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Di, 20. August 2019, 12:08 Uhr

US-Treasuries Renditerückgang


15.05.03 11:11
Hamburgische LB

Mit schwachen Einzelhandelsumsätzen und einem leicht niedrigeren Importpreisindex hatten die Akteure am US-Staatsanleihemarkt ja gerechnet, so die Analysten der Hamburgische Landesbank.

Dass der Konsumnachfragerückgang (-0,1 vH; ex Autos -0,9 vH) und der Importpreisrückgang (-2,7 vH) aber derart weit unter den ohnehin schon niedrigen Consensus-Schätzungen ausgefallen seien, habe dann doch überrascht und den lang laufenden Treasuries einen kräftigen Renditerückgang auf neue 40-Jahres-Tiefstände beschert. Zwar gehe bei beiden Indikatoren ein Großteil des Rückgangs auf das Konto der kräftig gesunkenen Rohöl- und Benzinpreise. Doch ein Preisrückgang von fast 10 vH bei importierten Industrieprodukten habe die Akteure in ihren Deflationsbefürchtungen bestärkt.

Dass da natürlich die long bonds eine Kursexplosion hinlegen würden, sei nicht verwunderlich. Heute stehe dem Markt eine wahre Flut neuer Wirtschaftsdaten ins Haus. Nach der Disinflationswarnung der FED genieße die Erzeugerpreisdaten nach einem jahrelangen Dornröschenschlaf wieder volle Aufmerksamkeit. Infolge der überraschenden Importpreisdaten liege die Flüsterschätzungen aber schon merklich unterhalb der Consensusschätzungen von -0,6 vH bzw. -0,1 vH für die Kernrate.

Daneben stünden Industrieproduktion (e: -0,4 vH), Kapazitätsauslastung (e: 74,4 vH), jobless claims (e: 427 Tsd) und business inventories (e: +0,2 vH) an. Interessanterweise würden die einzigen beiden vorlaufenden Indikatoren - der Empire Manufacturing Index (e: -8,25) und der Philadelphia Fed Index (e: -4) - zwar ebenfalls im roten Bereich erwartet, dürften jedoch besser als im Vormonat ausfallen. Das werde aber wohl niemanden so recht interessieren, die Akteure seien auf der Suche nach Belegen für eine anhaltende Konjunkturschwäche und Deflationsgefahren. Und da gebe es mit den übrigen Daten genug Futter. Insofern sollte sich die Kurvenverflachung heute weiter fortsetzen.