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Mo, 10. August 2020, 11:21 Uhr

Moody's entzieht ESM und EFSF das Spitzenrating - Eurozone muss eigene Wege gehen


03.12.12 14:10
Bremer Landesbank

Bremen (www.aktiencheck.de) - Der Euro eröffnet heute (07:55 Uhr) bei 1,3025, nachdem im Verlauf der letzten 24 Handelsstunden Tiefstkurse im europäischen Handel bei 1,2969 markiert wurden, so die Analysten der Bremer Landesbank.

Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 82,30. In der Folge notiere EUR/JPY bei 107,20, während EUR/CHF bei 1,2060 oszilliere.

Die Analysten würden sich freuen, dass Deutschland bereits in diesem Jahr voraussichtlich mit einem ausgeglichenen Haushalt reüssieren könne. In seiner aktualisierten Mittelfristprojektion gehe das Finanzministerium davon aus, dass Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen zusammengenommen 2012 ohne Defizit geblieben seien, habe eine Sprecherin am Sonntag in Berlin einen Bericht des "Spiegel" bestätigt. Per 2013 und 2014 stünden Überschüsse auf der Agenda. Das gilt natürlich nur, sofern sich "unsere Freunde" in London und New York nicht ultimativ durchsetzen, so die Analysten der Bremer Landesbank.

Das globale Konjunkturbild helle sich seit Ankündigung des Staatsanleihekaufprogramms der EZB sukzessive auf, die eine Ausweitung der Spekulation auf den Zerfall der Eurozone gestoppt sei. Damit bestätige sich die These der Analysten, dass die konjunkturellen Dynamikverluste in der Weltwirtschaft nicht Ausdruck von Sättigungseffekten in der Zyklik gewesen seien, sondern Folgen des aus der Defizitkrise der Eurozone resultierenden politischen Risikos.

Chinas Industrie sei einer Umfrage zufolge im November erstmals seit 13 Monaten wieder gewachsen. Laut endgültigen Daten der Großbank HSBC sei der Einkaufsmanagerindex für November auf 50,5 Punkte von 49,5 Punkten im Oktober geklettert. Damit hätten sich die Ende November veröffentlichten vorläufigen Daten bestätigt. Es sei das erste Mal seit Oktober 2010, dass der Wert von 50 Zählern ab dem Wachstum signalisiert werde, überschritten worden sei. Was für China gelte, gelte für die Weltwirtschaft.

Die Analysten würden sich den am Freitag veröffentlichten Wirtschaftsdaten zuwenden: Die Verbraucherpreise der Eurozone hätten per November laut erster Schätzung einen Anstieg um 2,2% (Prognose 2,4%) nach zuvor 2,5% verzeichnet. Die Analysten würden sich über den Rückgang freuen, sie seien jedoch bezüglich ihrer Konjunkturerwartung nicht bereit, daraus einen Trend zu definieren.

Die Arbeitslosenrate der Eurozone habe von 11,6% auf 11,7% per Oktober zugelegt und damit einen neuen historischen Höchstwert markiert. Der Arbeitsmarkt sei spätzyklisch. Die Chance auf eine konjunkturelle Verstetigung der Reformländer nehme zu. Traktion am Arbeitsmarkt liege noch in weiterer Ferne.

Die persönlichen Einkommen seien per Berichtsmonat Oktober im Monatsvergleich unverändert gewesen. Die Prognose habe bei +0,2% nach zuvor +0,4% gelegen. Der private Konsum sei unerwartet um -0,3% nach zuvor +0,4% gesunken.

Der Einkaufsmanagerindex aus Chicago habe per November von zuvor 49,9 auf 50,4 Punkte zugelegt. Die Prognose habe bei 50,5 Zählern zugelegt.

Zusammenfassend ergebe sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiere. Ein Unterschreiten der Unterstützung bei 1,2820/50 neutralisiere den positiven Bias. (03.12.2012/ac/a/m)