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Mo, 21. September 2020, 14:34 Uhr

Märkte sehnen Lösung für Griechenland herbei


22.11.12 12:31
Bremer Landesbank

Bremen (www.aktiencheck.de) - Der Euro eröffnete heute (08:07 Uhr) bei 1,2850 USD, nachdem im Verlauf der letzten 24 Handelsstunden Tiefstkurse im europäischen Handel bei 1,2742 USD markiert wurden, so die Analysten der Bremer Landesbank.

Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 82,53. In der Folge notiere EUR/JPY bei 106,05, während EUR/CHF bei 1,2048 oszilliere.

Eigentlich befinden wir uns in bekannten Fahrwassern, so die Analysten der Bremer Landesbank. Die Politik habe es Anfang dieser Woche wieder nicht geschafft, sich auf eine große Griechenland-Lösung zu verständigen. Die Verbalakrobatik von Herrn Juncker habe zwar auf konstruktive Gespräche schließen lassen, aber die Märkte hätten in der Vergangenheit praktische Lösungen und keine Diplomatensprache ("extensive Gespräche") verlangt. Nun scheine sich das Blatt aber zugunsten der Eurozone zu wenden. Die angestrebte Lösung um Griechenland sei letzten Dienstag sehr schnell auf den kommenden Montag verschoben worden. Es sollten noch Details zu klären sein. Die Märkte hätten nicht wie in den letzten Monaten häufig beobachtet sehr sprunghaft und nervös reagiert, sondern würden jetzt den Euro-Finanzministern einen Vertrauensvorschuss geben.

Frau Merkel habe sich im Vorfeld geäußert und einmal mehr klargestellt, dass Griechenland im Euro bleiben solle. Sie habe auch durchblicken lassen, dass Montag mit einer Lösung gerechnet werden könne. Sie habe gesagt: "Ich glaube, es gibt Chancen, man weiß es nicht, am Montag dann eine Lösung zu haben". Auch Wolfgang Schäuble habe sich zuversichtlich geäußert: "Am Montag werden wir einen entsprechenden Beschluss fassen."

Es werde auf eine last-minute-Rettung herauslaufen. Das verschuldete Land brauche dringend kurzfristig 14 Mrd. EUR, um eine Pleite abwenden zu können. Griechenland habe geliefert und alle Voraussetzungen erfüllt, die ihnen zur Auszahlung der nächsten Hilfstranche auferlegt worden seien. Nun komme man dem D-Day sehr nahe…

Damit dürfte der Fokus der beiden letzten Handelstage klar sein. Heute erwarte man keine großen Impulse, da in den USA Feiertag sei und von der Datenfront bis auf den ifo-Geschäftsklimaindex keine weiteren Zahlen zur Veröffentlichung anstünden.

Heute Morgen habe man eine erfreuliche Meldung aus der Eurozone zu vermelden. Die Einkaufmanagerindices von Markit für Frankreich und Deutschland würden zwar weiterhin unter der Wachstumsschwelle tendieren, hätten aber trotzdem positive Akzente setzen können. Die Flash-Schätzung für Frankreichs Industrie sei mit 44,7 nach 43,7 gekommen. Die Dienstleistungen seien mit 46,1 nach 44,6 veröffentlicht worden. Beide Werte hätten deutlich oberhalb der Erwartungen gelegen.

Für Deutschland habe der Industriewert bei 46,8 nach zuvor 46,0 gelegen. Die Dienstleistungen seien etwas schwächer als im Vormonat ausgefallen. Im November habe sich der Wert auf 48,0 nach 48,4 gestellt.

Zum positiven Tenor aus der Eurozone kämen erfreuliche Daten aus China. Der HSBC-Einkaufsmanagerindex habe hier die relevante Wachstumsschwelle nach über einem Jahr wieder überspringen können. Die Weltwirtschaft warte jetzt auf Impulse aus dem Euroland, damit der bremsende Klotz am Bein endlich entfernt werden könne und die Konjunktur wieder Fahrt aufnehmen könne.

Man blicke kurz auf die Zahlen von gestern:

Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe seien in den USA in der vergangenen Woche auf 410.000 nach zuvor 451.000 gesunken. Es seien immer noch Nachwirkungen von "Sandy" zu spüren, nachdem in der Vorwoche der Höchstwert erreicht worden sei. Somit seien die aktuellen Zahlen immer noch mit Vorsicht zu genießen und würden sich voraussichtlich in der nächsten Zeit weiter glätten.

Der Wert für das US-Verbrauchervertrauen im November habe sich auf 82,7 nach zuvor 84,9 gestellt. Zwar sei ein leichter Rückgang im Vorfeld favorisiert worden (84,5), die tatsächliche Entwicklung habe jedoch darunter gelegen. Nach und nach werde das Momentum vom "fiscal cliff" dominiert.

Der US-Frühindikator des Conference Boards habe im Oktober bei 0,2% nach revidierten 0,5% im September gelegen. Damit könne von einem moderaten Wachstum im ersten Quartal 2013 ausgegangen werden. Besonders die Nachfrage nach größeren Verbrauchsgütern habe die Indikatoren beeinflusst.

Zusammenfassend ergebe sich ein Szenario, das eine neutrale Haltung in der Parität EUR/USD favorisiere. Erst ein Ausbruch aus der Bandbreite von 1,2580 bis 1,2900 eröffne neue Opportunitäten. (22.11.2012/ac/a/m)