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So, 9. August 2020, 23:34 Uhr

Boeing

WKN: 850471 / ISIN: US0970231058

Boeing: Wichtiger Meilenstein erreicht - Aktienanalyse


02.07.20 13:30
Der Aktionär

Kulmbach (www.aktiencheck.de) - Boeing-Aktienanalyse von "Der Aktionär":

Martin Mrowka vom Anlegermagazin "Der Aktionär" nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie des US-Flugzeugbauers Boeing Co. (ISIN: US0970231058, WKN: 850471, Ticker-Symbol: BCO, NYSE-Symbol: BA) unter die Lupe.

Boeing habe einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Wiederzulassung seiner wichtigen Modellreihe 737 Max erreicht. In den vergangenen Tagen seien mehrere Testflüge mit dem nach zwei Abstürzen mit Startverboten belegten Krisenflieger erfolgreich absolviert worden. Doch Boeing müsse weitere Hürden überspringen. Das werde dauern.

Die US-Luftfahrtaufsicht Federal Aviation Administration (FAA) habe am Mittwoch mitgeteilt, dass die dreitägigen Zertifizierungsflüge beendet worden seien. Damit sei ein wichtiger Meilenstein erreicht, allerdings sei noch eine Reihe weiterer Hürden geblieben, wie etwa die Auswertung der Flugdaten. Das Startverbot werde nur aufgehoben, wenn die Sicherheitsexperten der FAA überzeugt seien, dass die Maschine alle Standards erfülle, habe die Behörde betont.

Boeings meistverkaufter Flugzeugtyp 737 Max sei im März 2019 nach zwei Abstürzen aus dem Verkehr gezogen worden. Als Hauptursache der Unglücke gelte ein fehlerhaftes Steuerungsprogramm. Boeing habe die Probleme mit dieser Flugsteuerungs-Software eigentlich längst behoben haben wollen, stattdessen seien jedoch etliche neue Mängel hinzugekommen.

So habe es über ein Jahr gedauert, bis die FAA die entscheidende Phase der Zertifizierung eingeläutet habe. Wenn nun alles glatt gehe, könnte die 737 Max in den kommenden Monaten wieder zugelassen werden.

Aber: Am gestrigen Mittwoch sei noch ein 52-seitiger Bericht veröffentlicht worden, aus dem hervorgehe, dass Boeing im Jahr 2018 wichtige Informationen über Modifikationen am Sicherheitssystem MCAS zurückgehalten habe, das letztlich zu den tödlichen 737-Max-Unfällen geführt habe.

Das habe an der Börse erneut für Unsicherheiten gesorgt. Die Boeing-Aktie habe in freundlichem Dow-Jones-Umfeld um 1,6 Prozent nachgegeben - auf 180,32 Dollar.

Nach den Boeing-Unglücken solle es nun in den USA ein Gesetz geben, das zum einen die FAA-Aufsicht stärken solle und zum anderen den Zertifizierungsprozess zur Zulassung neuer Flugzeuge neu regele. Mit dieser Reform sollten "Mauscheleien" wie sie bei Boeing offenbar vorgekommen seien, künftig verhindert werden.

Bei Boeing seien nicht nur die 737-Max-Flugzeuge von Abbestellungen betroffen. Das Desaster habe viele Airlines bewogen, auch andere Typen wieder abzubestellen. So seien vier Jumbo-Jets 747 und 13 Langstreckenflieger vom Typ 777 gestrichen worden. Per Ende Mai sei der Orderbestand insgesamt um 602 Flugzeuge gesunken.

Darin noch nicht enthalten seien die Abbestellungen von Norwegian Air Shuttle. Die Billigflug-Airline habe Ende Juni 92 Krisenjets vom Typ 737 Max und fünf Langstreckenflieger der Marke 787 "Dreamliner" storniert und angekündigt, Boeing auf Schadensersatz zu verklagen.

Auch andere Fluggesellschaften könnten gegen Boeing klagen. In den kommenden Monaten würden dann weitere Milliarden-Belastungen auf den Flugzeugbauer zukommen. Der Start- und Auslieferungsstopp der 737 Max habe Boeing bereits rund 20 Milliarden US-Dollar gekostet. Nochmals 10 Milliarden könnten noch folgen, würden Experten schätzen.

Ohnehin sei die finanzielle Situation des US-Konzerns angespannt. Boeing habe per Ende März über ein negatives Eigenkapital von 9,0 Milliarden Dollar und eine Verschuldung von 39 Milliarden Dollar verfügt. Zum Vergleich: Konkurrent Airbus sei zur gleichen Zeit auf ein Brutto-Cash von gut 20 Milliarden Dollar sowie ein ähnliches Volumen an verfügbaren Kreditlinien gekommen.

Laut den von "Bloomberg" erhobenen Analystenprognosen könnte Boeing in diesem Jahr etwa 16 Milliarden US-Dollar an Bargeld verbrauchen.

Die vergleichsweise soliden Finanzen von Airbus sollten dem europäischen Flugzeugbauer besser als Boeing durch die Corona-Krise helfen. Auch die Aktie dürfte besser laufen als die von Boeing. Dennoch könnte es nochmals einen kräftigen Schub geben, wenn die für Boeing so wichtigen Mittelstreckenflieger vom Typ 737 Max wieder abheben dürften. Beide Aktien bleiben auf absehbare Zeit wahrscheinlich Underperformer an den Börsen, so Martin Mrowka von "Der Aktionär". (Analyse vom 02.07.2020)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus unter folgendem Link.

Welche Aktien auf absehbare Zeit bessere Chancen versprechen, lesen Sie in der neuen Ausgabe 28/20 von DER AKTIONÄR, die Sie nach Klick auf folgendes Bild einfach downloaden können.

Börsenplätze Boeing-Aktie:

Xetra-Aktienkurs Boeing-Aktie:
162,14 EUR +0,52% (02.07.2020, 13:31)

Tradegate-Aktienkurs Boeing-Aktie:
162,60 EUR +1,50% (02.07.2020, 13:45)

NYSE-Aktienkurs Boeing-Aktie:
180,32 USD -1,63% (01.07.2020)

ISIN Boeing-Aktie:
US0970231058

WKN Boeing-Aktie:
850471

Ticker-Symbol Boeing-Aktie Deutschland:
BCO

NYSE-Symbol Boeing-Aktie:
BA

Kurzprofil Boeing Co.:

Boeing Co. (ISIN: US0970231058, WKN: 850471, Ticker-Symbol: BCO, NYSE-Symbol: BA) ist eines der weltweit führenden Luft-, Raumfahrt- und Rüstungsunternehmen. Zur Produktpalette von Boeing gehören neben zivilen und militärischen Luftfahrzeugen auch Raketen, Satelliten und integrierte Verteidigungssysteme. (02.07.2020/ac/a/n)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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