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Di, 25. Juni 2019, 12:53 Uhr

ESM-Auktion voller Erfolg - Bedeutende Daten der Eurozone positiv


09.01.13 13:27
Bremer Landesbank

Bremen (www.aktiencheck.de) - Der Euro eröffnete heute (07:53 Uhr) bei 1,3085 USD, nachdem im Verlauf der letzten 24 Handelsstunden Tiefstkurse im US-Handel bei 1,3058 USD markiert wurden, so die Analysten der Bremer Landesbank.

Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 87,50. In der Folge notiere EUR/JPY bei 114,45, während EUR/CHF bei 1,2092 oszilliere.

Die Analysten würden sich außerordentlich freuen, dass die erste Auktion des ESM ein voller Erfolg gewesen sei. Die Dreimonatspapiere seien 3,2-fach überzeichnet gewesen. Die Rendite habe sich auf -0,0324% gestellt. Ergo verdiene der ESM mit der Mittelaufnahme als auch mit der Mittelvergabe. Das sei ein profundes Geschäftsmodell.

Die Analysten seien erstaunt, dass beispielsweise Irland wegen einer Marktbewertung (Hinweis der Agenturen auf CDS) von Ratingagenturen herabgestuft worden sei und diese profunden Marktergebnisse bei der ESM-Auktion (zuvor bereits EFSF-Emissionen) keinen angemessenen Niederschlag bei den Agenturen finden würden. Wer sich mit nominalen Negativzinsen refinanziere müsse doch nun wirklich Topbonität sein, oder?

Der Kreis derjenigen, die Deutschland als Verlierer der Eurozone sehen und der Eurozone trotz massiver Reformen und Reformerfolge die Zukunft sportlich absprechen würden, würden diese bedeutenden Daten vergessen, die Deutschland klar als Profiteur unter konjunkturellen als auch fiskalischen Aspekten der Defizitkrise definieren würden.

Es erfrische, dass sich EU-Kommissar Rehn positiv über die Eurozone äußere: (Reuters) - EU-Währungskommissar Olli Rehn sieht eine deutliche Entspannung in der Schuldenkrise. "Die Gefahr eines Euro-Zerfalls ist zwar abgewendet", sagte Rehn laut "Welt" (Mittwochausgabe) bei einer Veranstaltung der Tageszeitung. "Aber wir dürfen jetzt nicht in die Sorglosigkeit verfallen." Er sprach sich für einen ausgewogenen Sparkurs aus. "Wachstum ist unsere wichtigste Sorge, und daher müssen wir die Strukturreformen fortsetzen", sagte Rehn. "Haushaltskonsolidierung ist nach wie vor notwendig, in sinnvollem, klugem Tempo."

Es gebe in der ökonomischen Statistik Datenreihen, die vom Charakter her Frühindikatoren oder Spätindikatoren seien. Bei Trendwechseln in der Konjunktur ergebe sich regelmäßig eine erhebliche Divergenz zwischen Früh- und Spätindikatoren. Genau zu einer derartigen Divergenz komme es derzeit in Datenreihen der Eurozone.

Die Entwicklung an den Arbeitsmärkten sei eine klassische Spätindikation. Gestern habe sich per Berichtsmonat November ein Anstieg der Arbeitslosenquote der Eurozone von zuvor 11,7% auf 11,8% ergeben. Diese Entwicklung sei von Analysten erwartet worden. Damit komme es per November zu einem historischen Höchststand der Arbeitslosigkeit in der Eurozone.

Die Reformpolitik in den Südländern als auch die Folgen der Spekulation gegen diese Länder, die reale Investitionstätigkeit bis Herbst 2012 massiv gelähmt habe, seien ursächlich für diese malade Situation. Seit September 2012 ergebe sich eine Entschärfung der Krise maßgeblich dank der EZB, die eine Normalisierung der Investitionstätigkeit mittel- und langfristig impliziere mit entsprechenden positiven Impulsen für den Arbeitsmarkt der Reformländer.

Neben Früh- und Spätindikatoren würden auch Datenreihen existieren, die Aufschluss über das aktuelle Umfeld liefern würden. Dazu würden die Einzelhandelsumsätze gehören. Per November habe sich in der Eurozone ein Anstieg um 0,1% eingestellt. Die Prognose habe bei +0,3% gelegen. Entscheidend sei hier jedoch auch die Revision des Vormonatswert von -1,2% auf -0,7%. Aktuelle Daten würden immer auf einer limitierten Auswahl von Daten basieren, bei deren Verarbeitung Trendfaktoren der Vergangenheit eine Rolle spielen würden. Wenn es hier bei Revisionen zu merklichen Brüchen komme, verdiene das Aufmerksamkeit. Fakt sei, dass im Jahresvergleich der Rückgang der Einzelhandelsumsätze von -3,2% auf -2,6% (Prognose -2,7%) gesunken sei. Die Wahrscheinlichkeit einer merklichen Aufwärtsrevision der Novemberdaten sei ausgeprägt.

Man komme damit zu den Frühindikatoren. Hier gebe es unterschiedliche Anbieter, beispielsweise das britische Unternehmen Markit, denen die Analysten der Bremer Landesbank sehr kritisch gegenüberstünden. Laut Markit bewegr sich unser deutsches produzierende Gewerbe in einer Rezession. Laut Markit grbr es eine latente Outperformance des britischen produzierenden Gewerbes gegenüber Deutschland, obwohl dort seit mehr als zwölf Monaten eine Rezession in diesem Sektor nachweislich sei. Diese Divergenzen würden mehr Fragen aufwerfen als dass Sinn stiftende Antworten geliefert würden.

Es gebe aber auch Datenreihen, denen die Analysten der Bremer Landesbank umfänglich vertrauen würden. Dazu gehöre für die Eurozone vor allen Dingen der Economic Sentiment Index der Eurozone, der von der EU-Kommission veröffentlicht werde. Per Dezember sei es unerwartet zu einem Anstieg des Index um 1,3 auf 87,0 Punkte gekommen. Die Prognose habe bei 86,3 nach zuvor 85,7 Punkten gelegen. Damit sei der höchste Wert seit Juli 2012 markiert worden. Auch der Geschäftsklimaindex habe von revidiert -1,17 (zuvor -1,19) auf -1,12 Punkte zugelegt. Hier sei der höchste Wert seit Juni 2012 erreicht worden.

Zusammenfassend würden sich die Anzeichen einer Stabilisierung der Konjunkturlage der Eurozone mit dem Potenzial einer markanten konjunkturellen Trendwende verdichten. Es sei kein Raum für Euphorie. Es sei aber durchaus Raum für begründete Zuversicht.

Der deutsche Auftrageingang habe per November die Prognose verfehlt. Es sei zu einem Rückgang um -1,8% im Monatsvergleich gekommen. Die Prognose habe bei -1,4% gelegen. Zudem sei der Vormonatswert von +3,9% auf +3,8% revidiert worden. Nach dem massiven Anstieg des Vormonats sei eine korrigierende Entwicklung wahrscheinlich gewesen. Im Jahresvergleich habe sich ein Rückgang um -0,8% nach zuvor - 2,1% (Juni 2012 noch -7,6%) ergeben. Positiv sei anzumerken, dass aus der Eurozone ein Anstieg um 0,2% im Monatsvergleich zu vermelden gewesen sei. Die Drittländer seien für den Rückgang verantwortlich gewesen.

Zusammenfassend ergebe sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiere. Ein Unterschreiten der Unterstützung bei 1,2970/00 neutralisiere das positive Bias. (09.01.2013/ac/a/m)