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Do, 24. September 2020, 4:46 Uhr

Einhell Germany

WKN: 565493 / ISIN: DE0005654933

Einhell Germany-Aktie: Stillstand nur auf den ersten Blick


15.01.13 12:52
Montega AG

Hamburg (www.aktiencheck.de) - Tim Kruse, Analyst der Montega AG, stuft die Einhell Germany-Vorzugsaktie in einer Ersteinschätzung mit dem Rating "kaufen" ein.

Die Einhell Germany AG sei einer der führenden Anbieter von Elektrowerkzeugen und Gartengeräten für den privaten und semiprofessionellen Gebrauch. Die Wertschöpfung des Unternehmens beruhe auf der Entwicklung, dem Vertrieb und dem Aftersales-Service der Produkte, die von externen Lieferanten in Asien gefertigt würden. Dieses Modell ermögliche Kostenflexibilität bei gleichzeitig hoher Produktkontrolle.

Die Kunden von Einhell seien im Wesentlichen große Baumarktketten wie z.B. Bauhaus und Hagebau im Inland oder Homebase und Leroy Merlin im Ausland. Darüber hinaus beliefere Einhell den Fachhandel sowie Discounter und SB-Warenhäuser mit Werkzeugen der Marke Einhell sowie mit Handelsmarken.

Die Wettbewerbsstrategie der Marke Einhell beruhe auf einer dualen Produktlinie. Die "Einhell Red" positioniere sich auf dem Qualitätsniveau von Markenprodukten wie Bosch oder Metabo, jedoch zu einem um 20 bis 30% geringeren Preis. Demgegenüber adressiere die "Blue Line" den preissensitiven Massenmarkt, differenziere sich jedoch durch eine bessere Qualität und einen After-Sales Service gegenüber den No-Name Produkten. Die hierfür notwendigen Kostenvorteile sichere sich Einhell durch die äußerst schlanke Konzernstruktur, eine rigide Auswahl der Zulieferer sowie niedrige Werbeausgaben.

Nach einer raschen Erholung im Anschluss an die Finanzkrise in 2009 habe das Umsatzniveau in den vergangenen Jahren stagniert. Der scheinbare Stillstand sei jedoch auf zwei gegenläufige Entwicklungen zurückzuführen. Auf der einen Seite habe die schwache Konjunktur im europäischen Ausland in Ländern wie Ungarn, Rumänien oder Spanien zu einem Umsatzeinbruch von zum Teil über 50% geführt. Auf der anderen Seite habe Einhell in Ländern wie der Türkei, Australien und in Südamerika große Vertriebserfolge verbuchen können. So dürfte beispielsweise der kumulierte Umsatz in Brasilien, Argentinien und Chile nach ca. 12 Mio. Euro in 2011 auf knapp 20 Mio. in 2012 angewachsen sein.

Die Stabilisierung der Lage in den meisten europäischen Ländern sowie die exzellenten Wachstumsperspektiven in Südamerika sollten es Einhell ermöglichen, in den kommenden Jahren wieder auf den Wachstumspfad zurückzukehren. So gehe das Management davon aus, den Umsatz in Lateinamerika in den kommenden drei bis vier Jahren auf ein Niveau von 80 Mio. Euro zu erhöhen. Zudem habe Einhell im vergangenen Jahr den Zubehörhersteller kwb übernommen.

Einhell habe sich bereits seit einigen Jahren nach einem passenden Unternehmen in diesem Bereich umgesehen, da die Erweiterung um ein Zubehörsortiment eine strategisch sinnvolle Ergänzung darstelle. Durch die Übernahme von kwb könne Einhell den DIY-Kunden und dem Fachhandel nun ein umfassendes Zubehörprogramm für alle Powertools auf höchstem Qualitätsniveau anbieten, was die Attraktivität als Handelspartner weiter steigern dürfte.

Die Analysten würden davon ausgehen, dass vor allem kwb aus dem Zusammenschluss deutliche Vertriebssynergien heben sollte, und eine Verdopplung der kwb Umsätze von derzeit ca. 27 Mio. Euro innerhalb der nächsten vier bis fünf Jahre für plausibel halten. Folglich sehe man Einhell in einer guten Ausgangsposition, um an das dynamische Wachstum vor der Finanzkrise anzuknüpfen zu können und eine Steigerung der Topline von durchschnittlich 5% bis 2015e zu erreichen.

In 2012 sei eine Reihe von Belastungsfaktoren zusammengekommen, welche die sonst überaus verlässliche Ergebnisqualität des Unternehmens beeinträchtigt hätten. Wesentlicher Kostenfaktor in 2012 sei die breit angelegte und von langer Hand geplante Imagekampagne im TV gewesen, die Kosten in der Größenordnung von insgesamt 6 Mio. Euro verursacht haben dürfte. Hinzu sei die Unterauslastung einiger Tochtergesellschaften im europäischen Ausland sowie Anlaufverluste für die Neugesellschaften in Südamerika und Australien gekommen.

Diese Effekte dürften in 2013 jedoch deutlich geringer ausfallen. So sollte sich das Werbebudget im laufenden GJ 2013 in etwa halbieren. Zudem dürfte Einhell auf die nachhaltig schwache Entwicklung in einigen europäischen Märkten mit der Zusammenlegung von Landesgesellschaften reagieren. Darüber hinaus dürften die Tochtergesellschaften in Argentinien und Brasilien durch die geplante Umsatzausweitung in 2013 die Gewinnschwelle überschreiten. Folglich würden die Analysten die von ihnen geplante Ergebnissteigerung von über 20% in 2013 für äußerst visibel halten und keinen Grund sehen, warum Einhell mittelfristig nicht wieder die eigentliche Zielrendite (EBT-Marge von mindestens 5%) erreichen sollte.

Derzeit notiere die Aktie mit einem Abschlag von 20% zu dem um immaterielles Vermögen bereinigten Buchwert (ca. 40 Euro pro Aktie). Vor dem Hintergrund der guten Wachstumsperspektiven außerhalb Europas, der visiblen Ergebnisverbesserung in 2013 ff. sowie der soliden Wettbewerbsposition sehe man diesen Abschlag als nicht gerechtfertigt.

Die Analysten der Montega AG nehmen die Coverage mit einem DCF-basiertem Kursziel von 43,50 Euro auf und empfehlen die Einhell Germany-Vorzugsaktie zum Kauf. (Analyse vom 15.01.2013) (15.01.2013/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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