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Mo, 10. August 2020, 10:56 Uhr

EUR/USD (Euro / US-Dollar)

WKN: 965275 / ISIN: EU0009652759

EUR/USD: neutrale Haltung favorisiert


27.11.12 11:45
Bremer Landesbank

Bremen (www.aktiencheck.de) - Der Euro eröffnet heute (08.10 Uhr) bei 1,2992, nachdem im Verlauf der letzten 24 Handelsstunden Tiefstkurse im US-Handel bei 1,2959 markiert wurden, so die Analysten der Bremer Landesbank.

Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 82,30. In der Folge notiere EUR/JPY bei 106,90, während EUR/CHF bei 1,2052 oszilliere.

Heute Nacht sei nach langem Warten endlich verkündet worden, dass es eine Einigung zu dem Thema Griechenland gebe. Nach langen Diskussionen und Gezaudere habe diese Nachricht für Erleichterung an den Märkten gesorgt. So kompliziert wie sich der Fall Griechenland darstelle, so kompliziert sei auch die Rettung. Man setze alle denkbaren Instrumente ein, um dem Land zu helfen. Kreative Wege, die auch ein Chefarzt manchmal gehen müsse, würden auch in Griechenland angewendet, um eine tragfähige Schuldenqoute zu erreichen.

Die wesentlichen Punkte würden in den bekannten Medien ausführlich beschrieben. Die Analysten würden auf eine ausführliche Aufstellung der einzelnen Positionen verzichten und versuchen, einen Blick auf die Risikofaktoren zu geben.

Es bleibe als Fazit stehen, dass es große Mühen und viel politisches Fingerspitzengefühl gekostet habe, bis sich alle Beteiligten hätten einigen können. Auch der IWF habe in der Frage des zukünftigen Schuldenstandes nachgegeben und nicht auf seiner Position beharrt. Positiv bewerten die Analysten der Bremer Landesbank auch die Aussage des IWF, dass nicht angedacht war und ist, sich aus der Rettung der Euroländer zurückzuziehen. Die Gerüchte um einen Abschied des IWF sollten damit verstummen.

Zentrale Frage sei und bleibe allerdings, wie lange das Land ohne einen großen Befreiungsschlag überleben könne. Die nächste Tranche aus dem Hilfspaket werde formell am 13. Dezember beschlossen, dann sei das Land erst einmal mit liquiden Mitteln versorgt und stehe nicht mehr direkt vor der Pleite.

Vorher sollten Anleihen zum aktuellen Marktpreis zurückgekauft werden und so mit 30 bis 40% Kapitaleinsatz die Schulden um 20 Mrd. Euro sinken. Es gebe hierzu noch keine weiteren Details zu vermelden. Die Analysten hätten den Eindruck, es werde zu einem zweiten offiziellen Schuldenschnitt kommen. Der Zeitpunkt werde aber erst nach der Bundestagswahl definiert werden…solche Nachrichten seien aus deutscher Parteien-Sicht keine "good news"….aber wahrscheinlich unvermeidbar, um eine notwendige Basis für griechische Schulden zu schaffen.

In den nächsten Tagen gelte es zu analysieren, wie genau die Vorbereitungen in der Öffentlichkeit zu diesem Thema abgehandelt würden.

Die Märkte in Asien hätten erleichtert auf die Nachricht um Griechenland reagiert und positiv tendiert. Der Nikkei (ISIN XC0009692440/ WKN 969244) habe zugelegt, der Euro habe auf breiter Front zugelegt und sei für einen kurzen Moment über die 1,3000-Schwelle gegenüber dem Dollar geklettert. Auch der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) beginne den Tag stark und zeige eine erste positive Reaktion (+65 Punkte). Die Analysten würden gespannt bleiben, wie lange diese positive Grundstimmung anhalte. Die Katze sei aus dem Sack. Jetzt werde man sich ansehen, wie genau die einzelnen Punkte umgesetzt werden könnten und wann wieder mit einer Aufwärmung des Themas zu rechnen sei….denn das, was wir gesehen hätten, sei es noch nicht gewesen. Dazu gebe es noch zu viele Fragezeichen auf der Chefarztagenda…

Noch ein kurzer Blick auf die Verbraucherzahlen vom Freitag und gestern, die die Analysten den Lesern nicht vorenthalten möchten. Schon am Freitag habe man die Zahlen vom viel beachteten ifo-Institut bekommen. Nach dem Höchstwert des Geschäftsklimas im April bei 109,7 Zählern und der Talfahrt danach bis auf 100,0 im Oktober gebe es einen Anstieg auf 101,4 Punkte zu verzeichnen. Ebenfalls positiver als zuvor sei die aktuelle Lage eingeschätzt worden. Der November-Wert von 108,1 habe über dem Vormonatswert von 107,2 Zählern gelegen. Als I-Tüpfelchen seien auch die Geschäftserwartungen positiver eingeschätzt worden und würden bei 95,2 nach 93,2 zuvor notieren.

Die gestern veröffentlichten Zahlen zum deutschen Konsumklima seien etwas schwächer ausgefallen als zuletzt. Der Dezember-Wert sei auf 5,9 von 6,1 im Vormonat gefallen. Es sei der erste Rückgang seit Juni gewesen. Die aktuellen Aussichten würden die Verbraucher etwas vorsichtiger in die Zukunft blicken lassen. Insgesamt sei die Lage aber mehr als solide, viele Jobs seien in den vergangenen Monaten entstanden und es habe gute Tarifabschlüsse gegeben, die ein ausgabefreundliches Klima bei den Verbrauchern hervorrufen würden. Auch der Teilindex Konjunkturaussichten sei mit +1,2% besonders positiv ausgefallen. Das ifo-Geschäftsklima habe nach zuvor sechs negativen Monaten erstmals ins Plus gedreht.

Zusammenfassend ergebe sich ein Szenario, das eine neutrale Haltung in der Parität EUR/USD favorisiere. Erst ein Ausbruch aus der Bandbreite 1,2580 bis 1,2900 eröffne neue Opportunitäten. (27.11.2012/ac/a/m)




 
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