Suchen
Login
Anzeige:
Mo, 10. August 2020, 11:25 Uhr

Euro eröffnete bei 1,3097


14.12.12 11:17
Bremer Landesbank

Bremen (www.aktiencheck.de) - Der Euro eröffnet heute (08:00 Uhr) bei 1,3097, nachdem im Verlauf der letzten 24 Handelsstunden Tiefstkurse im europäischen Handel bei 1,2996 markiert wurden, so die Analysten der Bremer Landesbank.

Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 83,61. In der Folge notiere EUR/JPY bei 109,50, während EUR/CHF bei 1,2125 oszilliere.

Zum Ende einer nachrichtenreichen Woche würden zwei große Wirtschaftsmächte sehr unterschiedliche Bilder vermitteln. Japan zeige einmal mehr mit einem schwachen Tankan-Index, dass die Industrie des Landes immer mehr an Bedeutung einbüße. Der Index für die Stimmung der Großunternehmen des Landes aus dem verarbeitenden Sektor sei noch schlechter ausgefallen, als Fachleute vermutet hätten.

Dagegen würden aus China wieder erfreuliche Daten vermeldet. Der HSBC-Index für die chinesische Industrie dringe wieder in altbekannte und geschätzte Dimensionen vor. Die 50,9 Punkte des Indexes würden den höchsten Stand seit über einem Jahr signalisieren. Auch die letzten Wirtschaftsindikatoren hätten schon gezeigt, dass die Werkbank der Welt und zweitgrößte Volkswirtschaft wieder Fahrt aufnehme. Der Umbau von einer Exportnation zu einer binnenorientierten Gesellschaft scheine zu gelingen.

Die Analysten hätten in der Vergangenheit häufig Kritik an dem Vorgehen der Ratingagenturen geübt. Die Reformländer der Eurozone seien häufig in sachlich nicht nachvollziehbarer Schärfe herabgestuft worden, andere Länder dagegen verschont bzw. ihre wirtschaftliche Situation nicht vergleichbar gewürdigt.

Nun knüpfe sich die größte Ratingagentur das Rating von Großbritannien vor. Das Land genieße neben wenigen anderen den AAA-Status. Nun zeichne sich ab, dass aufgrund der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung (Nichteinhaltung der Defizitziele, Neuverschuldung, Gesamtverschuldung) eine Herabstufung innerhalb der nächsten zwei Jahre wahrscheinlicher werde. Nach Meinung der Analysten sei eine Revision des aktuellen Status zwingend notwendig und überfällig. Gerade die letzten Zahlen hätten wieder einmal enttäuscht und erneut Fragen über das AAA-Rating aufgeworfen.

Der Markt diskontiere die Schwierigkeiten und besonders den schwierigen Ausblick des Landes bereits durch steigende Risikoaufschläge auf Gilts (Britische Staatsanleihen). Der Status als sicherer Hafen des Landes bröckle. Dies sei übrigens auch in Japan immer mehr der Fall. Dem gegenüber sehe man den Vorbereitungen für eine Rückkehr Irlands an die Kapitalmärkte für Ende 2013 positiv entgegen. Auch die Krisenländer Spanien und Italien hätten sich in den vergangenen Tagen schon Refinanzierungsmittel für das kommende Jahr im Voraus besorgt und dabei trotz der absurden Diskussionen (Bunga-Bunga Politik) niedrigere Zinssätze anbieten müssen als zuvor. Die Qualität der Eurozone gewinne im Armdrücken der Wirtschaftskräfte langsam aber sicher verdientermaßen die Oberhand.

Die Erstanträge für Arbeitslosenunterstützung seien in der vergangenen Woche um 29.000 auf 343.000 gefallen. Der Wert liege deutlich unter dem Vier-Wochen-Durchschnitt, der zurzeit bei 382.000 liege, aber durch außergewöhnliche Umstände (Sandy) beeinflusst worden sei. Derzeit findet eine Normalisierung statt, die uns in die altbekannten Regionen um 350.000 Anträge bringt, so die Analysten der Bremer Landesbank. Die 343.000 Anträge würden sich nahe dem Vorkrisenniveau aus 2008 bewegen.

Die US-Einzelhandelsumsätze im November seien in den positiven Bereich gedreht und bei +0,3% festgestellt worden. Treiber seien die Kfz-Verkäufe gewesen, denn die Kennzahl ohne Kfz-Verkäufe wäre bei 0,0 gewesen. Durch lang aufgeschobene Neuanschaffungen und sinkende Spritpreise komme der Markt gerade in Schwung, besonders die deutschen Hersteller würden sich über starke US-Zahlen freuen.

Die Produzentenpreise seien nach -0,2% im Vormonat auch im November gefallen. Der Wert sei mit -0,8% über den Erwartungen ermittelt worden. Experten hätten mit -0,5% gerechnet. Nach den starken Steigerungen im Spätsommer sei dies der zweite Monat mit einer negativen Entwicklung in Folge gewesen. Besonders stark seien die Energiepreise mit -4,6% gesunken. Es zeichne sich von dieser Front kein Inflationsdruck ab.

Dagegen seien die US-Lagerbestände um 0,4% im Oktober nach 0,7% im September gestiegen. Das Verhältnis Lager zu Absatz habe sich von 1,28 auf 1,29 verschlechtert. Das Verhältnis drücke aus, wie schnell das Lager bei den momentanen Verkäufen abverkauft werden könnte.

Zusammenfassend ergebe sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiere. Ein Unterschreiten der Unterstützung bei 1,2820/50 neutralisiere das positive Bias. (14.12.2012/ac/a/m)