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Fr, 14. August 2020, 15:33 Uhr

Fritz Nols

WKN: 507090 / ISIN: DE0005070908

Fritz Nols Global Eq. S. verkaufen


18.12.03 09:58
Der Börsendienst

Die Experten von "Der Börsendienst" empfehlen die Aktie der Fritz Nols Global Equity Services AG (ISIN DE0005070908 / WKN 507090) zu verkaufen.

Über 25 Jahre Erfahrung im Wertpapierhandel, Vollbanklizenz und erfolgreicher Aufbau neuer Geschäftsfelder. Diese Textpassage finde sich heute noch auf der Website der Fritz Nols Global Equity Services AG. Die aktuelle Situation des Unternehmens würden die Experten allerdings wesentlich dramatischer sehen und könnten derzeit einen Totalverlust für Nols-Aktionäre nicht ausschließen. Bereits im Mai dieses Jahres sollte auf der Hauptversammlung von Nols, zumindest nach dem Willen des damaligen Vorstands und Aufsichtsrats, die Auflösung der Gesellschaft beschlossen werden. Begründet worden sei der geplante Schritt damit, dass man keine Möglichkeit sehe die Gesellschaft in die Gewinnzone zurückzuführen.

Und man könne es daher gegenüber den Aktionären nicht verantworten, den Geschäftsbetrieb fortzuführen. Allerdings hätten Arnd Christofer Frohne und Hendrik Klein (Frohne & Klein Wertpapierhandelshaus GmbH) geglaubt, die Frankfurter Nols Bank wieder auf Vordermann bringen zu können und hätten knapp 30 Prozent der Nols-Aktien erworben. Sie hätten dann auf der Hauptversammlung gegen die Auflösung der Gesellschaft gestimmt und Frohne habe sich zudem in den Aufsichtsrat wählen lassen. Im Grunde ein hehres Anliegen die Bank vor der Auflösung bewahren zu wollen.

Glaube man externen Beobachtern, dann seien die frisch gebackenen Bankgesellschafter Frohne & Klein allerdings ohne ein schlüssiges Konzept zur Fortführung der Nols angetreten. Dies scheine sich nun zu bewahrheiten, denn um die alt eingesessene Nols sehe es düster aus: Am 5.12. dieses Jahres habe die Fritz Nols Global Equity Services AG die Unterschreitung der 5 Millionengrenze bzgl. des haftenden Eigenkapitals melden müssen. Aus Aktionärskreisen hätten die Experten erfahren, dass man sich derzeit nicht sicher sei, ob diese Ad-hoc notwendig gewesen wäre.

Der damalige Vorstand hätte zu konservativ bilanziert, so die Kreise weiter. Man streite sich anscheinend sogar so heftig wegen dieser Meldung, dass angeblich schon Strafanzeige aus Aktionärskreisen gegen den damaligen Vorstand erstattet worden sei und Anwälte eingeschaltet seien. Aus Sicht der Experten wäre früher oder später die Meldung über das Unterschreiten der 5-Millionen-Grenze sowieso notwendig geworden.

Das Problem sei, dass gemäß Kreditwesengesetz in diesem Falle die Banklizenz entzogen werden könne. Und gerade die Vollbanklizenz sei derzeit eines der wertvollsten Assets des Unternehmens. Wie hoch das Eigenkapital derzeit ist und wie lange das Bundesaufsichtsamt dem Treiben bei Nols noch zusieht, wollte bzw. konnte Nols-Vorstand Detlef Amonath, der erst seit wenigen Tagen in Amt und Würden steht, den Experten von "Der Börsendienst" auf Anfrage nicht sagen.

Ebenso unbeantwortet gelassen habe Vorstand Amonath die Frage nach der derzeitigen Liquidität, die noch weit unter dem schon geringen Eigenkapital liegen dürfte. Dagegen sei die aktuelle Mitarbeiterzahl von 34 vom Vorstand bestätigt worden. Amonath sei derzeit unter immensem Druck einen finanzkräftigen Partner zu suchen. Denn aus unternehmensnahen Kreisen habe man erfahren, dass die monatlich laufenden Kosten zwischen 0,5 und 0,6 Mio. Euro betragen sollen. Nach Angaben aus Aktionärskreisen, müsse nun der neue Vorstand bis zum Jahresende ein Konzept vorlegen, sonst könnte ein Lizenzentzugsverfahren (Vollbanklizenz) seitens des Bundesamtes für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) drohen. Aus Sicht der Experten würden derzeit ganz klar die Risiken bei Nols überwiegen.

Die Gesellschaft sei momentan mit ca. 3,7 Mio. Euro (1,2 Mio. Aktien mal 3,15 Euro) bewertet, was die derzeitigen Probleme bei Nols nicht adäquat wider spiegle. Es scheine mehr als fragwürdig, ob es dem Konzern gelingen werde ein schlüssiges Konzept vorzulegen, das dann auch schnell umgesetzt werden könne. Vor dem Hintergrund der hohen laufenden Kosten und der geringen Liquidität halte man es derzeit für nicht ausgeschlossen, dass Nols-Aktionäre einen Totalverlust erleiden könnten. Die noch bevorstehenden hohen Restrukturierungsaufwendungen (z.B. Kosten für Mitarbeiterfreisetzung) könnten große Teile des Eigenkapitals aufzehren. Das Kursziel in den nächsten 3 Monaten liege bei unter 1,00 Euro.

Die Experten von "Der Börsendienst" stufen die Aktie der Fritz Nols Global Equity Service AG mit "verkaufen" ein.





 
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