Suchen
Login
Anzeige:
Mo, 10. August 2020, 10:58 Uhr

EUR/USD (Euro / US-Dollar)

WKN: 965275 / ISIN: EU0009652759

Euro gegenüber US-Dollar favorisiert


29.11.12 11:01
Bremer Landesbank

Bremen (www.aktiencheck.de) - Der Euro eröffnet heute (08.44 Uhr) bei 1,2945, nachdem im Verlauf der letzten 24 Handelsstunden Tiefstkurse im amerikanischen Handel bei 1,2942 markiert wurden, so die Analysten der Bremer Landesbank.

Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 82,15. In der Folge notiere EUR/JPY bei 106,36, während EUR/CHF bei 1,2036 oszilliere.

Die Praktiken der Ratingagenturen würden weiter im Fokus der Analysten bleiben. Nachdem zwei deutsche Unternehmensschwergewichte ihre Verträge mit Standard & Poor's gekündigt hätten, hätten den Ratingagenturen jetzt regulatorische Eingriffe vonseiten der EU gedroht. Diese kritisiere die prozyklischen Herabstufungen der Ratingagenturen in den letzten 30 Monaten. So seien die Ratings von kriselnden Ländern wie z. B. Italien, Spanien und Portugal in Regionen von Entwicklungsländern in immer kürzeren Perioden heruntergestuft worden. Auch die Zeitpunkte dieser Herabstufungen seien auffällig häufig besonders "schlechtes Timing" gewesen, z. B. vor wichtigen Ereignissen wie EU-Gipfeln.

Vor dem Hintergrund der Eigentümerstruktur der Ratingagenturen, die den Markt de facto unter drei Agenturen aufteilen würden und in dieser oligopolistischen Struktur marktbeherrschend ganze Staaten an den Pranger stellen könnten, sollten neue Regeln aufgestellt werden, die die Strukturen neu ordnen sollten.

Die strengeren Kontrollen würden sich aber als "zahnloser Tiger" erweisen. Leider habe es die EU nicht geschafft, ihre eigentlichen Pläne umzusetzen. Die Lobbyisten könnten sich freuen, denn sie hätten den Angriff aus Brüssel durch erfolgreiche Einflussnahme abgemildert. Was heiße das konkret?

Es sei im Kern um zwei wesentliche Punkte gegangen: Rotation und Haftung. Durch Rotation sollten die Kunden der Ratingagenturen dazu gezwungen werden regelmäßig die Ratingagentur zu wechseln. Dies hätte zur Folge, dass Fitch, Moody's und S&P in eine Konkurrenzsituation zu neuen Mitbewerbern gekommen wäre. Es werde zwar rotiert, aber nur in einem sehr kleinen Segment. Die lukrativen großen Aufträge würden bei den Big Three bleiben. Die Kunden dieser Dienstleister dürften sich weiter auf heftige Preissteigerungen einstellen….

Die Haftungsfrage der Ratingagenturen sei ebenfalls elegant pariert worden. Ursprünglich sei geplant gewesen, dass die Beweislast bei den beklagten Agenturen liege, d. h. sie hätten nachweisen müssen, dass sie die Bonitätsnoten nicht grob fahrlässig vergeben würden.

Jetzt liege die Beweislast beim Kläger, was eine abschreckende Wirkung mit sich bringe, da grobe Fahrlässigkeit und bewusste Täuschung nur sehr schwierig nachzuweisen sein dürften. Damit dürften die Ratingagenturen weiter ihre Meinungen (nichts anderes sei ein Rating, ja würden die Agenturen verlautbaren lassen) unter die Leute bringen, ohne zu viele unbequeme Klagen fürchten zu müssen.

Trotzdem gebe es zwei interessante Punkte in dem Beschluss. Um die von den Analysten in der Vergangenheit häufig kritisierten Interessenskonflikte (Eigentümerstruktur der Ratingagenturen aus US-Finanzindustrie) zu begrenzen. Die Verflechtung zwischen Agenturen und Wirtschaft werde zwar nicht aufgebrochen aber aufgeweicht.

"Die Bewertung von Staaten ist künftig nur noch an drei vorher festgelegten Terminen im Jahr erlaubt. Will eine Agentur unabhängig davon ein neues Rating eines Staates veröffentlichen, muss die europäische Börsenaufsicht Esma dies genehmigen. Vom Tisch ist die Idee, den Ratingagenturen die Bewertung von Krisenstaaten komplett zu untersagen. Nach dem Protest der Branche war dies nicht durchsetzbar. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier musste gleich zu Beginn des Gesetzgebungsprozesses dieses Ziel einkassieren." ("Hamburger Abendblatt").

Die Regeln würden Anfang 2013 als Gesetz zementiert und ab Februar oder März 2013 zur Anwendung kommen.

Eine europäische Ratingagentur, die nach dem Vorbild der US-Agenturen aufgebaut werden sollte, sei dagegen schon lange vom Tisch. Für die sich abzeichnenden Kosten hätten sich keine Financiers gefunden und die Glaubwürdigkeit einer solchen Agentur habe von Beginn an als schwierig gegolten. Man vertraue weiter der "Wall-Street-Aristokratie", die zu großen Teilen den Kapitalstock der Big Three bilde…

Die Analysten würden auf die Zahlen von gestern blicken: Die Dynamik am US-Häusermarkt sei im Oktober nicht so stark ausgeprägt gewesen wie Experten erwartet hätten. Man habe beim Absatz von neuen Wohnimmobilien in diesem Monat mit einer Zunahme der Verkäufe auf 368.000 Einheiten gerechnet. Der Vormonat sei um sportliche 20.000 Einheiten auf 369.000 nach 389.000 revidiert worden.

Im Oktober sei die Geldmenge M3 im Euroraum überraschend stärker gewachsen als prognostiziert. Der Oktober-Wert stelle sich auf +3,9% im Vergleich zu dem Vorjahreswert. Man sei im Vorfeld von +2,8% ausgegangen, was in etwa dem Niveau der beiden vorhergehenden Monate entspreche.

Besonders hohe Tagesgeldeinlagen von Institutionellen Anlegern bei der EZB hätten die Geldmenge anschwellen lassen. In den kommenden Monaten sei nur noch mit einem geringeren Wachstum zu rechnen, da die Eurozone in eine Rezession steuere. Die Kreditvergabe an Privathaushalte sei auf Jahresbasis um -0,7% und damit etwas geringer ausgefallen als geschätzt (-0,9%).

Zusammenfassend ergebe sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. (29.11.2012/ac/a/m)





 
Zyklische Wendetermine EUR/USD
Seit einigen Wochen besitzt das Währungspaar EUR/USD eine sehr ...
07:24 , dpa-AFX
Devisen: Eurokurs kaum verändert
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro hat sich am Montag nach Kursverlusten vom Freitag nur wenig bewegt. Am ...
09.08.20 , Karsten Kagels
EUR/USD-Chartanalyse: Widerstandszone bestätigt
Trend des Tageschart: Aufwärts/SeitwärtsDer abgebildete Tageschart des Währungspaares Euro/Dollar (EUR/USD ...