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Sa, 25. Mai 2019, 23:17 Uhr

Brexit: State Street startet "Brexometer"


19.01.17 14:51
State Street

Boston (www.aktiencheck.de) - Die State Street Corporation (NYSE: STT) lancierte heute ihren Brexometer-Index, eine vierteljährliche Analyse der Stimmung institutioneller Investoren hinsichtlich der Entscheidung des Vereinigten Königreichs, die Europäische Union zu verlassen, so State Street in einer aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung:

Im dritten Quartal 2016 wurde eine erste Umfrage durchgeführt, die als Benchmark dient. Diese wurde mit einer zweiten Umfrage im vierten Quartal 2016 im Vorfeld der heutigen Einführung verglichen.

Der Index liefert folgende wichtige Ergebnisse:

- Drei Viertel der befragten institutionellen Investoren geht davon aus, dass sie ihre Bestände an britischen Vermögenswerten (Aktien, Anleihen und/oder alternativen Anlagen) in den kommenden sechs Monaten halten werden.

- 80 Prozent der Umfrageteilnehmer erwartet, dass sich der Brexit auf ihr Geschäftsmodell auswirken wird - dies waren im Vergleich zur ersten Umfrage vier Prozentpunkte mehr.

- Fast die Hälfte erwartet, dass sich die Höhe der Investitionen in die britische Wirtschaft im kommenden Quartal verringern wird - in der ersten Umfrage war dieser Wert noch um vier Prozentpunkte geringer.

- Knapp ein Drittel der Befragten geht davon aus, dass die Inhaber von Vermögenswerten ihr Investmentrisiko in den kommenden drei bis fünf Jahren reduzieren werden - gegenüber der vorherigen Umfrage in der es etwas mehr als ein Viertel waren. Dass die Inhaber von Vermögenswerten ihr Risikoniveau erhöhen werden, glaubt hingegen etwas mehr als ein Viertel der Befragten.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass institutionelle Investoren davon ausgehen, dass der Brexit Auswirkungen auf eine ganze Reihe operativer Fragen haben wird, und in diesem Kontext haben wir festgestellt, dass sich die Anzahl an Kunden, die darauf reagieren wollen, erhöht hat. Viele scheinen auf den Brexit gut vorbereitet zu sein und setzen proaktiv Strategien zur Minimierung damit verbundener Auswirkungen um", kommentierte Jeff Conway, EMEA CEO bei State Street, die Analyse.

Michael Metcalfe, Leiter Global Macro Strategy bei State Street Global Markets, sagte: "Seit dem EUReferendum im Vereinigten Königreich sind nunmehr rund sechs Monate vergangen und die Märkte scheinen die Entwicklung größtenteils ignoriert zu haben. Fragen zum Timing der endgültigen Abspaltung des Vereinigten Königreichs von der EU und die Art ihrer künftigen Beziehungen stehen noch im Raum und haben das Potenzial, sowohl die Wirtschaft als auch das Pfund Sterling negativ zu beeinflussen. Dennoch ist es zumindest bis heute so, dass die sehr düsteren Prognosen für die britische Wirtschaft und die Aktienmärkte vor dem Brexit doch ziemlich falsch lagen."

"Obwohl das Pfund seit Oktober nicht mehr schwächer wurde, bleibt die britische Währung sehr schwach, sodass die Frage der Währungs-Bewertung offen bleibt. Dies ist offenbar Zuflüssen in britische Vermögenswerte zuträglich: Den kürzlich veröffentlichten amtlichen Kapitalflussdaten für das vierte Quartal 2016 zufolge hat das Vereinigte Königreich kaum Probleme, sein immer noch hohes Leistungsbilanzdefizit zu finanzieren. Ausländische institutionelle Investoren sind seit kurzem besonders eifrige Käufer britischer Aktien. Der Ausblick für britische Staatsanleihen ist weniger positiv, zumal die Inflationsrate bereits drei Prozent beträgt, mit steigender Tendenz."

James Binny, EMEA Währungschef bei State Street Global Advisors: "Das Pfund verlor kurz nach dem Votum stark an Wert und fiel im Oktober noch weiter. Seitdem ist das Pfund allerdings stabiler. Die Schwäche wirkte sich positiv für britische Kunden aus, die keine Kurssicherung vorgenommen hatten. Wir haben jedoch vermehrte Kurssicherungen sowohl hinsichtlich passiver als auch dynamischerer Ansätze festgestellt. Dies sowohl bei bestehenden Kunden, die das so genannte Currency-Overlay, also eine aktive Währungsstrategie verfolgen, als auch hinsichtlich Anfragen von Kunden, die vorher kein Währungsmanagement anwandten. Dies liegt möglicherweise einfach an dem Wunsch, das Risiko zu reduzieren, wenn andere Renditeerwartungen niedriger sind, aber auch daran, dass britische Investoren, die von der Pfundschwäche profitiert haben, diese Gewinne absichern wollen." (19.01.2017/ac/a/m)