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Sa, 19. Oktober 2019, 19:36 Uhr

Stabilität prägt den Jahresbeginn an den Märkten


08.01.13 14:01
Bremer Landesbank

Bremen (www.aktiencheck.de) - Der Euro eröffnete heute (07:51 Uhr) bei 1,3112 USD, nachdem im Verlauf der letzten 24 Handelsstunden Tiefstkurse im europäischen Handel bei 1,3018 USD markiert wurden, so die Analysten der Bremer Landesbank.

Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 87,40. In der Folge notiere EUR/JPY bei 114,58, während EUR/CHF bei 1,2088 oszilliere.

Die ersten Tage des Neuen Jahres würden zunächst einmal Stabilität signalisieren. Das gelte für den Euro, es gelte für die Aktienmärkte und auch den Bondmarkt. Gut, es gilt nicht für Edelmetalle. Gold stehe nach den spektakulären Attacken per November und Dezember weiter unter Druck trotz renitenter hoher physischer Nachfrage. Erstaunlich sei die Preisentwicklung bei Silber, da der industrielle Verbrauch eine erhebliche Bedeutung bei der Nachfragesituation spiele. Die Analysten seien gespannt, ob sich die Papierspieler via Future oder ultimativ die physische Nachfrage preislich durchsetze. Wenn man die vergangenen zwölf Jahre als Prolog verstehe, hätten sich die Papierspieler via Future immer nur temporär durchgesetzt. Bei der Parität EUR/USD tue sich der Euro gegenüber dem USD im Bereich von 1,33 schwer.

Man werfe einen kurzen Blick auf deutsche Wirtschaftsdaten und Entwicklungen. Die Analysten würden die Kreditanstalt für Wiederaufbau zum aktuellen Mittelstandsbarometer zitieren: "Die von der KfW für das zweite Quartal 2013 prognostizierte konjunkturelle Wende zeichnet sich immer klarer ab. Die mittelständischen Geschäftserwartungen haben sich im Dezember 2012 kräftig verbessert. Das vorangegangene Dreieinhalbjahrestief aus dem September wird nach diesem dritten Anstieg in Folge inzwischen um fast zehn Zähler übertroffen. Im Gesamtjahr 2013 ist aufgrund des schwachen Winterhalbjahres 2012/13 und der zunächst noch sehr geringen Investitionsbereitschaft der Firmen dennoch nur knapp ein Prozent Realwachstum drin."

Die Analysten seien gemäß Jahresausblick 2013 optimistischer - Fakt sei, dass die Richtung mit der KfW übereinstimme. Die Handelsbilanz Deutschlands besteche weiterhin. Per November sei die Billionenmarke vorzeitig geknackt worden. Das Gesamtvolumen der Exporte belaufe sich in den ersten elf Monaten auf 1.018,4 Mrd. Euro. Im Jahresvergleich sei es in diesem Zeitraum zu einem Anstieg um 4,3% gekommen. Der Anstieg sei durch Exporte in Drittländer getragen (+10,4%). Dagegen seien die Exporte hinsichtlich der maladen Konjunkturlage in die Eurozone um -1,7% (EU-Länder insgesamt: +0,2%) gesunken.

Erfrischend sei die Tatsache, dass die Importe aus der Eurozone im Jahresvergleich um 1,3% zugelegt hätten (Gesamtimporte: +1,4%). Hier werde deutlich, dass die Divergenz zwischen Nord- und Südeuropa innerhalb der Eurozone abgebaut werde, da sich Konkurrenzfähigkeit durch die Reformen ergebe.

In der Eurozone sei gestern der Sentix-Index per Januar veröffentlicht worden, der in den letzten Jahren zunehmende Bedeutung in der Wahrnehmung erfahren habe. Der Index habe unerwartet von zuvor -16,8 auf -7,0 Punkte zugelegt. Die Prognose habe bei lediglich -15,0 Zählern gelegen. Damit sei es zum fünften Anstieg in Folge seit dem bei -30,3 Punkten angesiedelten Tiefpunkt per August 2012 gekommen.

Es tue sich was in Deutschland und in der Eurozone. Die Reformen hätten die Grundlagen für nachhaltiges Wachstum in der Eurozone verbessert. Man sollte diese Erfolge nicht zerreden. Deswegen würden sich die Analysten der Bremer Landesbank über die Einlassungen des Bundespräsidenten Herrn Gauck freuen:

"Berlin, 07. Jan (Reuters) - Bundespräsident Joachim Gauck hat Griechenland die Solidarität Deutschlands im Kampf gegen die Schuldenkrise versichert und den Medien eine Mitschuld für die Eskalation in den bilateralen Beziehungen gegeben. Er habe Respekt vor den Reformanstrengungen des Landes, sagte Gauck in einer Rede beim Mittagessen mit dem griechischen Präsidenten Karolos Papoulias am Montag in Berlin. "Ich wage mir gar nicht auszumalen, was geschähe, wenn im deutschen öffentlichen Dienst die Gehälter um bis zu 30 Prozent gekürzt und Renten um bis zu 40 Prozent beschnitten würden", sagte Gauck. Griechenland sei ein unverzichtbarer Teil der Europäischen Union. Zur Mitgliedschaft des Landes in der Eurozone äußerte sich Gauck aber nicht.

Der Bundespräsident äußerte zudem Kritik an deutschen Medien. Die vergangenen Jahre seien für die bilateralen Beziehungen nicht einfach gewesen. "Waren es auch die mitunter verletzenden und bisweilen unverantwortlichen Kommentierungen in der Presse, hier wie dort, die zusätzlich Öl ins Feuer gegossen haben?", fragte er. Jetzt spreche man aber wieder mehr miteinander als übereinander. Am Dienstag wird sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras treffen." Dem sei nichts hinzuzufügen!

Zusammenfassend ergebe sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiere. Ein Unterschreiten der Unterstützung bei 1,2970/00 neutralisiere das positive Bias. (08.01.2013/ac/a/m)