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Di, 25. Juni 2019, 20:25 Uhr

Euro gewinnt Vertrauen zurück


14.01.13 13:53
Bremer Landesbank

Bremen (www.aktiencheck.de) - Der Euro eröffnet heute (08:09 Uhr) bei 1,3380, nachdem im Verlauf der letzten 24 Handelsstunden Tiefstkurse im europäischen Handel bei 1,3249 markiert wurden, so die Analysten der Bremer Landesbank.

Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 89,55. In der Folge notiere EUR/JPY bei 119,90, während EUR/CHF bei 1,2220 oszilliere.

Sei der Wendepunkt in der Eurokrise erreicht? Wenn man die Stimmen der letzten Tage verfolge, könne man schnell zu diesem Entschluss kommen. Wo monatelang nur in grau-schwarz gemalt worden sei, würden plötzlich optimistische Töne zur Lage Europas fallen. So schnell könne es gehen…

Nicht nur die Analysten von der Bremer Landesbank, die seit Monaten die Entwicklungen in Europa abseits des Mainstreams kommentieren würden, würden gute Chancen für den Erhalt des Euro sehen. Nein, auch immer mehr Journalisten, Banker, Politiker und sogar Ratingagenturen würden ihren Optimismus öffentlich zum Ausdruck bringen.

Momentan sei es en Vogue positiv über den Euro zu sprechen. So habe das Handelsblatt mit Bezug auf die Meldung von S&P gar "S&P sieht Wendepunkt in der Euro-Krise" getitelt. Ganz so euphorisch seien die Analysten nicht, würden diesen Meinungsumschwung aber zur Kenntnis nehmen. Sie würden sich vielmehr in ihrer Meinung bestätigt fühlen, die die mittelfristige Gesundung der Eurozone in den Vordergrund stelle und dabei einige Nebenwirkungen (Arbeitslosigkeit, Produktion) nicht als Krankheit sondern als Nebenwirkung der eingenommenen Medizin (Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit) werte.

In dieser Gemengelage würden die Analysten die Nachrichten aus Griechenland positiv bewerten, die Steuerreformen verabschieden würden, um sich für die nächste Hilfstranche im März in Stellung zu bringen. Eine Hängepartie wie vor dem letzten Hilfspaket scheine momentan unrealistisch.

Freitagabend sei das federal budget der US-Regierung veröffentlicht worden. Die Haushaltsdifferenz im Dezember sei deutlich geringer als erwartet ausgefallen. Volkswirte hätten mit einem Defizit von 22,50 Mrd. USD gerechnet, tatsächlich habe der Wert nur 260 Mio. USD betragen. Das sei der niedrigste Wert seit 2007 - und werde nur ein Ausreißer bleiben. Besonders starke Steigerungen bei Steuereinnahmen hätten für diese Überraschung gesorgt. Für das Fiskaljahr 2012 habe sich eine Schuldenzunahme von 1,089 Billion USD ergeben. Die Schuldenobergrenze werde nun voraussichtlich zwischen Mitte Februar und Anfang März wieder erreicht.

Überraschend seien die Importpreise in die USA gefallen. Im Monatsvergleich seien die Preise um 0,1% gesunken, wie die US-Regierung mitgeteilt habe. Bereits im Vormonat habe es einen Rückgang um 0,8% gegeben. Bemerkenswert sei, dass bei fast allen Gütern Preisrückgänge festgestellt worden seien. Besonders Rohöl habe sich um 0,80% verbilligt.

Zusammenfassend ergebe sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiere. Ein Unterschreiten der Unterstützung bei 1,2970/00 neutralisiere das positive Bias. (14.01.2013/ac/a/m)