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Di, 16. Juli 2019, 22:57 Uhr

Euro eröffnete bei 1,2862


07.11.12 10:51
Bremer Landesbank

Bremen (www.aktiencheck.de) - Der Euro eröffnet heute (08:00 Uhr) bei 1,2862, nachdem im Verlauf der letzten 24 Handelsstunden Tiefstkurse im europäischen Handel bei 1,2764 markiert wurden, so die Analysten der Bremer Landesbank.

Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 80,10. In der Folge notiere EUR/JPY bei 103,05, während EUR/CHF bei 1,2084 oszilliere.

Die Analysten würden sich sehr freuen, dass Obama eine zweite Amtszeit bekomme. Der martialische Unterton als auch der Klientelansatz Romneys wäre für die Weltwirtschaft und notwendige evolutionäre Anpassungen in den globalen Machtstrukturen riskant gewesen. Es freue sie, dass Obama den Republikanern die Hand reiche und auch der Herausforderer Romney die richtigen Worte bei dem Glückwunsch an Obama gewählt habe. Hinsichtlich der Pattsituation im Kongress mit der Dominanz der Demokraten im Senat und der Mehrheit der Republikaner im Repräsentantenhaus sei Kompromissfähigkeit unverzichtbar.

Es sei zwingend erforderlich, dass die USA ihre offene Flanke in den öffentlichen Haushalten angehen würden, um die mittel- und langfristige Bedeutung und Potenz der USA zu erhalten. Die konsumtive Verschwendung mangels Reformpolitik habe in den letzten Jahren seit 2007 die Basis der USA merklich unterhöhlt. Mehr noch würden die Analysten den USA mehr innere Solidarität und eine Portion mehr Humanismus wünschen. Es seien die entscheidenden Größen, die motivieren und gesellschaftliche Kräfte heben würden, um zurück auf eine nachhaltige Erfolgsspur zu kommen.

Die Analysten seien hoch erfreut, dass ihre Position zu der Eurozone Unterstützung erfahre. Der Chefvolkswirt der Berenberg Bank habe ein bemerkenswertes Buch unter dem Titel "Unser gutes Geld - warum wir den Euro brauchen" geschrieben. Auch die Kritik an einem bajuwarischen Professor werde breiter. Diese Hinwendung zu mehr Realitätssinn und Abwendung von der helotischen Übernahme der Meinungen aus London und New York habe die Qualitätsmerkmale einer Trendwende in der Debatte und damit auch in der Diskontierung an den Finanzmärkten und wesentlicher in den Realwirtschaften der Reformländer.

Die Franzosen würden mit einem Steuererleichterungsprogramm im Volumen von 20 Mrd. Euro reagieren, um ihre Wirtschaft konkurrenzfähiger zu gestalten. Diese Maßnahme sei nicht schlecht, sie sei aber nicht optimal. Sozialisten der Machart Hollande seien offensichtlich nicht in der Lage, für diesen Wirtschaftsraum den Produktionsfaktor Arbeit so zu gestalten, dass er die Attraktivität habe, die Frankreich so dringend brauche. Schade Herr Hollande, denn sie würden damit 20 Mrd. Intervention mit unterproportionaler Traktion liefern. Könnten sie das nicht besser?

Die "Markit"-Einkaufsmanagerindices der Eurozone hätten nicht überzeugen können. Per Oktober habe der finale Wert im "Composite"-Index bei 45,7 nach 45,8 Punkten gelegen. Der Dienstleistungsindex habe sich auf 46,0 nach 46,1 Zählern gestellt (Prognose 46,2). Hinsichtlich des tendenziellen Stimmungsumschwungs an den Finanzmärkten dürfte die Wirtschaft zukünftig zumindest in Ansätzen folgen.

Die Produktion in Großbritannien sei per September unerwartet stark um -1,7% nach zuvor -0,5% im Monatsvergleich gesunken. Die Prognose habe bei -0,6% gelegen. Im Jahresvergleich habe sich dieses Ergebnis in einen Rückgang um -2,6% nach zuvor -1,2% (Prognose -1,6%) übersetzt.

Der deutsche Auftragseingang habe per September, dem Höhepunkt der Krise, nachhaltig enttäuscht. Es sei zu einem Rückgang um -3,3% im Monatsvergleich nach zuvor -0,8% (revidiert von -1,3%) und einer Prognose von "nur" -0,5% gekommen. Die Aufträge aus Europa seien um 9% gesunken. Hier sei die Korrelation zu dem Krisenhöhepunkt eindeutig gegeben. Eine Extrapolation dieses Trends sei diesbezüglich nicht angemessen.

Zusammenfassend ergebe sich ein Szenario, das eine neutrale Haltung in der Parität EUR/USD favorisiere. Erst ein Ausbruch aus der Bandbreite 1,2580 bis 1,2900 eröffne neue Opportunitäten. (07.11.2012/ac/a/m)