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So, 21. Juli 2019, 16:48 Uhr

US-Treasuries etwas niedriger


08.05.03 16:13
Hamburgische LB

Die Renditen der US-Staatsanleihen rentieren gegenwärtig etwas niedriger als Anfang April, berichten die Analysten der Hamburgischen Landesbank.

Das gelte sowohl für die Kurz- als auch für die Langläufer. Mit Ausnahme des Renditerutschs nach der FOMC-Sitzung am 6. Mai seien die Renditeschwankungen in den vergangenen Wochen allerdings sehr gering ausgefallen.

Dennoch ließen sich zwei unterschiedliche Phasen unterscheiden. In der ersten, die bis zur Monatsmitte gedauert habe, habe die Entwicklung im Irak-Krieg im Vordergrund gestanden. Mit zunehmender Zuversicht in ein baldiges Ende der Militäraktionen sei es zu einem deutlichen Renditeanstieg über die gesamte Kurve von gut 20 bp gekommen. Während der zweiten Phase seien Konjunkturdaten - erstmals seit Monaten - wieder in den Blickpunkt der Bondmarkt-Investoren gerückt. Und diese hätten ein recht eindeutiges, nämlich trübes Bild der Wachstumsperspektiven für die USA verzeichnet.

Einzige Hoffnungsschimmer seien ein starker privater Verbrauch sowie das sprunghaft gestiegene Verbrauchervertrauen gewesen. Letzteres sei allerdings auf das Ende des Krieges zurückgeführt worden und in der Tat liege der Vertrauensindikator trotz des Anstiegs nun wieder auf dem Niveau vom Januar - mehr nicht. Es gehe davon folglich kein Aufbruchsignal aus.

Fast alle anderen Konjunkturdaten hätten vielmehr Zweifel an einer raschen Konjunkturerholung verstärkt. An erster Stelle sei das schwache BIP-Wachstum für das I. Quartal zu nennen. Der geringe Anstieg um lediglich 1,6 vH sei auf eine schwache Entwicklung aller inländischen Nachfragekomponenten zurück zu führen, wobei vor allem ein spürbarer Rückgang der Ausrüstungsinvestitionen belastet habe - eine Folge der Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Irak-Krieg. Daneben hätten die Industrieproduktion und der bisher so stabile Einkaufsmanager-Index enttäuscht.

Da am Arbeitsmarkt noch keine Trendwende zum Besseren zu erkennen sei, hätten sich Hoffnungen auf eine baldige kräftige Erholung erübrigt. Das bondmarktfreundliche Umfeld sei durch die nur moderaten Preissteigerungsraten abgerundet worden. Dank des spürbaren Rückgangs des Ölpreises - gegenüber den Höchstständen im März um immerhin gut 10 US-Dollar pro Barrel - seien im gegenwärtigen Umfeld keine Inflationsrisiken mehr zu erkennen. Vor diesem Hintergrund habe auch der spürbar festere Aktienmarkt keine Belastung für die US-Treasuries dargestellt.