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Mo, 21. September 2020, 15:15 Uhr

FX-Markt: Phalanx guter europäischer Nachrichten und US-Daten reichen nicht aus…


28.11.12 11:11
Bremer Landesbank

Bremen (www.aktiencheck.de) - Der Euro eröffnet heute (08:00 Uhr) bei 1,2920, nachdem im Verlauf der letzten 24 Handelsstunden Tiefstkurse im asiatischen Handel bei 1,2913 markiert wurden, berichten die Analysten der Bremer Landesbank.

Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 81,80. In der Folge notiere EUR/JPY bei 105,65, während EUR/CHF bei 1,2039 oszilliere.

Die Phalanx positiver Nachrichten aus der Eurozone sei gestern beachtlich gewesen - die Diskontierung sei einmal mehr asymmetrisch verlaufen. Der Euro habe nicht nachhaltig reüssieren können. Dabei seien die Nachrichteninhalte pro Eurozone absolut nachhaltiger Natur gewesen. Das gelte für das portugiesische Reformprogramm, es gelte für die Finanzierungsmodalitäten Italiens und Spaniens. Spanien finanziere bereits das kommende Jahr mit den aktuellen Emissionen.

Laut der aktuellen IW-Studie seien die Krisenländer der Eurozone wettbewerbsfähiger geworden. Frankreich werde laut Regierungsangaben nicht in eine grundsätzliche Verstaatlichungspolitik zurückfallen und die EU einige sich auf schärfere Regeln für Ratingagenturen und emanzipiere sich damit ein kleines Stück weit von den Finanzplätzen London und NY. Das sei eine Entwicklung, die fortgesetzt werden müsse bei Bilanzierungsstandards (zurück vom "Sprint" zu "Marathon"), bei der Reregulierung der Deregulierung (Produkte und Märkte). Ein Anfang sei gemacht.

Auch die US-Daten hätten zum Teil unerwartete positive Akzente gesetzt. Eine Durchwirkung hätten auch diese Daten nicht gehabt, da das Thema "Fiscal Cliff" in den USA kritischer bewertet worden sei. In der Auseinandersetzung um ein neues Budget stünden sich Demokraten und Republikaner nach wie vor unversöhnlich gegenüber. Ohne Einigung würden automatische Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen zum Jahreswechsel drohen, die in der größten Volkswirtschaft zu einer Rezession führen könnten. Die Analysten würden diese Entwicklung in Washington mit Gelassenheit sehen.

Falls die Republikaner wirklich uneinsichtig bleiben würden, würden sie die Verantwortung für den konjunkturellen Unfall tragen. Ob sie dafür Beifall und Zuspruch in ihren Wahlbezirken und von ihren finanziellen Unterstützern (!) bekämen, sei mehr als dahin gestellt. Fakt sei andererseits, dass dieses Thema nach Belieben von den Freunden hoher Risikoaversion in den kommenden Wochen bewegt werden könne.

Die Analysten der Bremer Landesbank werfen einen Blick an die US-Konjunkturfront: Die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter seien per Berichtsmonat Oktober im Monatsvergleich unverändert gewesen. Analysten hätten einen Rückgang um -0,1% erwartet. Der Vormonatswert sei von 9,8% auf 9,2% revidiert worden. Das sei fraglos enttäuschend gewesen. Der Auftragseingang bewege sich sehr stark in der Taktung des Flugzeugbaus und sei notorisch volatil. Ermutigend sei im aktuellen Berichtsmonat die Tatsache, dass es bei Kernkapitalgütern zu einem Anstieg um 1,7% im Monatsvergleich gekommen sei, nachdem es in den letzten vier Monaten in diesem Segment dreimal zu Rückgängen gekommen sei.

Zusammenfassend sei das Glas Wasser mindestens halbvoll.

Das US-Verbrauchervertrauen nach Lesart des "Conference Board" habe mit einem Anstieg auf von 73,1 auf 73,7 Punkte positive Akzente gesetzt. Die Konsensusprognose habe bei 73,2 Zählern gelegen. Mit dem aktuellen Stand habe der Index das höchste Niveau seit Februar 2008 erreicht.

Der "Standard & Poors Case-Shiller Home Price Index" habe per September einen Anstieg im 20 Städtevergleich um 0,3% im Monatsvergleich und 3,0% nach zuvor 2,0% im Jahresvergleich geliefert. Der Chart verdeutliche die Belebung am US-Wohnimmobilienmarkt, die fraglos auch wesentlich eine Funktion des monatlichen Ankaufsprogramms in Höhe von 40 Mrd. USD sei.

Der "Richmond Fed Manufacturing Survey" habe per November mit einem unerwarteten Anstieg von -7 auf +9 Punkte positive Konjunkturakzente gesetzt. Hier sei der höchste Wert seit April 2012 markiert worden.

Vor dem Hintergrund so vieler positiver Nachrichten entstehe der Eindruck, dass die Positionen, die eine hohe Risikoaversion widerspiegeln würden, derzeit verteidigt würden.

Zusammenfassend ergebe sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem US-Dollar favorisiere. Ein Unterschreiten der Unterstützung bei neutralisiere das positive Bias. (28.11.2012/ac/a/m)