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Do, 5. Dezember 2019, 16:15 Uhr

ifo- und Markit-Flash-Schätzungen enttäuschen auf voller Linie


25.10.12 11:34
Bremer Landesbank

Bremen (www.aktiencheck.de) - Der Euro eröffnet heute (08:10 Uhr) bei 1,3005, nachdem im Verlauf der letzten 24 Handelsstunden Höchstkurse im frühen europäischen Handel bei 1,3013 markiert wurden, so die Analysten der Bremer Landesbank.

Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 80,10. In der Folge notiere EUR/JPY bei 104,20, während EUR/CHF bei 1,2100 oszilliere.

Die Sentimentindikatoren für Kontinentaleuropa als auch die jüngste Bewertung des DIHK hätten gestern nachhaltig negative Akzente gesetzt. Daraus lasse sich schlussfolgern, dass die Entspannung der Defizitkrise der Eurozone bisher in Teilen der Realwirtschaft keine Traktion finde.

Der von den Analysten sehr kritisch bewertete Markit-Einkaufsmanagerindex (w/Divergenz der Indices Eurozone/UK) habe in der Schätzung per Oktober einen Rückgang beim produzierenden Sektor von zuvor 46,1 auf 45,3 Punkte geliefert. Die Prognose habe bei 46,4 Zählern gelegen. Für den Dienstleistungssektor habe sich ein Indexstand in Höhe von 46,2 nach 46, 1 Punkten ergeben (Prognose 46,4).

Der von den Analysten stark beachtete deutsche ifo-Index sei unerwartet per Oktober von zuvor 101,4 auf 100,0 Punkte gesunken (Prognose 101,5). Damit sei es zum sechsten Rückgang in Folge gekommen. Der Index liege jetzt genau bei dem Ausgangswert von 100 Punkten per 2005. Die Bewertung der zukünftigen Lage sei unverändert bei 93,2 Punkten gewesen (Prognose 93,7). Der Index, der Auskunft über die aktuelle Lage gebe, habe unerwartet von 110,3 auf 107,3 Punkte verloren (Prognose 109,8).

Erfreulich sei der geringfügige Anstieg des Verbrauchervertrauens in Italien per Oktober bezüglich des Vorzeichens gewesen. Der Index habe von zuvor 86,2 auf 86,4 Punkte zugelegt. Der Blick auf den Chart verdeutliche jedoch, dass das Indexniveau als prekär eingestuft werden müsse.

Auch aus Großbritannien würden markante Molltöne dominieren. Der von CBI ermittelte Index über den Trend der Auftragseingänge sei per Berichtsmonat August unerwartet von zuvor -8 auf -23 Punkte abgesackt. Die Prognose habe bei -6 Zählern gelegen. Der Index habe den schwächsten Wert seit Dezember 2011 markiert. Der Blick auf den Chart unterstreiche die prekäre Situation in der britischen Wirtschaft und werfe Fragen über die Qualität des Markit PMIs bezüglich des produzierenden Sektors auf.

Die Entwicklung der US-Hauspreise laut Berechnung der FHFA sei per August weiter positiv. Es sei zu einem Anstieg im Monatsvergleich um 0,7% nach zuvor 0,1% (revidiert von 0,2%) gekommen. Im Jahresvergleich übersetze sich das in eine Zunahme um 4,7% nach zuvor 3,7%. Der Chart des Preisindex verdeutliche die bisher erfolgreiche Bodenbildung und milde Trendwende.

Der US-Absatz neuer Wohnimmobilien habe sich in der annualisierten (auf das Jahr hochgerechnet) Fassung auf 389.000 (Prognose 385.000) nach 368.000 (revidiert von 373.000) gestellt. Auch hier sei eine Bodenbildung erkennbar. Das Niveau des Absatzes sei und bleibe jedoch kritisch.

Das konjunkturelle Bild, das in den letzten drei Wochen tendenziell aufgehellt habe, habe sich mit den Datensätzen der letzten drei Tage wieder ein Stück weit eingetrübt. Die Analysten seien an dieser Stelle nicht bereit, diese jüngste Entwicklung der letzten drei Tage als Trend zu extrapolieren. Ganz im Gegenteil. Viele Nachrichten seien gleichzeitig positiv. Das gelte beispielsweise für den deutschen Maschinenbau, es gelte für den Softwareriesen SAP (ISIN DE0007164600/ WKN 716460), es gelte für China und es beteiffe auch den diesjährigen Status der Refinanzierung Spaniens. Das Glas Wasser sei mehr als halbvoll.

Zusammenfassend ergebe sich ein Szenario, das den EUR gegenüber dem USD favorisiere. Erst ein nachhaltiges Unterschreiten der Unterstützungszone bei 1,2780 bis 1.2810 neutralisiere den positiven Bias des Euros. (25.10.2012/ac/a/m)