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Do, 17. Oktober 2019, 10:49 Uhr

Euro eröffnete bei 1,2690


13.11.12 12:32
Bremer Landesbank

Bremen (www.aktiencheck.de) - Der Euro eröffnet heute (07:58 Uhr) bei 1,2690, nachdem im Verlauf der letzten 24 Handelsstunden Tiefstkurse im asiatischen Handel bei 1,2674 markiert wurden, so die Analysten der Bremer Landesbank.

Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 79,32. In der Folge notiere EUR/JPY bei 100,65, während EUR/CHF bei 1,2047 oszilliere.

Das Griechenlanddrama werde zur unendlichen Geschichte. Die aktuelle Lage impliziere, dass sich eine Entscheidung über die nächste Tranche der Auszahlung mindestens in den Dezember verschieben werde. Geplant sei diese Auszahlung für September gewesen.

Es sei ein Quartal verloren worden, das von hoher Risikoaversion in der Realwirtschaft auf globaler Basis bestimmt worden sei. Das gelte vor allen Dingen für die Realwirtschaften aller kontinentaleuropäischen Reformländer. Die Investitionstätigkeit werde damit trotz veränderter Strukturen, insbesondere gesunkener Lohnstückkosten, unterminiert.

Mit diesem Politikansatz werde den Reformländern konjunkturelle Paralyse verordnet, die über verschärfte Situationen am Arbeitsmarkt, die gesellschaftspolitische Akzeptanz des Modells Eurozone untergrabe und schlussendlich das systemische Risiko eines Zerfalls der Eurozone erhöhe.

Mehr noch wirke der Exodus der Investitionstätigkeit negativ auf den Kapitalstock dieser Wirtschaftsräume und senke mittel- und langfristig das Potenzialwachstum. Man habe also eine Situation, in der durch Strukturreformen in den Reformländern Potenzialwachstum gehoben werde und gleichzeitig durch den Umgang mit den Ländern ultimativ Potenzialwachstum zerstört werde. Dieser Zusammenhang scheine den politischen Kräften der Eurozone und des IWF bestenfalls unterproportional bewusst zu sein. Die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft seien ob des Risikos eines Zerfalls der Eurozone negativ. Konjunkturdynamik werde verloren. Weniger positive Konjunkturdynamik belaste alle Länder fiskalisch. Das gelte dann übrigens auch für Deutschland mit seiner exportabhängigen Wirtschaft.

Vor dem Hintergrund der strukturellen Gesundung der Teilnehmerländer der Eurozone im Vergleich zu den USA, Japan und UK sei diese Form des politischen Agierens verstörend. Bei der Interpretation sei zu berücksichtigen, dass große Teile der Defizite der europäischen Reformländer einen konjunkturellen Hintergrund hätten.

Das Thema Griechenland belaste nicht nur Griechenland selbst, sondern es belaste alle Reformländer, es belaste die gesamte Weltwirtschaft. Sei diese Konstellation bezüglich einer Grenznutzenbetrachtung sachlich gewährleistet?

Über welche Größenordnungen spreche man bei Griechenland? Griechenland BIP 2012: 195 Mrd. Euro; Neuverschuldung 2012: 6,8% des BIP; Nominale Neuverschuldung 2012: 13,3 Mrd. Euro; Verfehlung ggü. Ziel bei 5,5% NVS: 2,54 Mrd. Euro.

Die Analysten würden bezüglich obiger Zahlen vor dem Hintergrund der globalen konjunkturellen Schäden als auch Bewertungsschäden auf eine weitere Erörterung dieses Themas verzichten, da die Zahlen für sich sprechen würden und die Verfehlung in Griechenland als auch den anderen Reformländern konjunkturelle Hintergründe habe. Gerade der aktuelle Umgang mit Griechenland verschärfe genau diese konjunkturelle Komponente. Die Analysten würden intern den Begriff "Fassungslosigkeit" diskutieren.

Zusammenfassend ergebe sich ein Szenario, das eine neutrale Haltung in der Parität EUR/USD favorisiere. Erst ein Ausbruch aus der Bandbreite 1,2580 bis 1,2900 eröffne neue Opportunitäten. (13.11.2012/ac/a/m)