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WKN: A1J1DR / ISIN: BE0974264930

Fortis kaufen


28.06.07 09:14
Sparkasse Essen

Essen (aktiencheck.de AG) - Joachim Klein, Analyst der Sparkasse Essen, stuft die Aktie von Fortis (ISIN BE0003801181 / WKN 982570) mit "kaufen" ein.

Nach der Ankündigung des Dreierkonsortiums - bestehend aus Fortis, Royal Bank of Scotland und Santander Central Hispano - die niederländische ABN AMRO in Wettbewerb zur britischen Barclays Bank zu übernehmen, sei es zu deutlichen Gewinnmitnahmen beim Aktienkurs von Fortis gekommen. Grund dafür sei die erforderliche Kapitalerhöhung in Höhe von 15 Mrd. EUR. Die Analysten würden aber mittlerweile die Belastung als eingepreist ansehen und würden stattdessen von einer win-win-Situation ausgehen. Entweder Fortis erhalte attraktive Unternehmensbereiche aus einer Zerschlagung von ABN AMRO oder die Übernahme scheitere und damit wäre auch die zuletzt kursbelastende Kapitalerhöhung wieder vom Tisch. Die Analysten würden daher den Kauf empfehlen. Fortis wachse international in jedem Fall weiter, sei günstig bewertet und schütte attraktive Dividenden aus.

Fortis sei ein belgisch-niederländischer Allfinanzkonzern, der 1990 durch den Zusammenschluss der Versicherungsunternehmen Assurance Generale (B) und AMEV/VSB (NL) entstanden sei und heute mehr als 54.000 Mitarbeiter beschäftige. Derzeit sei Fortis Marktführer im Versicherungsgeschäft in Benelux. Das weitere Geschäft dürfte insbesondere im Wachstumsmarkt Asien ausgebaut werden. Anfang 2007 sei die Expansion in Russland bekannt gegeben worden. Zudem sei Fortis in der Türkei mit der Disbank vertreten.

Das Wachstum der Gesellschaft sei in den vergangenen Jahren sowohl organisch als auch durch eine Reihe an Akquisitionen erfolgt. Das Ziel von Fortis sei es, dass der Konzern bis 2009 30% des Nettogewinns außerhalb der Benelux-Staaten erziele. Zudem strebe Fortis eine Eigenkapitalrendite von durchschnittlich 18,5% und ein Nettogewinnwachstum von 15% p. a. von 2006 bis 2011 an.

Die aktuelle Stimmung werde stark durch die Übernahmeofferte für die niederländische ABN AMRO bestimmt. Das Dreierkonsortium - bestehend aus Fortis, Royal Bank of Scotland und Santander Central Hispano - biete hierfür einen Gegenwert von 71 Mrd. EUR gegenüber der von der vom ABN-Management bevorzugten Offerte der Barclays Bank in Höhe von rund 64 Mrd. EUR. Das Angebot des Konsortiums setze sich dabei auch einer hohen Barkomponente zusammen (30,40 EUR in bar zuzüglich 0,844 Royal Bank-Aktien je ABN-Aktie), während Barclays ausschließlich eigene Aktien biete.

Ein wichtiger Grund, weshalb das ABN-Management die Offerte von Barclays bevorzuge, möge daran liegen, dass das Konsortium die Zerschlagung der niederländischen Bank anstrebe. Als "Giftpille" habe ABN daher die amerikanische Tochter LaSalle an die Bank of America veräußert. Bislang sei die Offerte des Konsortiums zwingend an einen Erwerb von LaSalle gebunden. Die Veräußerung durch das Management werde allerdings derzeit in den Niederlanden gerichtlich überprüft. Wie auch immer diese Überprüfung und ein möglicher Erwerb ausgehe: die Analysten würden aktuell eine win-win-Situation für Fortis sehen.

Komme eine Übernahme und Zerschlagung von ABN AMRO nicht zustande, wären die bislang belastenden Faktoren aus dem Weg geräumt. So sei derzeit angedacht, dass Fortis 33,8% der Übernahme stemme (24 Mrd. EUR), wofür eine Kapitalerhöhung von 15 Mrd. EUR erforderlich wäre. Komme die Übernahme zustande, könnte Fortis die Retail- und PrivateBanking-Aktivitäten in Benelux sowie das weltweite Asset Management von ABN AMRO übernehmen. Damit wäre Fortis die Nummer eins im Private Banking in der Eurozone und Nummer drei in Europa hinter UBS und Credit Suisse. Die Marktposition in Benelux sowie das internationale Wachstum wäre wieder ein Stück vorangekommen.

Die Analysten der Sparkasse Essen empfehlen daher die Fortis-Aktie zum Kauf. (Analyse vom 28.06.07) (28.06.2007/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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