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So, 20. September 2020, 10:46 Uhr

Daimler

WKN: 710000 / ISIN: DE0007100000

DaimlerChrysler kaufen


15.05.07 10:01
Sparkasse Essen

Essen (aktiencheck.de AG) - Die Analysten der Sparkasse Essen raten zum Kauf der DaimlerChrysler-Aktie.

DaimlerChrysler werde sich von Chrysler trennen, das Ende der Welt AG besiegeln und sich in Daimler AG umbenennen. 80,1% an der neuen Chrysler Holding werde der Finanzinvestor Cerberus erwerben, die restlichen 19,9% würden bei Daimler verbleiben.

Cerberus zahle eine Einlage von 5,5 Mrd. Euro, die Daimler aber nahezu vollständig (4,5 Mrd. Euro) an Chrysler als eine Art Starthilfe durchleite. Die verbleibenden 1 Mrd. Euro würden allerdings auch für Sanierungs- und Beratungskosten verbraucht. Insgesamt würden die Analysten mit einem Barmittelabfluss von 1,2 Mrd. Euro und einer Ergebnisbelastung durch Abschreibungen von 3 bis 4 Mrd. Euro (auf IFRS-Basis) bei Daimler in diesem Jahr rechnen. Auf der anderen Seite sei Daimler dann aber auch seine Sorgen los und vor allem geschätzte 36 Mrd. US-Dollar an Pensions- und Krankenkassenansprüchen der Chrysler-Mitarbeiter. Nach dem Ende eines integrierten Technologiekonzerns (mit AEG und Flugzeugen) sei nun auch das Ende der Welt-AG (mit Chrysler und der ehemaligen Mitsubishi-Beteiligung) besiegelt worden.

Verlierer seien mutmaßlich die Chrysler-Mitarbeiter, deren Ansprüche durch einen Finanzinvestor wesentlich stärker beschnitten werden dürften als durch den DaimlerChrysler-Konzern. Zudem sei die Modellpalette den Mitbewerbern vor allem im Bereich Benzinverbrauch deutlich unterlegen und hätte weiteren technologischen Input durch Daimler benötigt. Mittlerweile habe bereits Toyota zu den "Big Three" (GM, Ford, Chrysler) im US-Geschäft aufgeschlossen und vor allem Chrysler sei zu 90% vom Heimatmarkt abhängig. Allein die Modernisierung der zentralen Produktionsplattformen Chrysler solle laut Schätzungen 18 bis 20 Mrd. Dollar verschlingen.

Gewinner seien in den vergangenen Wochen bereits die DaimlerChrysler-Aktionäre gewesen, deren Aktienkurs innerhalb kurzer Zeit in diesem Jahr gut 40% habe zulegen können - allerdings nach einer Durststrecke von mehreren Jahren. Die künftige Daimler AG werde sich nun ebenfalls mehr strecken müssen, da die Produktions-Stückzahlen und Kostenvorteile insgesamt kleiner geworden seien. Außerdem werde Vorstands-Chef Zetsche sicherlich den Atem von Finanzinvestoren im Nacken spüren, denn ohne die Giftpille Chrysler sei sogar eine Übernahme von Daimler denkbar. Alles in allem deute dieses auf eine angenehmere Zukunft für die Aktionäre hin.

Die WestLB habe ihr Kursziel nach dem Verkauf von Chrysler im Rahmen einer Sum-of-the-parts-Bewertung überarbeitet und von 77,00 Euro auf 74,00 Euro angepasst. Es falle dabei auf, das die Bewertungsmultiplikatoren bereits arg strapaziert seien und dass z.B. ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 angelegt auf den prognostizierten Gewinn des Jahres 2009 von 4,70 Euro einen Fair Value von gerade einmal 60,50 Euro ergebe. Der hohe Cash-Bestand in Höhe von 12 Mrd. Euro könne aber für Ausschüttungen oder Aktienrückkäufe genutzt werden und sollte den Kurs nach unten abstützen. Zudem könnte er auch Begehrlichkeiten eines Finanzinvestors wecken. Die Analysten würden daher auch Kurse jenseits der 70,00 Euro für realistisch halten, wenn man der Aktie ein wenig Zeit gebe.

Die Charts befänden sich weiter im Aufwärtstrend - wenn auch mit einer deutlichen Beschleunigung in der jüngeren Vergangenheit.

Die DaimlerChrysler Welt AG sei gescheitert und werde genauso beerdigt wie die einstige Idee eines integrierten Technologiekonzern. Aus DaimlerChrysler werde künftig die Daimler AG. Damit ergäben sich langfristig wieder bessere Perspektiven für die Aktionäre. Kurzfristig sei das meiste Geld aber bereits verdient worden. Allein in diesem Jahr sei der Kurs um annähernd 40% gestiegen.

Die Analysten der Sparkasse Essen empfehlen daher die DaimlerChrysler-Aktie nur für langfristig orientierte Investoren zum Kauf. (Analyse vom 15.05.2007)
(15.05.2007/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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