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Mo, 10. August 2020, 10:31 Uhr

Nachrichtenmix aus der Eurozone konnte einmal mehr überzeugen


04.12.12 11:44
Bremer Landesbank

Bremen (www.aktiencheck.de) - Der Euro eröffnete heute (07:50 Uhr) bei 1,3058 USD, nachdem im Verlauf der letzten 24 Handelsstunden Tiefstkurse im europäischen Handel bei 1,3020 USD markiert wurden, so die Analysten der Bremer Landesbank.

Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 82,05. In der Folge notiere EUR/JPY bei 107,10, während EUR/CHF bei 1,2085 oszilliere.

Der Nachrichtenmix aus der Eurozone habe gestern einmal mehr überzeugen können. Griechenland überrasche sowohl mit der Methode des Ankaufprogramms als auch mit attraktiven Modalitäten. Die Wahrscheinlichkeit eines Erfolgs sei damit als hoch zu klassifizieren. Spaniens Banken würden die notwendige Geldspritze erhalten, um dann in der Lage zu sein, ihren volkswirtschaftlichen Funktionen in angemessener Art und Weise nachzukommen. Portugal sei auf einem guten Weg und erfülle die Bedingungen für eine Fortsetzung der Alimentierung durch die Troika.

Auch der Einkaufsmanagerindex der Eurozone für das Produzierende Gewerbe sei seitens Markits per finalem Wert per November auf dem erhöhten Niveau bei 46,2 Punkten bestätigt worden. Die Analysten seien unverändert sehr erstaunt, dass der Index für Großbritannien, das in diesem Sektor latent von Rezession geplagt sei, mit 49,1 Punkten deutlich besser ausfalle.

Markit erlaube sich auch einen Einkaufsmanagerindex für die USA zu ermitteln. Per November habe dieser PMI von zuvor 52,4 auf 52,8 Punkte zugelegt. Der viel beachtete US-ISM Manufacturing Index sei dagegen per November unerwartet von 51,7 auf 49,5 Punkte gesunken und markiere damit das tiefste Niveau seit Juli 2009! Die Prognose habe bei 51,3 Zählern gelegen.

Diese durchaus erhebliche Divergenz zwischen Markit und ISM würden die Analysten zur Kenntnis nehmen. Hinsichtlich der leichten Belebung der Weltwirtschaft würden sie dazu neigen, in diesem Fall dem Pendant von Markit mehr Vertrauen entgegenzubringen. Das Ergebnis des ISM-Index lasse sich bestenfalls mit Sorgen über das "fiscal cliff" und nicht der tatsächlichen Situation in dem Produzierenden Sektor erklären.

Die US-Bauausgaben hätten per Berichtsmonat Oktober um 1,4% zugelegt. Die Prognose habe bei nur 0,5% gelegen. Der Vormonatswert sei von +0,6% auf +0,5% revidiert worden. Hier habe sich das beste Ergebnis seit September 2009 ergeben.

Drei von vier Veröffentlichungen seien gestern positiv zu bewerten gewesen. Der US-Aktienmarkt habe sich auf das eine negative Datum fokussiert… Dabei müsste man sich in New York zunächst keine Sorgen machen. Die FED agiere weiter aggressiv. Herr Rosengren von der Boston-FED favorisiere auch per 2013 Anleihekäufe in einem Volumen von 85 Mrd. USD monatlich, also 1.020 Mrd. USD jährlich.

Man solle sich rein theoretisch vorstellen, wie die Eurozone bei einer solchen Alimentierung nach den Strukturreformen reüssieren würde - konjunkturell und fiskalisch…. Nun denn, das stehe nicht auf der Agenda, weil die EZB-Stabilitätspolitik betreibe und sich massiv von den Ansätzen der FED und der BoE abhebe. Das sei auch richtig so.

Frage man sich in der FED eigentlich nach einer "Exit-Strategie"? Wo seien die "Weidmänner" der FED und der BoE und wieso werde dieser Politikansatz der BoE und der FED so lässig von Märkten abgenickt, während profunde Reform- und Stabilitätspolitik in der Eurozone von aggressiver Skepsis begleitet werde? Mehr noch werde die Skepsis insbesondere von deutschen Protagonisten üppig genährt und die Reformerfolge unsachlich ausgeblendet. Fragen über Fragen, die auf sachliche und professionelle Antworten warten würden.

Trotz hoher physischer Nachfrage nach Gold und Silber und vereinzelten Lieferengpässen komme es in den letzten Wochen zu aggressiven Rücksetzern ohne fundamentale Hintergründe der Edelmetallpreise bei dubiosem Verhalten der maßgeblichen Marktteilnehmer an den US-Future-Märkten. Fakt sei, dass ein monopolistisches Oliogopol mit US-Interessenhintergrund dieses Segment beherrsche. Fakt sei, dass die CFTC seit Jahren Manipulationsvorwürfe gegen dieses mögliche Kartell untersuche und zu keinem Ergebnis komme, obwohl es erdrückende Beweislast durch Statistik und sogar "Whistleblower" bei J.P. Morgan Chase & Co. (ISIN US46625H1005/ WKN 850628) gegeben habe?

Man sollte nicht nur über freie Märkte wohlfeile Reden halten und Forderungen stellen, sondern sie zulassen. Das gelte vor allen Dingen für Edelmetalle. In London und NY heiße es doch schon seit mehr als zwei Dekaden, dass Edelmetalle, allen voran Gold, ein Relikt alter Zeiten sei. Dann solle man die Edelmetalle sich doch auch preislich frei entwickeln lassen oder sei Gold eben doch nicht ein Relikt alter Zeiten und die Öffentlichkeit solle/sollte nur abgelenkt werden, um egozentrische Süppchen zu kochen, die unter Umständen mit nicht eindeckbaren Short-Positionen" aus dem "Gold-Carry Trade", der von Ende der 1980er Jahre bis Anfang des Jahrtausends prominent gewesen sei, zusammenhängen würden?

Gold Carry-Trade: Banken würden Gold zu weniger als 0,1% Zinsen p.a. bei Zentralbanken leihen, Gold werde gegen USD getauscht und am US-Geldmarkt oder anderswo angelegt, Positionen seien zwischen späten 1980er bis Anfang 2000 latent ausgeweitet worden. Hätten westliche Zentralbanken Papierforderungen auf Gold, das im Volumen nicht mehr eindeckbar sei? Fragen über Fragen und keine Antworten der Zentralbanken.

Zusammenfassend ergebe sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiere. Ein Unterschreiten der Unterstützung bei 1,2820/50 neutralisiere das positive Bias. (04.12.2012/ac/a/m)