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Mo, 10. August 2020, 10:59 Uhr

Eurozone: Kapital kehrt zurück - positiver Trend setzt sich fort


12.12.12 11:29
Bremer Landesbank

Bremen (www.aktiencheck.de) - Der Euro eröffnete heute (08:30 Uhr) bei 1,3000 USD, nachdem im Verlauf der letzten 24 Handelsstunden Tiefstkurse im europäischen Handel bei 1,2940 USD markiert wurden, so die Analysten der Bremer Landesbank.

Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 82,75. In der Folge notiere EUR/JPY bei 107,58, während EUR/CHF bei 1,2120 oszilliere.

Wie gestern gemeldet worden sei, kehre nun auch die bedeutende Investmentgesellschaft DWS zurück ins krisengeschüttelte Europa. Die schmerzhaftesten Operationen seien gemacht und der Patient habe die Intensivstation verlassen. Zwar leide ein großer Teil des Kontinents immer noch (stark) unter der Staatsschuldenkrise, aber antizyklisch handelnde (und weitblickende!) Investoren würden die derzeitigen Bewertungen zum günstigen Einstieg nutzen.

Durch die angestoßenen Reformen erwarte DWS in den nächsten zwei bis drei Jahren positive Ergebnisse. Dem würden die Analysten der Bremer Landesbank in vollem Umfang zustimmen! Sie würden sich freuen, dass die Reformerfolge nun auch von institutioneller Seite kommuniziert würden, da die mediale Würdigung der Reformerfolge ihrer Meinung nach unterproportional ausgeprägt sei. Seit Monaten könne man die Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Reformländer verfolgen (Überschüsse in den Leistungsbilanzsalden, Senkung der Lohnstückkosten etc.). Smarte Investoren wie Pimco, Templeton, Allianz (ISIN DE0008404005/ WKN 840400) und DWS würden sich derzeit in eine günstige Ausgangsposition bringen.

Auch die Realwirtschaft begebe sich langsam aber sicher wieder zurück in die Krisenländer. Die Entwicklung der Target2-Salden zeige, dass sich das Kapital seinen Weg zurück nach Europa suche. An dieser Stelle passe die letzte Meldung aus Griechenland in das freundliche Bild. Das Schuldenrückkaufprogramm sei im Gros umgesetzt. Der Preis sei zwar geringfügig höher als anfangs geplant, aber es gebe noch Bestände bei deutschen Bad Banks, die dem Staat noch nicht angedient worden seien. Somit würden sich die Schulen um 11% - und damit gemäß der Planung - senken lassen.

In diesem Umfeld sei gestern eine spanische Auktion von 12- und 18-Monats-Papieren positiv verlaufen. Es seien 3,9 Mrd. Euro statt der geplanten 3,5 Mrd. Euro eingesammelt worden. Die Zinsen hätten unter denen der letzten Auktion gelegen. Auch italienische Anleihen hätten sich nach den letzten hektischen Tagen rund um die politische Lage wieder etwas entspannt und die Renditen seien von 4,905 Prozent auf 4,75 Prozent gefallen. Auch Risikoaktiva seien gesucht worden - die großen Indices hätten allesamt im positiven Bereich gelegen. Auch der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) habe die 7.600 Punkte erklommen. Der Euro/US-Dollar-Wechselkurs schicke sich gestern Mittag an, die 1,3000-Marke zu überspringen.

Trotz sehr positiver ZEW-Zahlen und schwacher US-Zahlen sei der Sprung noch nicht gelungen. Der Kurs habe im asiatischen Handel etwas fester tendiert, finde sich heute an der gleichen Schwelle. Die Abwärtsgefahr sei charttechnisch momentan relativ ausgeprägt, wenn die Marke von 1,3005/10 nicht nachhaltig überschritten werden könne. In diesem Fall drohe ein Fall Richtung 1,2950/20. Großes Bewegungspotenzial für den Kurs gehe von den heute auf der Agenda stehenden Zahlen nicht aus.

Ein sehr starker ZEW-Index habe die Analysten gestern überrascht. Die Konjunkturerwartungen seien sprunghaft um 22,6 auf 6,9 Zähler gestiegen. Dies sei der beste Wert seit Mai dieses Jahres. Auch die Markterwartungen seien gestiegen. Sie seien auf 5,7 nach 5,4 im Vormonat geklettert. Nach dem derzeitigen Stand würde Deutschland einen Abschwung im vierten Quartal vermeiden. Die Analysten würden aus der Vergangenheit wissen, dass dieser Indikator teilweise sehr nervöse Ausschläge zu verzeichnen gehabt habe, deshalb gebe es keinen Grund für Euphorie.

Das amerikanische Handelsbilanzdefizit sei etwas besser ausgefallen als erwartet worden sei. Für den Oktober habe sich der Wert auf -42,24 Mrd. US-Dollar gestellt. Die Befragten hätten mit einem Defizit von 42,6 Mrd. US-Dollar gerechnet. Besondere Beachtung würden die Exporte verdienen, die mit -3,6% förmlich eingebrochen seien. Im Gegensatz zu Deutschland, wo die Exporte im Oktober noch leicht hätten zulegen können, seien die US-Unternehmen kalt von der Euro-Krise erwischt worden.

Keine guten Zahlen seien von den Verkäufen des US-Großhandels vermeldet worden. Man habe nach einem starken Vormonat (+1,9%) noch ein minimales Wachstum mit +0,1% erwartet. Dagegen sei der ermittelte Wert von -1,2% eine Enttäuschung gewesen. Die Lagerbestände seien um 0,6% gestiegen. Erwartet worden sei ein Zuwachs von 0,4%. Die "inventoryto-sales-ratio" sei von 1,20 auf 1,22 per Oktober gestiegen. Die Kennzahl zeige an, wie lange ein kompletter Abverkauf des Lagers bei der derzeitigen Umsatzgeschwindigkeit dauern würde.

Zusammenfassend ergebe sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiere. Ein Unterschreiten der Unterstützung bei 1,2820/50 neutralisiere das positive Bias. (12.12.2012/ac/a/m)




 
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