Suchen
Login
Anzeige:
Mo, 22. Juli 2019, 4:10 Uhr

Eurozone: Jeder Tag zehrt an Lage der Reformländer


12.11.12 10:58
Bremer Landesbank

Bremen (www.aktiencheck.de) - Der Euro eröffnet heute (08:16 Uhr) bei 1,2712, nachdem im Verlauf der letzten 24 Handelsstunden Tiefstkurse im europäischen Handel bei 1,2690 markiert wurden, berichten die Analysten der Bremer Landesbank.

Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 79,43. In der Folge notiere EUR/JPY bei 100,95, während EUR/CHF bei 1,2060 oszilliere.

Griechenland habe auf parlamentarischer Ebene alles geliefert, das vor der internationalen Gemeinschaft gefordert worden sei.

Dennoch sei das Griechendrama nicht beendet. Der Bericht der Troika stehe immer noch aus. Herr Weidmann, Präsident der Bundesbank, fordere eine sachliche und nicht politische Bewertung der Situation, ob Griechenland in der Lage sein werde, die angepeilten Zielzonen vertretbarer Staatsverschuldung zu erreichen.

Die Analysten der Bremer Landesbank warnen davor, den Modellrechnungen der Wissenschaft zu sehr zu vertrauen, insbesondere wenn man langfristig nach vorne schaut. Der Trackrecord dieser Modelle sollte zur Vorsicht mahnen, ansonsten gäbe es jetzt ja kaum noch US-Staatsanleihen …. Wichtiger sei es, den GMv (Gesunder Menschenverstand) zu nutzen.

Ergo lassen die Analysten der Bremer Landesbank Fakten sprechen. In den letzten drei Jahren habe es Griechenland vermocht, die Neuverschuldung ausgehend von 15,4% des BIP per 2009 auf 6,8% des BIP per 2012 zu reduzieren. Eine solche Reduktion um 8,6% in drei Jahren sei noch keinem Land in der Geschichte der modernen Finanzmärkte gelungen. Das gelte umso mehr, als dass in diesem Zeitraum die Wirtschaftsleistung um circa 20% eingebrochen sei. Ohne Reformen wäre die Neuverschuldung wegen sinkender Steuereinnahmen und steigender Sozialausgaben explodiert. Das Primärdefizit liege per 2012 in Griechenland bei -1,0%, während das der USA bei -6,1% liege.

Das Problem Griechenlands sei heute primär konjunkturell und weniger strukturell geprägt. Diese Zusammenhänge würden nach meiner Auffassung zu wenig bei der Beurteilung der Lage Griechenlands berücksichtigt.

Die Analysten würden bei den Fakten bleiben. Über die Reformländer habe sich durch die aggressive Spekulation "unserer Freunde" eine Lähmung der Investitionstätigkeit ergeben, so die Analysten der Bremer Landesbank. Diese Lähmung führe dazu, dass die veränderten Lohnkosten und veränderten Strukturen nicht von den Märkten und den Teilnehmern der Realwirtschaft angemessen goutiert würden. Auch das sei ein wesentlicher Hintergrund der prekären Arbeitsmarktsituationen in den Reformländern, allen voran Griechenland und Spanien.

Aus China erreichen uns vermehrt positive Nachrichten bezüglich der zu erwartenden Konjunkturentwicklung, so die Analysten der Bremer Landesbank. Die Finanzlage der Banken in China habe sich nach offiziellen Angaben wieder gebessert. Das könnte ein weiteres Signal dafür sein, dass die Geldhäuser wieder mehr Kredite an Unternehmen ausgeben könnten und das Wirtschaftswachstum im Land erstmals nach sieben Quartalen nicht mehr rückläufig sei.

Die Analysten seien erfreut, denn China sei eine der Schlüsselökonomien der Weltwirtschaft. Japan sei es definitiv nicht mehr. Dennoch betrübe die Analysten die Entwicklung des BIP. Das BIP sei per 3. Quartal im Quartalsvergleich den Erwartungen entsprechend um -0,9% gesunken. Das Vorquartal sei von +0,2% auf +0,1% revidiert worden. So etwas passiere, wenn man reformresistent sei.

Aus den USA erreichen uns positive Konjunkturdaten, so die Analysten der Bremer Landesbank. Das Verbrauchervertrauen nach Lesart der Uni Michigan habe per November (vorläufiger Wert) von zuvor 82,6 auf 84,9 Punkte zugelegt. Analysten hätten eine Zunahme auf 83,0 Punkte erwartet. Damit sei der höchste Wert seit Mitte 2007 markiert worden.

Zusammenfassend ergebe sich ein Szenario, das eine neutrale Haltung in der Parität EUR/USD favorisiere. Erst ein Ausbruch aus der Bandbreite 1,2580 bis 1,2900 eröffne neue Opportunitäten. (12.11.2012/ac/a/m)