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Do, 5. Dezember 2019, 15:31 Uhr

Euro eröffnet bei 1,2947


01.11.12 13:30
Bremer Landesbank

Bremen (www.aktiencheck.de) - Der Euro eröffnet heute (08:16 Uhr) bei 1,2947, nachdem im Verlauf der letzten 24 Handelsstunden Höchstkurse im europäischen Handel bei 1,3020 markiert wurden, so die Analysten der Bremer Landesbank.

Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 80,02. In der Folge notiere EUR/JPY bei 103,60, während EUR/CHF bei 1,2075 oszilliere.

Die Märkte würden in den bekannten Bandbreiten gefangen bleiben. Die Blicke würden zwischen Athen und Washington hin und her wandern. Der griechische "Eiertanz" ermüde mittlerweile auf intellektueller Basis. Einige Griechen würden immer noch glauben, etwas verhandeln zu können, sie stünden meistens im politischen Spektrum im Gewerkschaftssektor (ultralinks) oder aber "links". Der Schaden, den die Gewerkschaften (neben den Politikern) in den letzten 40 Jahren in Griechenland angerichtet hätten, sei massiv.

Der Exodus der Werftindustrie in Richtung Türkei sei beispielsweise eine der "Heldentaten" dieses Sektors. Die Lernkurven der Bevölkerung und der Arbeitnehmerschaft seien leider diesbezüglich bestenfalls ansatzweise gegeben. Nun denn, Mitte November sei dieses Thema auf die eine oder andere Art und Weise beordnet. Falls sich der "linke" Sektor durchsetze (nicht favorisiert), würden die Analysten den Griechen "Alles Gute" wünschen.

Romney oder Obama sei der andere vermeintliche "Thriller". Sei es aber wirklich ein Thriller oder doch nur eine weitere "Show" aus den USA? Die maßgeblichen Interessen, die die USA steuern würden, würden beide Kandidaten finanzieren. Das sei auch in den vorherigen Präsidentschaftswahlkämpfen so gewesen (G.W.Bush zweimal nicht gewählt - Florida und Oklahoma -, aber zweimal Präsident geworden - Aufschrei der Demokraten global: Nicht gegeben, außer im Forex Report). Leiste sich hier die "Elite", vor der Präsident Eisenhower bei seiner letzten Fernsehansprache gewarnt habe, die passenden Präsidenten? Dabei sei zu berücksichtigern, dass sich der militärisch-industrielle Komplex verändert habe in den militärisch finanziellen Komplex.

O Ton Präsident Eisenhower Januar 1961: "Wir in den Regierungsräten müssen uns vor unbefugtem Einfluss - beabsichtigt oder unbeabsichtigt - durch den Militär-Industrie-Komplex schützen. Das Potenzial für die katastrophale Zunahme fehlgeleiteter Kräfte ist vorhanden und wird weiterhin bestehen. Wir dürfen es nie zulassen, dass die Macht dieser Kombination unsere Freiheiten oder unsere demokratischen Prozesse gefährdet. Wir sollten nichts als gegeben hinnehmen. Nur wachsame und informierte Bürger können das angemessene Vernetzen der gigantischen industriellen und militärischen Verteidigungsmaschinerie mit unseren friedlichen Methoden und Zielen erzwingen, sodass Sicherheit und Freiheit zusammen wachsen und gedeihen können." Sei diese Warnung verhallt?

So weit zu übergeordneten Themen. Heut früh freue man sich vor allen Dingen über die Entwicklungen in China. Es gehe aufwärts. Die chinesische Wirtschaft gewinne an Schwung. Der offizielle Einkaufsmanagerindex sei im Oktober um 0,4 auf 50,2 Punkte geklettert, habe das Statistikamt am Donnerstag in Peking mitgeteilt. Der Index sei den zweiten Monat in Folge gestiegen. Das Barometer sei damit erstmals seit Juli über die Marke von 50 Punkten geklettert, ab der Wachstum signalisiert werde. "Wir gehen davon aus, dass Chinas Wirtschaftswachstum nicht mehr nachlassen, sondern sich leicht erholen wird", habe Ökonom Zhang Liqun vom Zentrum für Entwicklungsforschung des Staatsrates gesagt.

Was derzeit in China als konjunkturelles Schlüsselland der Weltwirtschaft passiere, passe zu den Thesen der Analysten, die einerseits die Korrelation der Konjunkturabschwächung mit der europäischen Defizitkrise verbunden hätten (keine endogenen aus der Zyklik herrührenden Katalysatoren) und andererseits nach vorne schauend deutlich optimistischer als der Mainstream seien.

Die Daten aus der Eurozone hätten leider nicht überzeugen können. Die erste Schätzung der Verbraucherpreise der Eurozone habe per Oktober einen Wert in Höhe von 2,5% nach zuvor 2,6% im Jahresvergleich geliefert. Der Wert habe der Konsensusprognose entsprochen. Berücksichtige man die Tatsache, dass dieser Wert in einem rezessiven Umfeld dominiere, stelle sich die Frage, was bei einer Beschleunigung der Konjunkturlage an der Preisfront passieren werde?

Der Arbeitsmarkt der Eurozone hangle sich von einem historischen Minusrekord zum nächsten Minusrekord. Die Arbeitslosenquote stelle sich per Berichtsmonat auf 11,6% nach zuvor 11,5% (revidiert von 11,4%). Die Prognose habe bei 11,5% gelegen. Diese Entwicklung wiege schwer. An ihr könne sich bei weiterer Verschärfung auch das Schicksal der Eurozone entscheiden. Das Leid in den Reformländern bewege sich hinsichtlich des Arbeitsmarktes auf kritischem Niveau. Sensible Politik der Eurozone/EZB sei erforderlich, um die Paralyse der Reformländer bedingt durch unangemessene Spekulation, die ihre Geschäftsmodelle längst verändert hätten (u. a. Lohnstückkosten), aufzulösen.

Der Einkaufsmanagerindex aus Chicago habe per Berichtsmonat Oktober nicht überzeugen können. Zwar habe sich ein Anstieg von zuvor 49,7 auf 49,9 Punkte eingestellt, es sei aber der Prognosewert bei 51,0 Punkten klar verfehlt worden. Der Blick auf den Chart offeriere auch hier eine klare Korrelation mit der Intensivierung der europäischen Defizitkrise bis September und einer sich andeutenden Entspannung im aktuellen Umfeld.

Zusammenfassend ergebe sich ein Szenario, das den EUR gegenüber dem USD favorisiere. Erst ein nachhaltiges Unterschreiten der Unterstützungszone bei 1,2780 bis 1,2810 neutralisiere das positive Bias des Euro. (01.11.2012/ac/a/m)