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Mo, 17. Juni 2019, 23:13 Uhr

Datenpotpourri impliziert weiter auf globaler Ebene "Konjunkturelle Überholspur"


05.01.17 12:52
Bremer Landesbank

Bremen (www.aktiencheck.de) - Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,0564 (07:50 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,0400 im europäischen Handel markiert wurde, berichten die Analysten der Bremer Landesbank.

Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 115,85. In der Folge notiere EUR/JPY bei 122,37. EUR/CHF oszilliere bei 1,0732.

Die Analysten der Bremer Landesbank beginnen bei der größten Volkswirtschaft der Welt, China, um den globalen mit positiven Akzenten durchsetzten Datenpotpourri zu starten.

Per Dezember habe der von Caixin und Markit ermittelte Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor mit einem Anstieg von 53,1 auf 53,4 Punkte den höchsten Stand seit 17 Monaten markiert.

Dieser weiter erhöhte Wachstumsclip habe Aussagekraft, da mehr als 55% der Gesamtwirtschaftsleistung Chinas mittlerweile dem Dienstleistungssektor entstammen würden. Die erfolgreiche Umstrukturierung der chinesischen Wirtschaft hin zu mehr Dienstleistungen und mehr Binnenwirtschaft sei zurzeit als Erfolg zu klassifizieren.

Sebstredend spiele dabei das historisch einmalige Megaprojekt "One Belt - One Road" eine tragende Rolle. Dieses Projekt sei immer noch viel zu unausgeprägt auf dem westlichen Radarschirm der Chancen.

In diesem Megaprojekt spiele Russland als Rohstoffbasis eine tragende Rolle: Die jüngsten Konjunkturdaten aus Russland würden belegen, dass die zunächst fraglos belastenden Folgen der westlichen Sanktionspolitik erfolgreich abgefedert worden seien. Auf die fragwürdigen Hintergründe des Sanktionsregimes würden die Analysten hier aus Gründen der politischen Korrektheit in der ersten Januarwoche noch nicht eingehen.

Der Blick auf die Absatzmengen Russlands am Öl- und Gasmarkt spreche für sich selbst. Dahinter stehe auch eine Emanzipation vom Westen. Werde das in Brüssel und in Berlin unterschätzt?

Die Eurozone liefere weiter unerwartet gute Konjunkturdaten: Im letzten Jahr sei die Zahl der Arbeitslosen in Spanien um 390.000 auf 3,7 Millionen zurückgegangen. Das sei der stärkste Rückgang in der 20-jährigen Arbeitsmarkthistorie gewesen. Innerhalb der letzten vier Jahre sei die Arbeitslosigkeit um 1. Million verringert worden.

Der Index des französischen Verbrauchervertrauens habe bei 99 Punkten verharrt, nachdem der Vormonatswert auf den höchsten Wert seit neun Jahren von 98 auf 99 Punkte nach oben revidiert worden sei.

Die Verbraucherpreisentwicklung sei stärker als erwartet ausgefallen: Per Berichtsmonat Dezember habe der Preisanstieg der Eurozone von zuvor 0,5% auf 1,1% sportlich zugelegt. Die Prognose habe bei 1% im Jahresvergleich gelegen.

Gekoppelt mit den Konjunkturdaten der Eurozone sei der solitäre Verweis auf Basiseffekte im Energiesektor unprofessionell. Auch die Kernrate habe leicht von 0,8% auf 0,9% zugelegt.

Fazit Eurozone: Fasse man zusammen, Wachstum am Potenzial, das sich beschleunige und auf dem höchsten Niveau seit 2011 oszilliere. Basis des Wachstums seien nahezu solitär wiederkehrende Einkommen, also Lohnsummenzuwächse (ganz im Gegenteil zu den USA).

Zusätzliches Potenzial ergebe sich durch ein mögliches Anspringen des Kreditzyklus und/oder Aufhebung der (sinnlosen) Sanktionen gegenüber Russland.

Die Themen Deflation und Disinflation seien nicht mehr aktuell.

Passe dazu ein Leitzins bei 0%, Negativzinsen bei der EZB für Banken bei -0,40% und quantitative Anleihekäufe bis September 2017?

USA: Das Protokoll des Offenmarktausschusses der Federal Reserve sei ultimativ der Katalysator einen schwächeren Bewertung des USD gewesen.

Grundsätzlicher Optimismus hinsichtlich der voraussichtlichen fiskalischen Stimulierung/Subventionierung der US-Konjunkturlage durch die kommende Regierung unter Trump gekoppelt mit erheblichen Unsicherheiten, ob beispielsweise hoher USD Bewertung, ob zunehmender Neuverschuldung oder Inflation (implizit Stagflation) hätten das Protokoll des Offenmarktausschusses der Federal Reserve bestimmt.

An der Konjunkturfront sehe es dank üppiger Kreditvergabe im Automobilsektor bei liederlichsten Kreditvergabestandards in der US-Historie auf ersten Blick gut aus. Per Berichtsmonat Dezember habe sich der Kfz-Absatz in der auf das Jahr hochgerechneten Fassung auf 18,43 nach zuvor 17,87 Millionen Kfz gestellt. Die Prognose habe bei 17,70 Millionen Automobilen gelegen.

Man sollte sich an der quantitativen Betrachtung unter Ausblendung der qualitativen Merkmale erfreuen, solange diese Phase anhalte. Trendfähig sei sie nicht!

Aktuell ergebe sich ein Szenario, das den USD gegenüber dem EUR favorisiere. Erst ein Ausbruch über das Widerstandsniveau bei 1,0670 bis 1,0700 eröffne neue Opportunitäten und drehe den Bias wieder ins Positive. (05.01.2017/ac/a/m)