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Mi, 22. Mai 2019, 11:06 Uhr

Europ. Renten unter Druck


30.08.00 00:00
Hamburgische LB

Durch den erneut deutlich nachgebenden Euro und den weiter steigenden Ölpreis gerieten die europäischen Staatsanleihen gestern von zwei Seiten unter Druck, berichten die Analysten der Hamburgischen Landesbank.

So habe der Ölpreisanstieg bei vielen Akteuren die Inflationsbefürchtungen geschürt. Eine Zinsanhebung durch den EZB-Rat am Donnerstag würde dementsprechend als sicher gelten. Mit der jüngsten Tenderzuteilung hätten die bietenden Banken allerdings bereits einen Zinsschritt von deutlich mehr als 25 bp vorweggenommen. Ob die EZB die Lage aber tatsächlich mit einer Anhebung um 50 bp klären werde, ist völlig offen. So habe sich K.-D. Kühbacher (LZB Berlin) gestern gegen eine Forcierung um mehr als das bereits am Markt vorweggenommenen Ausmaß ausgesprochen. Und genau diese Diskussion sei es, die den Euro und damit auch den Rentenmarkt so unter Druck gebracht habe.

Am Devisenmarkt dürfte ein zögerliches Vorgehen der EZB mit Enttäuschung und weiteren Kursverlusten aufgenommen werden. Die EZB sei allerdings gut beraten, sich nicht zum Sklaven der kurzfristigen Sicht der Devisen- oder Rentenhändler zu machen. Denn die Verteuerung der Energiepreise könne nun mal nicht mit Zinserhöhungen bekämpft werden. Entsprechend sei auch die nahezu allein dadurch bedingte Teuerungsbeschleunigung nur ein vorübergehendes Problem-zu starke Zinsanhebungen würden nur die Gefahr bergen, über die Bekämpfung von Zweitrundeneffekten hinaus konjunkturschädlich zu wirken.

Mangels marktrelevanter Wirtschaftsdaten stünden am europäischen Rentenmarkt heute erneut die Leitzinsdiskussion und die Bewegungen des Euros im Zentrum des Interesses. Die Analysten würden daher erneut leicht steigende Renditen und eine Aufsteilung der Zinsstrukturkurve erwarten.