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Mo, 10. August 2020, 11:22 Uhr

Gemengelage um Euro stimmt optimistisch


30.11.12 10:46
Bremer Landesbank

Bremen (www.aktiencheck.de) - Der Euro eröffnet heute (07:53Uhr) bei 1,3000, nachdem im Verlauf der letzten 24 Handelsstunden Tiefstkurse im amerikanischen Handel bei 1,2946 markiert wurden, so die Analysten der Bremer Landesbank.

Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 82,45. In der Folge notiere EUR/JPY bei 107,15, während EUR/CHF bei 1,2042 oszilliere.

Auch gestern habe man sich wieder in der bekannten Bandbreite 1,2880 bis 1,3020 bei EUR/USD bewegt. Die US-Zahlen, die gestern veröffentlicht worden seien (BIP, Arbeitslosenzahlen, Hausverkäufe) hätten den Kurs (noch) nicht aus den bekannten Fahrwassern lotsen können.

In diesem richtungslosen Umfeld seien Anleihen von Italien gesucht geblieben, die durch eine sehr gut verlaufende Auktion Mitte der Woche beflügelt worden seien. Dort seien 10-jährige Papiere zu 4,45% emittiert worden, was eine sehr positive Signalwirkung ausgesendet habe. Das Umfeld für diese Staatsanleihen sei damit so günstig wie seit April 2010 nicht mehr.

Die Konjunkturzahlen, die uns gestern aus der Eurozone erreichten, deuten ebenfalls auf eine Entspannung der Lage hin, so die Analysten der Bremer Landesbank. Die Großwetterlage in Europa verbessere sich zusehends (Geschäftsklima, Verbraucherstimmung, Industriebefragung). Die Werte gäben keinen Anlass zu Euphorie, würden aber einen positiven Trend zeigen. Spätestens im zweiten Quartal 2013 rechne nun auch die EZB mit einer deutlichen Erholung der europäischen Wirtschaft.

Heute Morgen schicke sich der Euro in einem freundlichen Umfeld an, die wichtige 1,3020 Schwelle zu testen. Sollte ein nachhaltiges Überschreiten gelingen wäre der Weg nach oben in Richtung 1,3110 und in der Folge auf längere Sicht 1,34/1,3500 frei.

Später stehe die Beschlussfassung im Bundestag über die Griechenland Hilfen auf der Agenda. Die Analysten würden davon ausgehen, dass die Bundestags-Mehrheit für die nächsten Hilfszahlungen zu Stande komme.

Die Begleitmusik um einen eventuellen Schuldenschnitt für Griechenland werde man in den nächsten Tagen nicht mehr hören. Es sei davon auszugehen, dass Details über das Schuldenrückkaufprogramm und seine genaue Ausgestaltung erst Mitte Dezember veröffentlicht würden.

Starke Impulse von der Datenfront würden heute nicht erwartet. Die Daten würden keinen großen Spielraum für Überraschungen bieten. Der Fokus bleibe weiter auf die Aussagen rund um das "fiscal cliff" gerichtet.

Das US-BIP sei im zurückliegenden Quartal mit 2,7% auf annualisierter Basis gewachsen. In der vorherigen Schätzung sei der Wert noch deutlich niedriger mit 2,0% geschätzt worden. Die Dynamik sei deutlich höher als im bisherigen Jahresverlauf, wo die Wachstumsraten bei 2,0/1,3% gelegen hätten (1. u. 2. Quartal).

Besonderer Treiber seien die Verbraucherausgaben für langlebige Güter (+8,7%), housing investments (+14,2%) und Staatsausgaben (+9,5%) gewesen. Dies sei auch für Deutschland eine positive Nachricht, denn die Exporte in die USA würden in diesem Jahr mehr denn je brummen. Gegenüber dem Vorjahr seien die Ausfuhren auf 65 Mrd. EUR gestiegen, was einen Zuwachs von über 20% gegenüber dem Vorjahr bedeute.

Die Erstanträge für Arbeitslosenunterstützung seien in der vergangenen Woche um 23.000 auf 393.000 gefallen. Die Vorwoche sei nach oben korrigiert worden und habe 416.000 Anträge erreicht. Die Prognose sei somit knapp um 3.000 verfehlt worden. Der 4-Wochen Schnitt stelle sich auf 405.250 und reüssiere damit auf dem höchsten Niveau seit Oktober 2011. Vor dem Hintergrund der Hurrikane-Verwerfungen seien diese Zahlen mit Vorsicht zu sehen.

Eine positive Überraschung hätten die Zahlen über die noch nicht vollständig abgeschlossenen Hausverkäufe geliefert. Im Monatsvergleich sei der Wert um 5,2% gestiegen. Die Geldspritzen der FED würden Wirkung zeigen. Im Vorfeld sei mit einem deutlich langsameren Wachstum von 1,0% gerechnet worden. Auf Jahresbasis habe sich die Zahl ebenfalls sehr positiv gezeigt und sei um 18,0% gestiegen.

Auch das gestiegene Verbrauchervertrauen sorge für gesteigerte Hausverkaufszahlen. Der Index-Wert von 104,8 stelle das höchste Niveau seit dem zweiten Quartal 2010 dar. Die sukzessive Erholung am Häusermarkt setze sich fort, sei aber trotz massiver Unterstützung der Notenbank weit von den ehemaligen Höchstständen entfernt.

Zusammenfassend ergebe sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiere. (30.11.2012/ac/a/m)