jahr 2018 hinein nichts mehr im Wege, da weniger folgenreiche Risiken absorbiert werden können. Die Weltwirtschaft boomt zwar nicht, aber das Wachstum beschleunigt sich. Einige der moderaten Risikoprämien an den Anleihenmärkten werden ebenfalls verschwinden, wovon Vermögenswerte mit niedrigerer Qualität am stärksten profitieren dürften.

Angesichts des ereignisreichen europäischen Kalenders könnten allerdings noch mehr Überraschungen bevorstehen - die Wahlen in Großbritannien, Gespräche über Griechenlands Schulden, Wahlen in Deutschland und die Aussicht auf Wahlen in Italien in der nicht allzu fernen Zukunft genügen, um die Marktteilnehmer in Atem zu halten. Da das Umfeld volatil bleiben dürfte, sind Absicherungsstrategien unerlässlich." (Marktkommentar vom 23.04.2017) (24.04.2017/ac/a/m)