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Mo, 22. Juli 2019, 1:53 Uhr

Euro eröffnete bei 1,2910


02.11.12 11:21
Bremer Landesbank

Bremen (www.aktiencheck.de) - Der Euro eröffnet heute (07:36 Uhr) bei 1,2910, nachdem im Verlauf der letzten 24 Handelsstunden Höchstkurse im europäischen Handel bei 1,2983 markiert wurden, so die Analysten der Bremer Landesbank.

Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 80,20. In der Folge notiere EUR/JPY bei 103,60, während EUR/CHF bei 1,2070 oszilliere.

Gestern hätten die USA im Fokus gestanden. Nicht alleine wegen Sandy, sondern auch weil viele Konjunkturdaten zur Veröffentlichung angestanden hätten und der Wahlkampf wieder aufgenommen werde.

Wie auch in der Eurozone werde der Geldpolitik in den USA und anderen Regionen der Welt in diesem von Unsicherheit geprägten Umfeld eine besondere Rolle zuteil. Durch Anleihekäufe der Notenbanken würden in vielen Industrienationen die Staatsschulden mehr oder minder direkt refinanziert und die Notenbanken würden hüben wie drüben die Geldmärkte mit Unmengen billigen Geld schwemmen.

Soweit sei diese Nachricht nichts Neues. Nun gebe die amerikanische Notenbank FED einen etwas konkreteren Ausblick, wie sie die zukünftige Geldpolitik gestalten möchte. Im Gegensatz zur EZB sei eines ihrer vordergründigen Ziele die Schaffung von Arbeitsplätzen und dieser Aspekt spiele in ihrem aktuellen Ausblick eine entscheidende Rolle.

Die momentane Arbeitslosenrate von 7,9%, die übrigens nicht mit der europäischen (11,6%) zu vergleichen sei, mache den Währungshütern Sorgen. Als neue Zielgröße seien 7,25% Arbeitslosenquote ausgegeben. Dann würde das Programm "QE3" - billiges Geld - gestoppt werden. Bei 6,5% möchte man an den Leitzins wieder von den aktuellen 0% wegrücken. Aber nur wenn die Aussichten für die Inflation gemäßigt bleiben und die Maßnahmen nicht drohen würden, das Wachstum abzuwürgen.

Ohnehin seien die letzten Konjunkturzahlen aus den USA ermutigend gewesen, die Stimmung in der Wirtschaft sei besser geworden und viele Anzeichen würden auf zunehmende wirtschaftliche Aktivität in den kommenden Wochen hindeuten. Anzeichen, dass sich an der aktuellen Notenbankpolitik auf Sicht etwas ändere, seien aber nicht gegeben. Dafür sei das gesamte wirtschaftliche Umfeld noch nicht gefestigt genug. Mittel- bis Langfristig seien Maßnahmen dagegen wahrscheinlicher.

Vor diesem Hintergrund würden sich die Analysten Europa zuwenden. Wie sie schon in den letzten Tagen erwähnt hätten, brauche die EU politischen Zusammenhalt und Handlungsfähigkeit. Egozentrik sei in der momentanen Situation fehl am Platze. Herr Cameron sollte sich zu der EU bekennen oder konsequent die EU verlassen. Das strikte Sparen führe in eine Sackgasse und koste im Endeffekt mehr Geld als das maßvolle Erhöhen des EU-Etats.

In Irland sei man gerade damit beschäftigt, die Rückkehr an den Kapitalmarkt vorzubereiten. Dies deutlich früher als ursprünglich geplant. Auch würden dem Land wahnsinnige Erfolge bei den Strukturreformen bescheinigt, weshalb sich politische Spielräume ergeben dürften, dem Land auch weiterhin unter die Arme zu greifen. Irland sei in Vorleistung getreten und dürfe zu Recht europäische Solidarität erfahren.

Auch das Thema Griechenland lässt uns nicht los, so die Analysten der Bremer Landesbank. Dieses Mal gehe es um rechtliche Bedenken, weil man die fünfte Sparrunde bei den Renten seit 2010 durchziehen möchte. Alleine diese Zahl verdeutliche, wie stark das Bemühen sei, die Sparauflagen zu erfüllen. Man werde Mittel und Wege finden, die vereinbarten Sparziele einzuhalten. Ob mit neuer Rentenreform oder auf anderem Wege werde sich zeigen. Die Alternative vor Augen (Rückkehr zur Drachme) werde dafür sorgen, dass das Spiel auf Zeit nicht mehr gespielt werde und das Bestreben zur Umsetzung von Reformen auch in der notwendigen Geschwindigkeit nicht nachlasse.

Der US-Arbeitsmarkt habe gestern ein uneinheitliches Bild, aber positive Akzente geliefert: US-Firmen würden mehr Stellenstreichungen planen. Für den Monat Oktober habe sich eine Zahl von 47.700 Stellen ergeben, was verglichen mit dem Vorjahr eine Zunahme um 11,6% bedeute. Über das Jahr gerechnet sei die Situation in 2012 jedoch deutlich besser als noch 2011 (434.000 zu 522.000 Stellenstreichungen). Für die letzten drei Monate des Jahres seien weiter zunehmende Stellenstreichungen zu befürchten, was angesichts einiger schwachen Unternehmenszahlen wahrscheinlicher geworden werde.

Der ADP Employment Report habe dagegen bessere Zahlen als erwartet geliefert. Nachdem der Vormonat von 162.000 auf 114.000 (kräftige Abwärtsrevision) revidiert worden sei, habe sich der Wert für Oktober auf 158.000 neu geschaffene Stellen gestellt. Die Privatwirtschaft habe damit so viele Jobs wie seit acht Monaten nicht mehr geschaffen.

Im Bereich der Erstanträge habe es keine nennenswerten Entwicklungen gegeben. Die aktuelle Zahl belaufe sich auf 363.000 und stelle sich damit leicht unter den Durchschnitt der letzten vier Wochen, der bei 367.250 liege. Die Zahlen seien noch ohne Beeinflussung des Hurrikans Sandy.

Nach einem schwachen Vormonat hätten Amerikaner im September wieder mehr Geld für Baumaterialien ausgegeben. Der Wert sei per Berichtsmonat September um 0,6% gestiegen und liege damit bei 7,8% über dem Level aus 2011. Zur Erholung habe besonders der private Wohnungsbau beigetragen, der sich momentan in einer robusten Verfassung zeige.

Das Verbrauchertrauen habe sich im Oktober positiv entwickelt und liege nun bei 72,2 Zählern. Der Zuwachs um 3,8% komme aus dem Windschatten des Vormonats, als der Wert um 7,1 Punkte rapide angestiegen sei. Hauptursache für den Zuwachs sei die deutlich optimistischere Einschätzung der aktuellen Lage gewesen. Der aktuelle Wert stelle die Höchstmarke seit Februar 2008 dar.

Steady she goes war unsere Prognose und so kam es dann auch, bekannte Fahrwasser bleiben uns bei dem Einkaufsmanagerindex ISM erhalten, so die Analysten der Bremer Landesbank. Nach 51,5 im September sehe man im Oktober 51,7. Damit bleibe der Index in Reichweite der kritischen 50 Punkte-Schwelle, ab der Wachstum generiert werde. Der Index gelte als zuverlässiger Indikator der für die wirtschaftliche Aktivität in den USA.

Zum Abschluss der Daten sei der Markit-Einkaufsmanagerindex Industrie für Großbritannien gestern bei 47,5 Zählern nach 48,0 festgesetzt worden. Die Analysten würden gespannt auf den Wert für Deutschland warten, der von 47,4 wahrscheinlich Richtung 46 Punkten falle. Ab 50 Punkten werde Wachstum angezeigt. Großbritannien zeigt uns, wo es langgeht, so die Analysten der Bremer Landesbank.

Zusammenfassend ergebe sich ein Szenario, das den EUR gegenüber dem USD favorisiere. Erst ein nachhaltiges Unterschreiten der Unterstützungszone bei 1,2780 bis 1,2810 neutralisiere das positive Bias des Euro. (02.11.2012/ac/a/m)