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Do, 17. Oktober 2019, 2:59 Uhr

Internationale Wirtschaftsdaten konnten überwiegend nicht nachhaltig überzeugen


15.11.12 12:08
Bremer Landesbank

Bremen (www.aktiencheck.de) - Der Euro eröffnet heute (07:50 Uhr) bei 1,2740, nachdem im Verlauf der letzten 24 Handelsstunden Tiefstkurse im europäischen Handel bei 1,2706 markiert wurden, so die Analysten der Bremer Landesbank.

Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 80,85. In der Folge notiere EUR/JPY bei 103,00, während EUR/CHF bei 1,2038 oszilliere.

Man höre aus der Federal Reserve und der Bank of Japan, dass es eine hohe Wahrscheinlichkeit weiterer quantitativer Maßnahmen gebe. Die Analysten der Bremer Landesbank wollen diesen Umstand nutzen, um eine Lanze für die Politik der EZB unter der Führung Draghis zu brechen. Sie hätten an dieser Stelle immer wieder betont, dass die EZB der letzte Hort sinnvoller Stabilitätspolitik sei.

Stabilitätspolitik beinhalte neben angemessener Zins- und Geldpolitik die Verantwortung für die Traktion der Zins- und Geldpolitik. Genau auf diesen Feldern agiere die EZB verantwortungsvoll. Mehr noch habe sie in dieser Krise bewiesen, dass sie auch restriktiv agiere, wenn der Rahmen dafür sachlich gegeben sei. Zahlen und Zahlenverhältnisse seien aussagekräftig. Der Blick auf die Staatsanleihekäufe, für die die EZB unverändert von vielen Seiten angefeindet wird, verdeutlicht, dass die EZB das Paradepferd der Stabilitätspolitik im Zentralbankensektor der großen Industrienationen war und ist, so die Analysten der Bremer Landesbank.

Die Bewertung der Staatspapiere der Reformländer trage nicht den Reformen Rechnung (politische Funktion der Agenturen) und sei Ausdruck von Marktineffizienz. Entsprechend sei das Handeln der EZB von Verantwortung geprägt, das Schicksal dieser Länder nicht billig im Rahmen prozyklischer Bilanzierungsdynamik zu opfern. Draghi liege auch richtig, dass damit Deutschland geschützt werde, denn 70% der deutschen Exporte des Mittelstands, der für 70% aller deutschen Arbeitsverhältnisse stehe, würden in die Eurozone gehen.

Die Daten und Nachrichten aus der Eurozone seien überwiegend positiv. Frankreich überrasche mit 0,2% Wachstum im zweiten Quartal. Deutschland weise 0,2% Wachstum aus, was vor drei Monaten im Konsensus noch nicht für möglich gehalten worden sei, nachdem die Analysten und Volkswirte bereits im zweiten Quartal positiv überrascht worden seien (+0,3%). Bei Griechenland gehe es voran. Irlands Bonitätsausblick werde von Fitch von negativ auf stabil gesetzt. Der französische Premier bemühe sich das "Sonnenkönig"-Image französischer Präsidenten und die damit einhergehende Selbstherrlichkeit zu besprechen, zu nivellieren und um Verständnis zu werben.

Die Wirtschaftsdaten hätten gestern überwiegend nicht nachhaltig überzeugen können: Die Industrieproduktion der Eurozone sei per September, dem Höhepunkt der europäischen Defizitkrise, um -2,5% im Monatsvergleich gesunken. Die Prognose habe bei -1,9% gelegen. Positiv sei anzumerken, dass der Vormonatswert von +0,6% auf +0,9% revidiert worden sei. Im Jahresvergleich habe sich im September als Folge eine Punktlandung mit -2,3% nach -1,3% ergeben (revidiert von -2,9%, setze einige Aufwärtsrevisionen in den Vormonaten voraus …).

Die US-Einzelhandelsumsätze seien im Monatsvergleich per Oktober um -0,3% gesunken. Die Prognose habe bei -0,2% gelegen. Auch hier sei der Vormonatswert von +1,1% auf +1,3% revidiert worden, sodass das aggregierte Zweimonatsergebnis im Rahmen der Erwartungen gelegen habe. Fakt sei andererseits, dass nach drei Monaten solider Anstiege offensichtlich Frühausläufer des Risikos des "Fiscal Cliff" erkennbar würden.

Die Erzeugerpreise hätten sich in den USA per Oktober im Monatsvergleich auf -0,2% nach zuvor +1,1% gestellt. Im Jahresvergleich habe sich eine Zunahme um 2,3% nach zuvor 2,2% ergeben.

Die US-Lagerbestände hätten per September im Monatsvergleich um 0,66% nach zuvor 0,61% zugenommen. Entscheidend sei die Relation zum Absatz. Per September habe der Absatz um 1,4% nach zuvor 0,6% zugelegt. In der Folge sei es zu einem Rückgang des "Inventory/Sales Ratio" von 1,29 auf 1,28 Monatsumsätze Lagerbestand gekommen.

Zusammenfassend ergebe sich ein Szenario, das eine neutrale Haltung in der Parität EUR/USD favorisiere. Erst ein Ausbruch aus der Bandbreite zwischen 1,2580 und 1,2900 eröffne neue Opportunitäten. (15.11.2012/ac/a/m)